Hilfe im Kongo dank Spenden

Eine Krankenstation für Yaloya

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Auf dem Foto (von links): Pfarrer Josef Steindlmüller, Bürgermeister Andreas Magg, Ehrenbürger Josef Aicher, Peter Kiefer und Georg Reiser, Kolpingfamilie Olching 

Olching – Vor 36 Jahren ging er als Missionspfarrer in den Kongo, wurde zu Olchings Ehrenbürger ernannt und fühlt sich nach wie vor beheimatet hier: Pfarrer Josef Aicher, der von 1967 bis 1978 Kaplan in Olching wurde, kann aufgrund der Spendenbereitschaft der Bürger eine dringend benötigte Krankenstation im kongolesischen Yaloya bauen lassen. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus stellte das zuständige Expertenteam das Projekt vor.

Begonnen hatte alles mit einer schweren Malariaepidemie, die die Einwohner im Kongo kurz vor Weihnachten 2014 heimsuchte und über 700 Menschen das Leben kostete. ,,Wir haben seinerzeit eine große Spendenaktion aus dem Boden gestampft, die von der Kolpingsfamilie Olching organisiert wurde“, erzählte Bürgerneister Andreas Magg. ,,Viele Kinder sind an der Krankheit gestorben, was mich besonders betroffen machte. Dank des guten Rufes von Pfarrer Josef Aicher und der hohen Spendenbereitschaft der Olchinger, ist eine große Summe zustandegekommen, so dass Medikamente und Moskitonetze zur Prävention gekauft werden konnten“. Die Epidemie wurde erfolgreich eingedämmt und es blieb ein großer Teil von den Spenden übrig. ,,Wir haben beschlossen, in der Pfarrei von Josef Aicher eine kleine Krankenstation zu errichten“, teilte Andreas Magg mit. Um die medizinische Versorgung der Einwohner dauerhaft zu verbessern. Für alle Beteiligten stellt das Projekt Krankenstation eine große Herausforderung dar: Yaloya liegt sehr abgelegen im kongolesischen Regenwald. Um die Baumaterialien dorthin zu schaffen, braucht man mindestens ein halbes Jahr. Peter Kiefer, der als Ingenieur im Kongo an den Vorbereitungen und der Gründung eines Fördervereins mitgearbeitet hat, weiß um die Schwierigkeiten. Dennoch haben sich vor Ort 260 Freiwillige gemeldet, um zu helfen. Da es weder fließendes Wasser noch elektrische Energie gibt, ist der richtige Platz für das Gebäude ausschlaggebend.

Kosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 60.000 Euro

Die Krankenstation soll am Ortsrand in der Nähe eines Flusses entstehen. Das hat den Vorteil, dass es höher liegende Quellen zur Wasserversorgung gibt und auch Strom erzeugt werden kann. Die Einheimischen selbst sollen den Bau übernehmen, mit tatkräftiger Unterstützung der Ingenieure ohne Grenzen. Um die Logistik und die Versorgung mit Medikamenten sicher zu stellen, wird die Krankenstation einem Komitee aus Einheimischen unterstehen, wobei ein dauerhafter Kontakt zwischen den Angestellten und Olching entstehen soll. Das Ärztecamp International wird sich um medizinische Geräte und die Ausbildung des Klinikpersonals kümmern. Unter der Leitung von Bauingenieur Werner Zacher ist die Krankenstation mit zwei Krankenzimmern mit maximal 16 Patientenbetten, vier Behandlungsräumen, einem Operationsraum, einer Apotheke, einem Lagerraum und einem Empfangs- und Warteraum geplant worden. Weiter sollen separate Gebäude für Toiletten und Duschen entstehen, ein Verbrennungsofen für den Krankenhausmüll sowie die Stromversorgung über Photovoltaik und später über Wasserkraft gewährleistet werden. Aktuell steckt das Projekt in der Vorbereitungsphase: ,,Ein wichtiger Aspekt für uns ist es, dass wir Material vor Ort gewinnen können, zum Beispiel Steine aus dem Fluß zur Stabilisierung des Untergrunds“, berichtet Werner Zacher. Denn alles, was bestellt werden müsse, erreiche Yaloya mit einem halben Jahr Verzögerung. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 60.000 Euro, rund 53.000 Euro sind bisher gesammelt worden. Die fehlende Summe soll bei einem Benefizkonzert am 21. April in der Olchinger Mehrzweckhalle zusammenkommen. Josef Aicher ist von der Hilfsbereitschaft der Olchinger Bürger überwältigt: ,,Euer Berührtsein hat mich stark beeindruckt und mich dazu motiviert, weiter zu machen“. 

Nicole Burk

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