Bürgerstiftung sammelt Spenden

Rettung vor der Abrissbirne

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Das Mosaik, das Jesus und die zwei Emmaus-Jünger darstellt, soll vor der Abrissbirne bewahrt werden.

Germering - Das Mosaik des Künstlers Josef Dering am ehemaligen Seniorenheim Don Bosco droht mit dem Abriss des Gebäudes verloren zu gehen. Das will die Bürgerstiftung für den Landkreis, die den Nachlass des Künstlers verwaltet, unbedingt verhindern. Ob die Rettung möglich ist, ist allerdings ungewiss.

 Peter van Treeck ist ein wahrer Profi in seinem Gewerbe. Seit Jahrzehnten restauriert der Professor für Glasmalerei, Mosaik und Kunstgeschichte Kunstwerke und rettet sie vor der Zerstörung – bisher immer mit Erfolg. Doch an der Entfernung des Mosaiks von Josef Dering, das über dem Eingang des ehemaligen Seniorenheims Don Bosco prangt, beißt sich sogar er die Zähne aus. „Es ist unmöglich“, sagt van Treeck konsterniert. Schuld ist wohl der Künstler selbst. Denn die Klebeschicht, die die Glasplättchen mit dem Beton verbindet, ist maximal einen Millimeter dick – zu dünn, um sie zu durchtrennen. „Das Glas würde sofort kaputt gehen“, erklärt van Treeck. 

Für Dorothee von Bary ist diese Nachricht ein derber Rückschlag. Erst vor wenigen Wochen hatte die Vorsitzende der Bürgerstiftung für den Landkreis, die den Nachlass Derings verwaltet, überhaupt von der Existenz des Werks erfahren. Von Anfang an war klar: Das Mosaik, das Jesus und die zwei Emmaus-Jünger darstellt, muss erhalten bleiben. Also beauftragte die Bürgerstiftung die „Bayerische Hofglasmalerei Gustav van Treek“ damit, das Werk zu entfernen. Nach dem Abriss und dem Neubau eines Seniorenheims, den die Caritas als Eigentümerin plant, sollte es in dem neuen Gebäude einen Platz finden. 

Jetzt soll Schweres Geschütz aufgefahren werden

Damit daraus noch etwas wird, will von Bary jetzt Schweres Geschütz auffahren. Zum Einsatz kommen soll ein Unternehmen, das sich auf das Schneiden von Beton spezialisiert hat. Denn auch Experte van Treeck sieht nur eine Lösung: Den gesamten Betonblock, auf dem das Kunstwerk installiert ist, herausschneiden. Technisch sei das machbar. Doch es ist auch eine Preisfrage. Van Treeck hatte für seine Arbeit rund 12 000 Euro veranschlagt. Mehr dürfte das Herausschneiden nicht kosten. Das Geld will von Bary durch Spenden auftreiben.

Die Zeit wird allerdings knapp. Im April sollen die Bagger anrollen und das Gebäude dem Erdboden gleich machen. Bis dahin muss das Kunstwerk entfernt sein. Sollte die ganze Aktion klappen, dürfen Jesus und seine zwei Jünger an Ort und Stelle bleiben. Caritas-Sprecherin Adelheid Utters-Adam: „Wir möchten damit eine Brücke vom alten zum neuen Gebäude schlagen.“

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