Tierfreunde Brucker Land

Ohne Hilfe folgt Aufnahme-Stopp

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Der im September geborene Rusty sucht mit seinem Bruder noch ein Zuhause - wenn die Tierfreunde Brucker Land keine längerfristige finanzielle Hilfe bekommen, muss der Verein seine Tierauffangstation schließen und Rusty auf die Straße.

Überacker – Entsetzt, empört, ratlos: So reagierten die Tierfreunde Brucker Land e.V. auf die Nachricht, dass die Bürgermeister des Landkreises ihre Bitte nach finanzieller Unterstützung der Tierauffangstation in Überacker abgeschlagen haben. Auf die Frage, wie es jetzt weitergehen könnte, hat bei den Tierfreunden derzeit niemand eine Antwort.

Tierfreunde-Vorsitzende Heidi Minderlein, die vom Maisacher Bürgermeister Hans Seidl nach der Bürgermeister-Dienstbesprechung über den folgenschweren Beschluss seiner Kollegen informiert wurde, kann es nicht fassen: „Ist den Bürgermeistern denn bewusst, was jetzt auf sie zukommt? Sie sollten schnell ein Zimmer im Rathaus für Fundtiere herrichten, die jetzt bei den Fundämtern abgegeben werden müssen. Denn da wir nicht wissen, wie es weitergeht, müssen wir natürlich sofort einen Aufnahme-Stopp in Überacker verhängen.“

Kein Nachfolger für Vorsitzende Minderlein

Aus gesundheitlichen Gründen ist es der langjährigen Vorsitzenden nicht mehr möglich, in diesem Jahr noch einmal für dieses Amt zu kandidieren und die Leitung der Tierauffangstation weiterzuführen. Alle Arbeiten in Verein und Tierstation werden derzeit ehrenamtlich ausgeführt. Trotz mehrfacher Mitglieder-Information, Aufruf in der Presse und Fusionsgesprächen mit anderen Tierschutzorganisationen war es dem Verein nicht möglich, einen Nachfolger zu finden, der den Vereinsvorstand und die Tierheimleitung ehrenamtlich übernehmen wollte.

Landkreis unterstützt - Bürgermeister der Kommunen nicht

Daher übergaben die Tierfreunde im August vergangenen Jahres einen offenen Brief an den Maisacher Bürgermeister Seidl und seine Landkreis-Kollegen. Darin baten sie um eine jährliche Pauschale von 50 Cent pro Einwohner der Kommunen, um eine Tierheimleitung in Vollzeit und einige Tierpfleger auf 450-Euro-Basis finanzieren und eine drohende Schließung der Tierauffangstation abwenden zu können. In mehreren Landkreisen werden so die Tierschutzvereine unterstützt.

In der Tierauffangstation in Überacker finden jährlich bis zu 400 Tiere Zuflucht, seit der Eröffnung Ende 2007 wurden über 3.500 Tiere betreut. Wie wichtig der Verein mit seinem Tierheim für den Landkreis ist, hatte der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Hans-Werner Merk, in einer Sitzung des Kreisausschusses erklärt: „Wir sollten die Auffangstation dringend erhalten. Sie ist für uns systemrelevant.“ Denn oft helfen die Tierfreunde dem Veterinäramt und nehmen Tiere auf, die den Besitzern wegen schlechter Haltung entzogen werden. Deshalb genehmigte der Kreisausschuss dem Verein erstmalig in diesem Jahr eine finanzielle Unterstützung von 7200 Euro. Diese Summe bemisst sich an den Kosten für eine 450-Euro-Kraft.

Nicht nur Fundtiere, auch Abgabetiere

Warum die Bürgermeister dem Beispiel des Landkreises nicht folgen wollten, ist für die Tierfreunde unerklärlich. Heidi Minderlein, die maßgeblich am Aufbau der Tierauffangstation beteiligt war, klagt: „Es geht ja nicht nur um die Fundtiere. Rund 80 Prozent unserer Schützlinge sind Tiere, die einfach abgegeben werden.“ Und dann kämen noch die Notfälle dazu. So wie erst letzte Woche, als die Fürstenfeldbrucker Polizei anrief und darum bat, dass sich jemand um die Katze kümmert, die in der Wohnung ihres verstorbenen Herrchens ohne Versorgung hauste.

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