Bundesminister Peter Altmaier:

Umwelt und Wohlstand vereinen

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Der Eintrag ins Goldene Buch der Großen Kreisstadt Germering durfte beim Besuch von Bundesumweltminister Peter Altmaier nicht fehlen.

Germering – „Die Energiewende ist wie Pullover stricken“, sagte der 55-jährige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im Amadeussaal in der Germeringer Stadthalle. „Wenn die ersten Maschen falsch sind, dann wird da auch nie ein ordentlicher Pullover draus.“ So sei es auch mit der Energiewende.

Man dürfe nicht nur das Ziel im Blick haben, sondern bereits der Weg dahin müsse genau durchdacht sein, so Altmaier. Auf Einladung der Wahlkreisabgeordneten und CSU-Landesgruppenvorsitzenden Gerda Hasselfeldt war der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung nach Germering gekommen.

Zuvor hatte Altmaier in Begleitung einiger regionaler CSU-Politiker, darunter Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel sowie Brucks Landrat Thomas Karmasin, der Firma Inplus GmbH, einem Software-Spezialisten für Umwelt und Sicherheit, am Therese-Giehse-Platz in Germering, einen Besuch abgestattet. Und der Eintrag ins Goldene Buch der Großen Kreisstadt Germering durfte natürlich anschließend nicht fehlen, bevor der CDU-Politiker über die Energiewende in seiner ganzen Komplexität referierte.

Altmaier gestand eingangs seines knapp einstündigen unterhaltsamen Vortrags ein, dass er als Parlamentarischer Geschäftsführer in der Fraktion für eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke gewesen sei. Nach der Katastrophe von Fukushima habe er aber einen früheren Ausstieg aus der Atomkraft gefordert. „Der Ausstieg ist und bleibt der einzig richtige Weg“, betonte Altmaier. Deutschland brauche aber Modelle, mit denen man gesunde, saubere Energie für den täglichen Gebrauch herstellen könne, so der Umweltminister. Es reiche nicht, dass die Energiewende bis 2050 gelinge, sie muss auch bezahlbar sein, so Altmaier. Die Bezahlbarkeit von Energie besitze sowohl eine wirtschaftliche als auch eine soziale Dimension.

Altmaier wiederholte seine Anfang des Jahres gestellte Forderung nach einer Strompreisbremse, die die rot-grüne Opposition aus wahltaktischen Gründen aber verhindert hatte. Beim weiteren Ausbau von Solar- und Windenergie müsse es stärker um eine kostengünstigere Stromproduktion gehen als in der Vergangenheit. So sprach sich Altmaier auch für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus.

Die Menschen seien an den Wohlstand gewöhnt. Sie wollen ein schnelles Auto fahren, eine Waschmaschine und Mikrowelle nutzen, wollen mit dem Billigflieger in den Urlaub düsen. Und wenn sich die Menschen zwischen Umwelt und Wohlstand entscheiden müssten, würden sie in den meisten Fällen wohl den Wohlstand wählen, bekomme er oft zu hören. Die Lösung müsse jedoch so aussehen, dass Umwelt und Wohlstand vereinbar seien.

Das sei auch der Unterschied zwischen der Politik der Grünen und der CDU, so Altmaier. Die Grünen, die die Atom- und Kohlekraftwerke um jeden Preis abschalten wollen, während die CDU beim Ausstieg den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nicht opfern will. „Unser Ziel ist aber nicht, entweder Umwelt oder Wohlstand, sondern Umwelt und Wohlstand“, rief Altmaier den Zuhörern zu und erhielt dafür minutenlangen Beifall.

Den Grünen warf Altmaier hingegen große Versäumnisse sowohl beim Leitungsbau als auch bei der Forschung nach neuen Stromspeichermöglichkeiten vor. Der Bundesumweltminister hoffe, dass er auch nach den Wahlen noch einige Jahre seinen Beitrag zur Energiewende leisten kann, was wohl so viel bedeute, dass er davon ausgehe, dass die Wahl gewonnen werde.

Dieter Metzler

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