Erstellung eines Nahverkehrsplanes

Umfrage für Bürger: Wo hakt es beim Nahverkehr?

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Freuen sich auf die Beteiligung der Bürger beim Thema Zukunft Nahverkehr (von links): Stellvertretender Landrat Johann Wieser, Monika Beirer, Jutta Remsing und Hermann Seifert von der Stabstelle ÖPNV des Landratsamtes.

Direkt nach der Wahl können die Bürger im Landkreis weiter Kreuzchen machen. Das Landratsamt ruft nämlich zur Beteiligung am Nahverkehrsplan auf.

Landkreis – Im Internet können Verkehrsteilnehmer eine Fragebogen beantworten und so der Verwaltung und Politik helfen, das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs zu verbessern.

Expertengespräche und Arbeitskreise

Der letzte Nahverkehrsplan ist von 2007. Als man also das letzte Mal im großen Stil etwas für den Ausbau des Nahverkehrs und alles was dazu gehört getan hat, ist schon etwas her. Deshalb hat der Kreisrat 2017 beschlossen diesen fortzuschreiben. Seitdem fanden bereits mehrere Gespräche und Workshops mit Experten, Politikern, der MVV und der Verwaltung statt. Dabei haben sie grundsätzlich den Ist-Zustand festgehalten und nötige sowie mögliche Verbesserungen herausgearbeitet. 

Gut aber nicht unverbesserlich

„97 Prozent des Landkreises ist bereits gut erschlossen, dass bedeutet so viele Haushalte haben zur nächsten Haltestelle höchstens 400 Meter weit“, stellt Monika Beirer, Projektleitung der Stabstelle ÖPNV, vor. Das heiße natürlich nicht, dass nichts mehr zu verbessern sei.

Mehr und schnellere Busverbindungen

Mehr direkte Verbindungen zu S-Bahnen und Zügen sowie schnellere und mehrere Verbindungen zu den Nachbarlandkreisen Dachau und Landsberg seien Ziele. 

800 Haltepunkte müssen barrierefrei werden

Außerdem müssten die Haltestellen alle barrierefrei umgebaut werden. „Bei 400 Haltestellen, also 800 Haltepunkten, ist das keine leichte und billige Aufgabe bis 2020“, sagt Beirer. Denn für den Umbau sind die einzelnen Kommunen selbst zuständig. Das Landratsamt hat jedoch ein Haltestellen-Kataster angelegt, in dem die Kommunen sehen und eintragen sollen, wie weit der Haltepunkt bereits barrierefrei ist. „Barrierefrei bedeutet nicht nur einen erhöhten Randstein, sondern auch bestimmte Pflaster für Sehbehinderte und Sitzmöglichkeiten“, erklärt Hermann Seifert, Leiter der Stabstelle ÖPNV. Im Kataster sollen die Haltestellen in vier Kategorien eingeteilt werden, die bestimmen, in welcher Reihenfolge die Haltestellen umgebaut werden. „Bis 2020 wird es aber kaum möglich sein“, gibt Beirer zu. 

Vom E-Bike in den Bus umsteigen

Zudem finden die Experten: „Die multimodalen Schnittstellen müssen ausgebaut werden“. Dazu zählen: Car-Sharing, alternative Antriebsformen, Leihfahrräder oder Ruftaxis. „Die Leute fahren die drei bis vier Kilometer zur S-Bahn mit dem Auto und beschweren sich über zu wenige Parkplätze“, schmunzelt Seifert. Dabei würden Regionalbuslinien ebenfalls zum Bahnhof fahren. Hier soll angesetzt werden: Der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen soll lückenlos, unkomplizierter und rund um die Uhr funktionieren.

Online-Umfrage bis 11. November

Doch das sind die Idealvorstellungen der Expertengespräche, jetzt sollen die Bürger zu Wort kommen. Bis zum 11. November können sie innerhalb von fünf Minuten in einem Onlineformular ohne Anmeldung zu den drei Schwerpunkthemen „Anbindung ÖPNV“, „Haltestellen und Barrierefreiheit“ sowie „multimodale Schnittstellen und alternative Antriebe“ beantworten. Beispielsweise wird die Zufriedenheit der MVV-Regionalbuslinien und des RufTaxis abgefragt oder der Wunsch nach neuen Verbindungen oder anderen Taktungen. Die Befragung ist anonym, es werden keine persönlichen Daten gespeichert. „Wir möchten die Anliegen der Bürger abfragen und wissen wo ihnen der Schuh drückt“, fasst es Jutta Remsing zusammen. Nach der Auswertung der Bürgerbefragung soll der neue Nahverkehrsplan im Frühjahr 2019 dem Kreistag zur Fortschreibung vorgelegt werden.

Im Netz oder auf gedruckten Fragebögen

Die Teilnahme der Online-Fragebogenaktion ist unter www.lra-ffb.de (Menüpunkt Mobilität&Sicherheit/ÖPNV) möglich. Gedruckte Fragebögen sind an der Service-Theke im Landratsamt erhältlich.

Miriam Kohr

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