Naturschützer gegen Fällung von 70 Bäumen

Erneuter Kahlschlag befürchtet

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70 Bäume sollen an der Industriestraße für drei große Neubauten weichen

Für ein Neubauvorhaben im Brucker Westen sollen bis zu 70 Bäume gefällt werden. Der Bund Naturschutz fordert in einer Stellungnahme an die Stadt den Erhalt des Baumbestandes und die Bebauungspläne entsprechend zu ändern.

Fürstenfeldbruck - Nach den umstrittenen vorzeitigen Rodungen im Kester-Haeusler-Park und auf dem Schleifring-Gelände warnt der Bund Naturschutz (BN) vor einem erneuten Kahlschlag im Stadtgebiet. Entlang der Industriestraße und auf dem Gelände südlich der Sportschule Puch sollen für drei große Neubauten samt Tiefgarage 35 große und 35 kleine Bäume gefällt werden. 

Ein Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere

„Rücksichtslose Planer, die keinerlei Respekt mehr für die Werte von Natur in unserer Stadt haben und rein aus finanziellen Profit-Interessen alles radikal niedermachen“, beklagt Thomas Brückner vom BN das Vorhaben. Die Bäume entlang der Straße und vor allem die Randbepflanzung zum Nachbargrundstück der Sportschule Puch erfüllen inzwischen kleinklimatische Funktionen, übernehmen eine optische, städtebaulich wohltuende Gliederung und sind Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere, betont der BN in seiner Stellungnahme an die Stadt. 

Naturschutz meldet erhebliche Bedenken in der Verkehrssicherheit

Laut Planung fällt der Baumbestand komplett der Bebauung beziehungsweise der nach Norden verlagerten Tiefgaragenzufahrt sowie den oberirdischen Stellplätzen zum Opfer. Für BN-Kreisvorsitzende Eugenie Scherb unverantwortlich: „Dass hier im Wohnumfeld einer fünfgeschossigen Bebauung eine städtebaulich wertmindernde Negativfläche entsteht, dürfte dem Planer, der Stadtverwaltung und auch den Stadträten bewusst sein.“ Ein 0,6 bis 1,0 Meter breiter Grünstreifen oder „kümmerliche Neupflanzungen“ stellen für Scherb keinen adäquaten Ersatz dar. Sie fordert stattdessen den Erhalt eines acht Meter breiten Grünstreifens als Trenngrün, damit auch die Wurzelbereiche der Bäume keinen Schaden nehmen. Auch in Sachen Verkehrssicherheit meldet der BN erhebliche Bedenken an. Durch den erhöhten Lieferverkehr mit Lkw sieht man Fußgänger und Radler, vor allem aber Senioren aus den direkt benachbarten Einrichtungen gefährdet. Mit den Einwänden des BN sowie den Stellungnahmen der anderen Träger öffentlicher Belange wird sich nun der Planungsausschuss befassen. Wann die Sache behandelt wird ist noch unklar. Zudem versuche der Bund Naturschutz mit allen Fraktionen im Stadtrat ins Gespräch zu kommen. 

Peter Fischer

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