Faschingszug in Mammendorf

Buntes Narrentreiben: Rund 3.500 Besucher feierten in Mammendorf

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Mammendorf - Auch in diesem Jahr rollt der Faschingsumzug mit 25 Wägen und 13 Fußgruppen wieder durch den Ort.

Weiße Einhörner mit blauem Schweif und glitzerndem Horn ziehen vorbei an den wartenden Clowns, deren bunten Locken im Wind vor sich hin wippen. Zwei kleine Cowboys halten ihre Hüte mit einer Hand fest während sie mit der anderen die großen Tüten umklammern, die nur darauf warten von knallbunten Bonbons gefüllt zu werden. Eilig huschen noch die letzten Giraffen, Leoparden und Piraten über die Straßen Mammendorfs bevor ein lautes Hupgeräusch ertönt. Nur Sekunden später setzt sich der erste Traktor in Bewegung und der diesjährige Mammendorfer Faschingsumzug rollt gemütlich an den etwa 3.500 wartenden Besuchern vorbei. Die Rucksäcke sind geöffnet, die Hände werden in die Luft gehalten und die vielen zuckersüßen Leckereien fliegen in die Menge. 

Trachtenverein D´Moasawinkler verteilt zu den Süßigkeiten auch Äpfel

Doch eine Fußgruppe verteilt nicht nur zuckerhaltige Bonbons, ganz im Gegenteil. Der Trachtenverein D'Moasawinkler hat sich mit einigen Rationen an saftigen, frischen Äpfeln eingedeckt, die sich im Inneren ihres kleinen, selbst gebastelten Segelschiffs verbergen. Natürlich gibt es auch Süßigkeiten, aber die Äpfel kommen als Alternative eben auch gut an. „Wir wollten mal etwas anderes mitbringen,“ erklärt Christian Hittinger. 

Brexit, Trump und das Coronavirus

Das kleine Boot, das von einem Rasenmäher über die Straßen gezogen wird, beschäftigt sich vor allem mit der Fridays for Future Debatte und skandiert mit Sprüchen wie „Ist die Greta auf hoher See schreit der Trump juchee“. Zusätzlich haben die kleinsten Mitglieder des Trachtenvereins noch eine Karte gebastelt, die zeigt, was momentan auf der Welt alles passiert. Neben Brexit, Trump und Coronavirus wird auch das vorangegangene Sturmtief „Sabine“ aufgezählt. „Wir wollten die Jugend einbeziehen und haben uns zusammengesetzt, um zu schauen, welche Themen momentan aktuell sind“, erklärt Hittinger, Vorstand des Vereins. 

Und dann schunkelt das Segelschiff auch schon wieder weiter, denn bei 25 Wägen und 13 Fußgruppen darf kein Stau entstehen und schließlich will jeder einen Blick auf die rauchenden, wackelnden und aufwändig geschmückten Wägen erhaschen. Und auch in diesem Jahr gibt es so einiges zu sehen. Die Burschenschaft Landsberied zuckelt an der staunenden Menge mit einem riesigen Dschungel vorbei und etliche als Koala und Känguru kostümierte Landsberieder schunkeln zur aus Boxen dröhnenden Musik. 

Video zum Umzug

Umweltpolitik und umstrittene Tempolimit wird parodiert

Kurz darauf folgt ein kompletter Zirkus. Giraffen, Tiger, Löwen und einige rotgekleidete Dompteure feiern auf einem zweistöckigen Wagen und werden schon gleich vom Burschenverein Adelshofen abgelöst, deren Wagen sich ganz dem Thema Fußball und dem Film „Die Wilden Kerle“ widmet. Natürlich wurde bei der Gestaltung vieler Wägen die Umweltpolitik oder Thematiken wie das umstrittene Tempolimit auf deutschen Autobahnen parodiert, dennoch gibt es durchaus Fußgruppen und Faschingswagen die sich mit anderen Thematiken auseinandersetzen.

„Es fällt auf, dass verhältnismäßig wenig die internationale Politik aufgegriffen wurde. Die Wagenbauer haben sich mehr mit regionalen Themen beschäftigt,“ fällt Besucherin Manuela positiv auf. Lange ist sie nicht mehr auf dem Mammendorfer Umzug gewesen, oft habe das Wetter nicht mitgespielt. „Dieses Jahr lässt es sich endlich wieder länger draußen aushalten, ohne gleich kalte Füße zu bekommen,“ stellt sie lächelnd fest. Doch da fällt ihr schon ein Clowns-Hut vor die Füße, den es einer Besucherin glatt vom Kopf geweht hat. Zwar hat der starke Wind der letzten Tage deutlich nachgelassen, dennoch müssen auch bei diesem Faschingstreiben einige Tüllröcke fest umklammert werden und hin und wieder weht doch einmal ein Hexenhut an den Besuchern vorbei. 

Nach der Preisverleihung zum Faschingstreiben

Doch das stört die wenigsten und sobald der Umzug vorbei ist, wandern zahlreiche Kostümierte weiter, um sich die anschließende Preisverleihung anzusehen. Dort macht Ettis Bayernstüberl aus Hattenhofen den ersten Platz bei den Faschingswagen und der bunte Zirkus der Alfinetawepe erreichte bei den Fußgruppen ebenfalls den ersten Platz. Nach der Preisverleihung ziehen viele gleich weiter, um das anschließenden Faschingstreiben am Bürgerhaus nicht zu verpassen.

Julia Huß

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