BI zur Geothermie in Puchheim

Geothermie-Gegner fordern von Stadt Notfallplan

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Voll besetzte Takis Taverne: 150 Besucher kamen zum Treffen der Bürgerinitiative gegen Geothermie und lauschten BI-Sprecher Michael Peukert (rechts stehend).

Die Puchheimer machen gegen die Biothermie mobil. Gegen das umstrittene Projekt beim Ikarus-Park wird ein Bürgerbegehren gestartet. Die Bürgerinitiative (BI) „Stop Geothermie in Puchheim“ sammelt bereits Unterschriften.

Puchheim – Man wolle keineswegs den Umstieg auf regenerative Energien blockieren, betonte BI-Sprecher Michael Peukert bei einem Infoabend vor gut 150 Zuhörern in der voll besetzten Gaststätte „Takis Taverne“. „Aber wir wollen abgesichert sein, wenn etwas passiert“, so Peukert weiter. Befürchtet werden vor allem kleinere Erdbeben – sogenannte Mikrobeben – wie in Poing oder Landau, die zu Schäden an den Häusern führen könnten.

Mitglieder wollen 1.750 Unterschriften sammeln

„Dann wollen wir ein sicheres und unkompliziertes Schadensmanagement“, sagte der BI-Sprecher. Kommen Stadt und Betreiber dieser Forderung nach, könne man das Bürgerbegehren auch wieder zurückziehen. So lange aber wollen die BI-Mitglieder die nötigen 1.750 Unterschriften sammeln und einen Bürgerentscheid anstreben, der ein sofortiges Ende der Planungen zum Ziel hat.

Angst vor dem Wasser und Gasen

Die Zusicherungen, die Stadt und Betreiber bei einer Informationsveranstaltung vor einigen Wochen gegeben haben, reichen Peukert und seinen Mitstreitern nicht aus. In Puchheim bestehe vielmehr eine besondere Risikosituation. „Durch den hohen Grundwasserspiegel stehen die Häuser quasi im Wasser“, sagt Peukert. Kommt es durch Mikrobeben zu Rissen in den Kellerwänden, drohe ein Wassereinbruch.

Außerdem stünden weite Teile Puchheims auf einer ehemaligen Mülldeponie. Deshalb befürchtet der BI-Sprecher den Austritt giftiger Stoffe oder Gase, wenn sich durch Beben Risse im Erdreich bilden. „Außerdem ist der Untergrund nicht so gefestigt wie normales Erdreich“, sagte Peukert. Das könnte seiner Ansicht nach zu größeren Schäden als üblich führen.

BI hält Versicherungssumme für zu wenig

Dass Stadt und Betreiber für etwaige Schäden haften, beruhigt die BI-Mitglieder nicht. Zum einen erscheint Peukert die Versicherungssumme von insgesamt 20 Millionen Euro sehr gering. „Jeder Kfz-Haftpflicht hat schon eine Deckungssummer von 100 Millionen Euro.“ Ob die Stadt tatsächlich gesamtschuldnerisch haften darf, wie von Bürgermeister Norbert Seidl angekündigt, bezweifelt der BI-Sprecher ebenfalls. „Schließlich geht es hier um Steuergelder.“

Die Sache mit der Beweislast

Seidls Zusicherung, dass die Beweislast bei etwaigen Schäden beim Betreiber liege, sei falsch. Laut Bundesberggesetz müsse der Betreiber eben gerade nicht vollumfänglich nachweisen, dass er keine Schuld an auftretenden Schäden habe. Im von Peukert vorgelegten Gesetzestext heißt es vielmehr, dass „es genügt, dass er eine andere plausible Ursachenkette für den Schadenseintritt darlegt, um die Vermutungswirkung zu erschüttern“.

„Da wird sicher schnelle etwas gefunden, damit der Betreiber nicht zahlen muss“, glaubt Peukert. Ähnliche Erfahrungen hat zumindest Gastredner Werner Müller aus Landau gemacht, der seit geraumer Zeit um Entschädigungen für Schäden im Umfeld der dortigen Geothermie kämpft. Müller berichtete von großen Problemen mit dem Betreiber, der auch die Puchheimer Anlage in Betrieb nehmen will.

Notfallplan von Stadt gefordert

Um dem vorzubeugen, fordern Peukert und seine BI-Mitstreiter einen Notfallplan der Stadt. „Es muss eine Rufnummer geben, an die man sich im Schadensfall wenden und eine Abwicklung etwaiger Schäden unkompliziert in die Wege leiten kann“, sagte der BI-Sprecher. Dies sei das Mindeste, das die Stadt tun könne.

Andreas Daschner

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