Beim Neujahrsempfang im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck kamen aktuelle Probleme zur Sprache 

OB Kellerer: "Bundeswehr durchlebt ein Wechselbad der Gefühle"

+
200 Gäste kamen zum Neujahrsempfang des Standortältesten ins Offizierheim im Brucker Fliegerhorst

Fürstenfeldbruck – Mit großer Freude und Dank nahmen Landrat Thomas Karmasin und Oberbürgermeister Sepp Kellerer bei der Neujahrsansprache des Standortältesten und Kommandeurs der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw), Brigadegeneral (BG) Bernhardt Schlaak, die Nachricht auf, dass die Luftwaffe zehn Unterkünfte für spanische Facharbeitskräfte vorübergehend bereitstellt. Bis zur Auflösung des Fliegerhorstes und den Abzug aller Soldaten sei es sehr wichtig, den Kontakt mit den umliegenden Kommunen zu pflegen und weiter aufrecht zu erhalten, sagte Schlaak.

So sei man von militärischer Seite auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen bereit, wenn es dem Ziel der Konversion in Kooperation diene. Mit der Bereitstellung unterstütze die Luftwaffe das gemeinsame Projekt von Landkreis und Stadt zur Gewinnung von spanischen Fachkräften aus der Partnerstadt Almunecar, die hier Arbeit gefunden haben, aber noch keine Wohnung. Für die zugesagte Unterstützung erhielt der Standortälteste viel Beifall von den ca. 200 geladenen Gästen, darunter viele kommunalpolitische Vertreter aus dem Landkreis, der Polizei, Kirche, Schulen, Behörden und Banken. 

Brigadegeneral Bernhardt Schlaak, Landrat Thomas Karmasin, OB Sepp Kellerer und Maisachs Altbürgermeister Gerhard Landgraf im Gespräch

Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang vom Blechbläserquintett des Luftwaffenmusikkorps 1 aus Neubiberg unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Horst Kirch. BG Schlaak dankte den Anwesenden für die Wertschätzung, die den Soldaten von der Bevölkerung entgegengebracht wird und informierte über die Veränderungen am Standort. Von den ca. 4.700 Soldaten in den Einsatzgebieten sind aus dem Standort knapp 90 Spezialisten, Ärzte und IT-Fachleute, Soldaten und zivile Mitarbeiter im Jahr 2013 im Auslandseinsatz gewesen. 

Der Standortälteste des Fliegerhorstes und Kommandeur der Offizierschule der Luftwaffe, Brigadegeneral Bernhardt Schlaak, bei seiner Neujahrsansprache

Das Kommando der 1. Luftwaffendivision wurde aufgelöst und existiert nur noch als Nachkommando bis zum März mit sechs Soldaten. Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe firmiert neu unter der Bezeichnung Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe und soll noch bis 2018 am Standort verbleiben. Die OSLw hat im Jahre 2013 eine neue Organisationsstruktur erhalten. Das Personal wurde aufgrund der gesunkenen Lehrgangsteilnehmerzahlen von 500 auf 300 Soldaten und zivile Mitarbeiter verringert. Unverändert bleibt das Ziel, den Lehrgangsbetrieb der OSLw am Standort Roth im Jahre 2018 aufzunehmen. Mit dem 110. Offizierlehrgang des Truppendienstes wurde die Offizierausbildung umgestellt. So wurde die Grundausbildung ausgegliedert. Sie wird bereits seit ersten Juli 2013 in Germersheim und Roth durchgeführt. 

 Mit viel Beifall bedacht wurden Hauptfeldwebel Fischer und Hauptmann Pirnja, die beiden Organisatoren des Erbsensuppenverkaufs am Brucker Christkindlmarkt. Den Spendenbetrag von 13.092 Euro erhielten ein Kindergarten in der Kreisstadt, die Palliativabteilung des Brucker Klinikums und die Behindertenwerkstatt sowie das Bundeswehrsozialwerk und das Soldatenhilfswerk. „Das macht Mut“, sagte BG Schlaak nach den beiden Grußworten von Landrat Thomas Karmasin und OB Sepp Kellerer, die beide die vertrauensvolle und intakte Verbindung von Stadt und Landkreis herausstellten. Die Bundeswehr war für uns nie nur ein Wirtschaftsfaktor, sagte Karmasin. „Wir haben sie immer als Freunde empfunden. Uns ist bewusst, wie schwierig und belastend die momentane Situation für die Soldatinnen, Soldaten und zivilen Mitarbeiter ist. Sie können auf uns zählen. Ich wünsche den Betroffenen und den Entscheidungsträgern viel Kraft für die vor uns liegenden Herausforderungen.“  

Karmasin dankte dem Standortältesten und seinem Vorgänger, Generalmajor Robert Löwenstein, für das Entgegenkommen bei der Schaffung der neuen Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972. Die Bundeswehr durchlebe "ein Wechselbad der Gefühle", sagte OB Kellerer. Es herrsche Unsicherheit, wo soll sie und wo darf sie eingesetzt werden. Die Stimmung sei  schlecht , zitierte Kellerer den jüngsten Bericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus, und auch die Ausrüstung sei  schlecht . Die Überplanung des 200 Hektar großen Fliegerhorstes bezeichnete der Brucker Rathauschef für die Stadt als eine Herkulesaufgabe.

 Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesen

Mit Picknickkorb zum Kloster
Mit Picknickkorb zum Kloster
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam
Grundschüler ernten und kochen gemeinsam
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park

Kommentare