Bürgerversammlung Puch

Zumindest Pucher sind sich bei Langbehnstraße einig

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Unfallträchtig: Die Langbehnstraße kreuzt auf ihrer Einmündung in die B2 einen Radweg.

Brucks zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) stand knapp 40 Puchern im Gemeinschaftshaus Rede und Antwort.

Fürstenfeldbruck – Die Langbehnstraße rückte gleich aus mehrfacher Hinsicht in den Fokus der Diskussion: Neben dem Dauerthema „Straßenumbenennung“ ging es vor allem um die Einmündung in die B2 sowie die geplante Sanierung der Straße. Weitere Themen waren die Verkehrssituation im Ort sowie ein Kindergarten, den es noch gar nicht gibt.

Rasende Landsberger

Nachdem Götz die Anwesenden über das aktuelle Stadtgeschehen informierte – das Themenspektrum reichte von Haushalt, Investitionen, ÖPNV und Klimaschutz bis zur anstehenden Konversion des Fliegerhorstes – kamen die Pucher zu Wort. Und die hatten einiges vorzubringen. Barbara Kessler monierte etwa den viel zu schnell fahrenden Durchgangsverkehr in der Kaiser-Ludwig-Straße: „Das sind meist Fahrer mit Landsberger Nummer, die vom Grünen Zentrum kommen und da durch rasen, obwohl das eine 30er Zone ist“ und die Straße über keinen Gehweg verfüge. Götz schlug vor, als Erstmaßnahme eine Geschwindigkeitsanzeige mit Smiley zu installieren. Darüberhinaus könne man auch mit der Leitung des Grünen Zentrums reden, damit diese das Problem intern thematisiere. Sachgebietsleiterin Birgit Thron von der Brucker Stadtverwaltung ergänzte, dass man im Rathaus auch überlege, ob man nicht ganz Puch zur Tempo-30-Zone machen soll.

Eigener Kindergarten für Puch?

Außerdem wollte Kessler wissen, ob Puch nicht einen eigenen Kindergarten bekommen könne. „Wir haben eine Menge Kinder in Puch, die alle den Kindergarten in Aich besuchen“ und der habe in diesem Jahr erstmals einen Aufnahmestop verhängt, weil es schlicht zu viele Kinder seien. Götz versprach, dies zu prüfen. „Wenn die Zahlen stimmen, kann man das schon auf den Weg bringen.“

Einigung bei Umbenennung

Gesprächsbedarf gab es erwartungsgemäß natürlich über die Langbehnstraße, die nach dem antisemitischen Schriftsteller

Julius Langbehn benannt ist und nach dem Willen eines Arbeitskreises unbenannt werden soll. Gernot Bayreuther sprach sich, wie die Mehrheit der anwesenden Bürger auch, vehement gegen eine Umbenennung aus: „Ich hoffe, dass das Groß der Stadträte auf der Sitzung am 24. April für den Erhalt des Straßennamens mit erklärenden Ergänzungsschildern stimmen wird“, so Bayreuther, der selbst Anwohner besagter Straße ist. Zudem kritisierte er die von der Verwaltung zu diesem Thema durchgeführte Bürgerbeteiligung mittels Online-Abfrage: „Auf dem Bogen gab es zwar eine Zeile für neue Vorschläge, aber keine für die Beibehaltung des Namens.“ Dass von 264 eingegangenen Rückmeldungen trotzdem 180 für den Erhalt der Langbehnstraße gestimmt hätten, ist für Bayreuther ein klares Votum.

Unfallschwerpunkt für Radler

Aber nicht nur die im Raum stehende Umbenennung sorgte für hitzige Diskussionen, auch die Einmündung der Langbehnstraße in die B2 war Thema des Abends, denn an der Kreuzung kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit Radfahrern. „Ich kann Ihnen vier Personen nennen, die dort in letzter Zeit einen Unfall hatten“, sagte ein Zuhörer. Hintergrund ist, dass der parallel zur B2 verlaufende Radweg gegenüber der Langbehnstraße nicht vorfahrtberechtigt ist, was durch die Radwegmarkierung, die quer über die Straße verläuft, allerdings nicht eindeutig hervorgeht. Zudem versperrt eine hohe Grundstücksmauer sowohl Radfahrern, wie auch den Autofahrern, die aus der Langbehnstraße kommen, die Sicht. Götz versprach hier zeitnahe Abhilfe. Der Stadt sei das Problem bekannt und es habe auch schon ein Ortstermin stattgefunden. So sollen die bisherigen Markierungen entfernt werden und ein großes Piktogramm auf dem Radweg sowie ein Vorfahrtsschild auf die Regelung hinweisen.

Eine Anwohnerin erkundigte sich noch, „was aus der Sanierung der Langbehnstraße wird.“ „Erstmal nichts“, erwiderte der zweite Bürgermeister. Solange die Finanzierung nicht geklärt ist – Stichwort Strabs – liege das Vorhaben auf Eis. Den Einwand von SPD-Stadtrat Uli Schmetz, dass nach seinem Kenntnisstand die Kosten hierfür von Freistaat und Stadt zu je 50 Prozent übernommen werden, konnte Götz nicht bestätigen, da dies noch nicht sichergestellt sei.

Peter Fischer

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