Corona-Alternative

Bürgerversammlung per Videobotschaft: OB Raff berichtet von größten Herausforderungen

Oberbürgermeister Erich Raff erzählt bei Bürgerversammlung in Fürstenfeldbruck von Neuigkeiten
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OB Erich Raff bei einer Bürgerversammlung der vergangenen Jahre - heuer war aufgrund von Corona kein Termin möglich.

Fürstenfeldbruck - Statt der Bürgerversammlung wendete sich OB Erich Raff per Video an die Stadtbewohner

Wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Neuinfektionen wurden die Bürgerversammlungen in der Stadt-Mitte, im Brucker Westen sowie in Aich und Puch abgesagt. Ebenso die geplante Bürgerversammlung für die gesamte Große Kreisstadt, die am vergangenen Donnerstag im Stadtsaal hätte stattfinden sollen. Damit sich interessierte Bürger aber dennoch informieren können, stellte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) eine Repräsentation über die Aktivitäten und Herausforderungen der Stadt per Video-Botschaft online vor.

Corona trifft Haushalt

Dabei ging Raff zunächst auf die Haushaltssituation ein. Die Pandemie hat erhebliche Auswirkung auf den Haushalt der Stadt. So musste Ende August ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden. Da die Einbußen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer durch erhöhte Schlüsselzuweisung, durch die Gewerbeersatzsteuer des Bundes und des Landes, sowie durch Kürzungen im Haushalt und Verschiebung von Projekten aufgefangen werden konnten, muss die Stadt keine Schulden machen. Bei der Kreisumlage rechnet Raff damit, dass der Landkreis zur Erfüllung seiner Aufgaben, die Umlage von geplanten 46 Prozent erhöhen wird.

Die großen Investitionen

Zu den größten Investitionen der Stadt zählen der Neubau der Schule West II (26 Mio. Euro), der Bau der Feuerwache II (6,3 Mio. Euro, der Bau der Kinderkrippe am Buchenauer Platz (3 Mio. Euro) sowie die Verlagerung des Bauhofs (9 Mio. Euro). Trotz aller Investitionen und Planungen sei die Stadt aber sorgsam mit den Steuergeldern umgegangen. Der Schuldenabbau in den letzten fünf Jahren betrug 11,3 Millionen Euro und für den Nachtragshaushalt musste kein weiterer Kredit aufgenommen werden.

Immer mehr nutzen ÖPNV

Ein großes Thema ist nach wie vor das Verkehrskonzept. Der Landkreis habe das Bussystem stark ausgebaut, um die Klimaziele im Landkreis auch zu erreichen. So sei das Fahrgastaufkommen an Werktagen um 26 Prozent und an den Wochenenden gar um 77 Prozent in den vergangenen drei Jahren gestiegen, berichtete er von einer erfreulichen Entwicklung. Dafür wendet der Landkreis rund zehn Millionen Euro auf. Im Hinblick auf eine saubere Umwelt nehme man das Geld aber sehr gerne in die Hand, so Raff. Zum Umweltgedanken zähle auch der Radverkehr. Hier strebt die Stadt eine Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune an. Die von der Kommission im vergangenen Jahr dazu auferlegten Hausaufgaben sind trotz Corona größtenteils erfüllt worden, so dass die Stadt heuer noch mit der Auszeichnung rechnet.

Zuganzeigen fehlen in Buchenau nach wie vor

Zwar konnte im Juli der barrierefreie Bahnhof Buchenau eingeweiht werden, aber ärgerlich seien immer noch die fehlenden Zuganzeigen im Zugangsbereich. Der Neuverlauf der Staatsstraße 2054 aus dem Innenstadtbereich soll im nächsten Jahr weiter vorangetrieben werden, nachdem Straße bereits auf die Neulindacher Umfahrung verlegt worden ist, so dass die Landsberger- und Schöngeisinger Straße fahrradfreundlicher werden.

Die Stadt geht auch weiter die Energiewende an. Bis 2035 will die Stadt C02-neutral sein. Mit weiteren Windrädern schaue es da eher schlecht aus, vielmehr sind weitere Solarfelder im Landkreis von den Stadtwerken geplant. Man werde auch weiterhin das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Umgestaltung vieler Gelände

Als ganz große Herausforderung für die Zukunft sieht Raff die Umplanung des Fliegerhorstes an. Hier besteht für Bruck, die umliegenden Gemeinden und den Landkreis eine einmalige Chance, dieses 300-Hektar große Areal eines Tages zu entwickeln. Die Stadt strebt im Vorfeld einen städtebaulichen Wettbewerb an. Es habe zwar lange gedauert, meinte Raff, aber das Sportzentrum West, sowie der Westpark sind im Werden. Froh sei er auch darüber, dass der städtebauliche Realisierungswettbewerb Aumühle/Lände großen Anklang gefunden hat. Auch für die Bebauung des Grimmplatten-Geländes gibt es einen ersten Rohentwurf, auch dafür wird es einen Wettbewerb geben, kündigte Raff an. Immerhin sollen dort 300 Menschen eines Tages wohnen. Zum Kiesabbau im Rothschwaiger Wald will Raff intervenieren. Die Grundstückeigentümer wurden angeschrieben, aber der OB ist auch bereit mit ihnen zu reden, um das Abbaugebiet auf die Ostseite verlagern zu können. Viele haben bereits ihre Bereitschaft dazu signalisiert. Raff ist zuversichtlich, dass der Wald im Sinne der Umwelt geschont wird.

Video auf der Stadtseite

Der Film kann nicht nur auf der Plattform YouTube, sondern auch auf der städtischen Webseite auf der Startseite sowie in der Rubrik Aktuelles unter „Weitere Filme der Stadt“ aufgerufen werden. Zudem wird er zeitnah auch noch auf der Webseite Brucker Stadtgespräche in der Sparte „Unsere Stadtgespräche“ unter Bürgerversammlung eingestellt.

Dieter Metzler

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