Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

Mobil in der Zukunft: Von fliegenden Taxis und E-Autos

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Über die Zukunft der Mobilität diskutierten (von links) diskutierten Martin Hauschild, Katrin Staffler, Felix Kybart, Hermann Seifert und Dr. Andreas Thellmann.

Flugtaxis, Elektrobusse oder Carsharing? Es gibt viele Überlegungen, wie wir uns in Zukunft fortbewegen. Die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler hat dazu in Olching einen Diskussionsabend zum Thema „Mobilität der Zukunft“ organisiert. „Die Mobilität verändert sich“, erklärte sie. „Dazu müssen wir in der Politik rechtzeitig reagieren und in den Kommunen die Weichen stellen.“ Deshalb hatte Staffler vier Experten eingeladen: Es diskutierten Felix Kybart, Leiter alternative Antriebe bei der MAN Truck & Bus AG, Martin Hauschild, Leiter Mobilitätstechnologien der BMW Group, Hermann Seifert vom Landratsamt Fürstenfeldbruck sowie Andreas Thellmann von Airbus.

Olching - Thellmann ist bei Airbus für den Bereich „Urban Air Mobility“ zuständig – und was er prophezeite klingt fast unglaublich. „Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten sechs bis acht Jahren in der ersten Stadt Flug- taxis unterwegs sind“, erklärte er. Die Einführung soll zwar nicht in kleinen Städten wie Fürstenfeldbruck sondern in Mega-Citys mit mindestens zehn Millionen Einwohnern geschehen – es wäre aber trotzdem eine bahnbrechende Entwicklung, die nach und nach ausgeweitet werden könnte. Bei Airbus arbeitet man gemeinsam mit Siemens gerade mit Hochdruck an der neuen Technologie. Die Flugtaxis sind mit einem Elektromotor ausgestattet und werden vollkommend autonom ohne Pilot gesteuert. „Anfang nächsten Jahres wollen wir den ersten Flugversuch starten“, kündigte Thellmann an. Er hat schon ein genaues Konzept vor Augen. Demnach sollen die Flugtaxis über bestehenden Straßen und Schienen in einer Höhe von mindestens 500 Metern unterwegs sein. „Sie sollen nicht mehr kosten als ein Autotaxi“, sagt er. „Wie ein normales Taxis bestellt man sie sich für bestimmte Anlässe.“ Ein Linienverkehr sei dagegen nicht geplant. 

Möglichst wenig Barrieren, um die Verkehrsmittel zu wechseln

Für die alltäglichen Verkehrsprobleme sind also weitere Lösungen nötig. Für den Landkreis Fürstenfeldbruck setzt Hermann Seifert vom Landratsamt dabei vor allem auf eine bessere Vernetzung von verschiedenen Verkehrsmitteln. „Wir brauchen ein vollumfängliches Bezahlsystem für so viele Mobilitätsangebote wie möglich“, erklärte er. Für die Kunden müsse es möglichst wenige Barrieren geben, um die Verkehrsmittel zu wechseln. „Schon wenn man neue Wohngebiete plant, sollte man solche Fragen bedenken“, forderte er. Dass in einem Mobilitätsmix die Zukunft liegt, darin waren sich auf dem Podium alle einig. Ökologischer, praktischer und platzsparender soll der Verkehr werden. Felix Kybart sprach sich dazu für mehr Elektromobilität aus. Bereits jetzt fahren immer mehr Busse und Lkw mit diesem Antrieb. Weil die Technik nicht nur umweltschonend sondern auch leise ist, sieht er darin Potential, den Verkehr zu den Stoßzeiten zu entlasten. „Wenn es keine Lärmbelästigung mehr gibt, könnte man den Lieferverkehr beispielsweise in die Nacht verlegen“, erklärte er. Auch bei den Autos rechnet Kybart damit, dass bald der Durchbruch für die Elektromobilität kommt. „Die nächsten drei bis fünf Jahren wird es Fahrzeuge geben, die preislich genauso viel kosten wie ein Diesel oder ein Benziner“, sagte er. „Sie sollen eine Reichweite von mindestens 400 Kilometer haben.“ 

"Wir brauchen den Mut, Dinge auszuprobieren"

Ob diese Autos dann noch einzelnen Personen gehören oder gemeinschaftlich genutzt werden, ist eine der Fragen, mit denen sich Martin Hauschild beschäftigt, der für BMW neue Verkehrskonzepte erstellt. Gerade im städtischen Bereich sieht er viel Potential im Carsharing. Sein Konzept: „Statistisch gesehen muss für jeden Kunden innerhalb von 300 Meter ein Fahrzeug bereit stehen.“ Auf dem Land wiederum brauche es andere, individuelle Lösungen. Eins sei aber überall gleich, damit die Verkehrswende gelingen kann, so Hauschild: „Wir brauchen den Mut, Dinge auszuprobieren.“ 

Claudia Schuri

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