Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hielt beim Jubiläum die Festrede 

Bürgerstiftung: 15 Jahre bürgerschaftliches Engagement im Landkreis 

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Die Vorstände der Bürgerstiftung Dorothee von Bary und Helmut Stolle, der Orchesterleiter Frank Wunderer, Prof. Dr. Norbert Lammert und Gerda Hasselfeldt freuten sich über die gelungene Improvisation der Bluestrings.

Fürstenfeldbruck – Dass zwischen dem 65. Geburtstag des Grundgesetzes, der Entwicklung des  Sozialstaates und dem 15. Geburtstag der Bürgerstiftung durchaus ein Zusammenhang besteht, zeigte Professor Norbert Lammert  in seiner Festrede in Fürstenfeldbruck auf. 

Als Festredner anlässlich des Jubiläums der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck am 26. Mai 2014 gelang es dem Bundestagspräsidenten mit Bravour, diesen Bogen zu spannen. Ist es doch nach seiner Ansicht eben das Grundgesetz, das uns die Basis für unseren inzwischen sehr ausgeprägten Individualismus beschert. Jeder will alle Freiheiten haben, für sich alleine zu entscheiden – bis er eben an seine Grenzen stößt. Dann ertönt der Ruf nach dem Sozialstaat, der ab nun die Verantwortung übernehmen soll.

Die Sozialausgaben, die immerhin schon rund 50 % des Bundeshaushaltes ausmachen, können nicht immer weiter steigen. „Dafür muss man kein Mathematiker sein“, so Lammert. Er hält ein Umdenken in der Gesellschaft für nötig und sieht das bürgerschaftliche Engagement in einer wichtigen Rolle. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog habe einmal gesagt: „Es gibt viele demokratische Tugenden, Bequemlichkeit gehört nicht dazu.“ „Ein kluger Satz“, wie Lammert findet. „Die erste demokratische Tugend ist Verantwortung, Verantwortung für sich selbst und Mitverantwortung für das eigene Land.“

Um mehr Verantwortung in der Region zu übernehmen, entstehen seit 15 Jahren immer mehr Bürgerstiftungen in Deutschland. Die aus Fürstenfeldbruck war damals die siebte, heute gibt es 259. Die Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck hat sich in den wenigen Jahren gut gemausert. Waren es zu Beginn 147 Privatpersonen und Unternehmen, die 134.000 DM zusammengetragen haben, um ihre Vision auf den Weg zu bringen, so sind es heute bereits 381 Stifterinnen und Stifter. Das Grundstockvermögen der Stiftung beläuft sich auf 4,2 Mio. Euro. Die Stiftung am Laufen halten vor allem die rund 300 Zeitspender. Sie engagieren sich in den zahlreichen Projekten der Bürgerstiftung. Hierzu zählen die vier Tafeln im Landkreis, das Neugeborenen-Besuchsprogramm „Willkommen im Leben“, das Schuldenpräventionsprojekt „Knete, Konsum, Kosten und Kredit“, die musikalische Kindergartenförderung „Grundton“, die Streitschlichter an den Schulen, die Radelstrecken des „nahTourBand“ und „Wir lesen vor!“. Hinzu kommen neun Treuhandstiftungen bzw. -fonds.

Mit den Stiftern, Zeitspendern und Partnern der Stiftung feierten das Jubiläum auch Gäste aus der Politik, wie beispielsweise Landrat Thomas Karmasin, der Schirmherr der Stiftung ist, die Landkreisabgeordneten Dr. Thomas Goppel und Alex Dorow, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

Ein ganz besonderes Projekt der Bürgerstiftung half, den Abend des Stifterfestes in gewisser Weise „zu retten“: das JugendJazzStreichorchester „Bluestrings“. Sie waren eigentlich für ein paar kleine musikalische Einlagen vorgesehen. Da sich der Bundestagspräsident aber gewitterbedingt verspätete, kamen die Gäste in den Genuss eines improvisierten Konzertes. Die jungen Musiker begeisterten den Saal und durften sich am Schluss sogar über eine spontane Einladung von Lammert nach Berlin freuen.

 

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