Stadtratsbeschluss: Öffentlichkeit soll im städtebaulichen Wettbewerb zur Konversion miteinbezogen werden

Bürgerbeteiligung bei Fliegerhorstplanungen

Spätestens 2026 sollen die letzten Einheiten den Fliegerhorst in Bruck verlassen (im Bild die Hauptwache).
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Spätestens 2026 sollen die letzten Einheiten den Fliegerhorst in Bruck verlassen (im Bild die Hauptwache).

Fürstenfeldbruck – Die Große Kreisstadt beabsichtigt, prozessbegleitend zu dem geplanten Ideenwettbewerb zur zivilen Nachnutzung des Fliegerhorstareals eine informelle Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen. Der Stadtrat beschloss einstimmig, Planung, Durchführung und Dokumentation einer Öffentlichkeitsbeteiligung in das Leistungsverzeichnis der Ausschreibung aufzunehmen.

Die Zeit drängt, auch wenn die letzten Einheiten den Fliegerhorst wahrscheinlich erst 2026 verlassen. Den Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb will der Stadtrat noch vor der Sommerpause beschließen und bis Ende des Jahres soll bereits nach der Teilnehmerauswahl mit der Entwurfsbearbeitung begonnen werden. Beabsichtigt ist ein komplett neues Stadtviertel, das Wohnen und Arbeiten vereint.

Als Konversionsmanagerin Nadja Kripgans-Noiser im Februar dem zuständigen Ausschuss den aktuellen Sachstand zur Vorbereitung eines Architektenwettbewerbes vorstellte, kam insbesondere aus Reihen der ÖDP-Fraktion der Ruf nach einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung in den laufenden Prozess. Dies soll nun in Form eines Bürgerrats geschehen, den alle Büros, die am Wettbewerb teilnehmen, in Ihrer Konzeption mit anbieten müssen.

Bestehen soll dieses Gremium aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern. Die Idee eines zusätzlichen Bürgerbeirats, der darüberhinaus auch noch mit unterschiedlichen Interessenvertretern besetzt sein sollte, wird hingegen nicht weiter verfolgt. Kripgans-Noiser befürchtet, dass in einer solchen Zusammensetzung „Profis verschiedener Interessengemeinschaften schnell eine Meinungsführerschaft übernehmen“ könnten und den Prozess in ihrem Sinne beeinflussen.

„Sinnvolle Ergänzung zu verschiedenen Beteiligungsformaten“

Vonseiten der Verwaltung, die einen Bürgerrat ausdrücklich „als sinnvolle Ergänzung zu verschiedenen Beteiligungsformaten“ begrüßt, wird vorgeschlagen, Interessenvertreter und Stakeholder in anderer Form einzubinden. So sei „die Herkunft verschiedener Meinungsäußerungen klar nachvollziehbar.“ Entsprechend wird in der Aufgabenbeschreibung auch ein Mix gefordert, der alle Akteure gleichermaßen berücksichtigt. Der Bürgerrat könne „nur ein Baustein in einem Gesamtkonzept zur Öffentlichkeitsbeteiligung sein.“

Für einen städtebaulich relevanten Entwicklungsprozess müssten Experten, Interessenvertreter – auch die der Nachbarkommunen – und Stakeholder jedoch angemessen berücksichtigt werden und die Möglichkeit erhalten, „frühzeitig und transparent ihre Anregungen und Kritik zu äußern“, betont Kripgans-Noiser, beispielsweise in einer Lenkungsgruppe.

Die gemachten Vorschläge seien gut und wären „der Größe des Projekts angemessen“, lobte Dieter Kreis (ÖDP), Referent für Bürgerbeteiligung, das vorgebrachte Konzept. Auch CSU-Sprecher Andreas Lohde zeigte sich zufrieden darüber, „dass die Öffentlichkeitsbeteiligung auf verschiedenen Füßen steht.“ Die Ausschreibung soll von August bis September dieses Jahres erfolgen.

Peter Fischer

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