Eidechsen besiedeln neue Lebensräume

BUND Naturschutz schafft Lebensraum für seltene Zauneidechsen

Ein Zauneidechsenmännchen.
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Ein Zauneidechsenmännchen.

Mammendorf – Ein kurzes Rascheln, eine blitzschnelle Bewegung und weg ist sie – wer Zauneidechsen beobachten möchte, muss Geduld haben. Auch, weil sie immer seltener werden: Früher in Bayern eine Allerweltsart und auf sonnigen Brachflächen, Wegrändern und Bahndämmen zuhause schwindet ihr Lebensraum zunehmend. 

Auf einer Fläche, die die Gemeinde Mammendorf als Ausgleich für Baumaßnahmen ökologisch aufgewertet hat, kommen die Reptilien jedoch noch vor. Sie profitieren dort von den sonnigen Wiesenflächen und verstecken sich in den umgebenden Gehölzen. Ein weiterer Vorteil ist die Nachbarschaft zur Bahnlinie: Bahndämme sind heute wichtige Verbindungskorridore für Tiere und Pflanzen. Auch Zauneidechsen können sich an ihnen entlang ausbreiten und so neue Lebensräume besiedeln.

Die Wahl der Zauneidechse zum Reptil des Jahres 2019 hat die Ortsgruppe Mammendorf des Bund Naturschutz zum Anlass genommen, etwas für die Tiere zu tun und die Lebensbedingungen für diese auf der Fläche zu verbessern. Dazu wurde auf der Aus-gleichsfläche eine Grube ausgehoben und mit unterschiedlich großen Steinen und Ästen aufgefüllt. Rund um den Haufen entstand ein Sandstreifen, damit die Zauneidechsen darin ihre Eier ablegen können.

Ein solches Eidechsenbiotop bietet mit seinen unterirdischen Hohlräumen frostsichere Verstecke zum Überwintern. Während der warmen Jahreszeit können sich die scheuen Echsen auf den sich rasch erwärmenden Steinen sonnen und bei Gefahr ins Innere des Haufens flüchten. Zauneidechsen erwachen Ende März aus dem Winterschlaf und beginnen im April mit der Eiablage. Die Männchen sind an den Körperseiten grün gefärbt und dadurch gut von Wald- und Mauereidechsen, den beiden anderen heimischen Arten, zu unterscheiden.

Pflegeplan der Ortsgruppe

Die Aktiven der Ortsgruppe haben im Zuge der Arbeiten auch eine der trocken gefallenen Senken auf der Ausgleichsfläche vertieft. Sie soll nun so lange Wasser halten, damit die ebenfalls vorkommenden Erdkröten und Grasfrösche im Frühjahr ein Laichgewässer vorfinden. Mehrere Totholzhaufen auf der Fläche dienen Amphibien und Reptilien als Unterschlupf. Mit dem Pflegeplan, den die Ortsgruppe zusammen mit der Gemeinde Mammendorf für die ökologischen Ausgleichsflächen erarbeitet hat, sollen die Maßnahmen dazu beitragen, mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum zu bieten.

„Ein herzliches Dankeschön geht an alle Beteiligten, die Gemeinde Mammendorf für die Unterstützung sowie Selmayr Erdbau-Sand-Kies und Selmayr Natursteine. Beide Unternehmen haben das Vorhaben mit Rat und Tat unterstützt und das notwendige Material gespendet“, bedankt sich der BUND Naturschutz. Weitere Informationen können unter mammendorf@bund-naturschutz.de erfragt werden.

red

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