Alles unter einem Dach

Caritas richtet Zentrum für Asyl und Migration ein

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Sie informierten über das neue Zentrum für Asyl und Migration (von links): Fachdienstleiterin Monika Grzesik, Landrat Thomas Karmasin, Caritas-Zentrumleiterin Birgit Weiß sowie die Pressesprecherin des Diözesan-Caritasverbandes, Adelheid Utters-Adam.

Für 2473 Asylbewerber und 1.000 Ehrenamtliche: Caritas richtet Zentrum für Asyl und Migration (ZAM) in Fürstenfeldbruck ein.

Fürstenfeldbruck – In rund 80 Unterkünften, verteilt auf 19 Kommunen im Landkreis einschließlich der Erstaufnahmeeinrichtung im Brucker Fliegerhorst, befinden sich derzeit 938 Menschen im laufenden Asylverfahren sowie 658 abgelehnte Asylbewerber und 877 sogenannte „Fehlbeleger“ (subsidiär Schutzberechtigte, Personen mit Abschiebeverbot). Für diesen Personenkreis sowie für die rund 1.000 aktiven ehrenamtlichen Helfer ist die Caritas Fürstenfeldbruck Ansprechpartner.

Beratung war kaum aufrecht zu erhalten

Seit Jahrzehnten schon berät und begleitet die Caritas Geflüchtete und Migranten. Durch das starke Anwachsen der Asylsuchenden in den Jahren 2014 und 2015 musste die Asylsozialberatung und die Koordination der Ehrenamtlichen ausgebaut werden, um den Menschen, die zum Teil mit schweren traumatischen Erfahrungen im Heimatland und auf der Flucht belastet sind, gerecht zu werden und ihnen beim Ankommen in einer fremden Kultur zu helfen.

Bisher führte die Caritas diese Beratungen und Unterstützungen dezentral in den zahlreichen Unterkünften im Landkreis vor Ort durch. „Das war häufig in dem Umfang, wie es hätte sein sollen, nicht so möglich“, sagte die Fachdienstleiterin Asyl und Migration, Monika Grzesik bei einem Pressetermin am 14. Dezember im Brucker Caritas-Zentrum. „Vor allem bei Urlaub oder Krankheit war es kaum möglich, die Beratung aufrechtzuerhalten.“

Auf der Grundlage der von der Bayerischen Staatsregierung zum 1. Januar 2018 in Kraft tretenden neuen Beratungs- und Integrationsrichtlinie (BIR), in der die bisherigen Systeme der Asylsozialberatung und der Migrationsberatung zu einer Integrationsberatung zusammengeführt wurden, richtet die Caritas das Zentrum für Asyl und Migration (ZAM) in der Hauptstraße 1 direkt neben ihrem Hauptsitz ein.

Beratung, Vernetzung und Austausch

Mit der neuen Einrichtung führt das Caritas Zentrum die professionellen Hilfen für Geflüchtete und ehrenamtliche Helfer im Bereich Asyl und Migration zusammen. Die neuen Strukturen ermöglichen eine bessere Bewältigung des fachlichen Austausches und zugleich ermöglichen sie, die Übergänge von der Asylsuche zur Integration effektiver zu gestalten. Auch die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Fachdiensten der Caritas und mit Behörden werden deutlich verbessert. Ab 1. Februar wird im ZAM die Asylberatung, die Migrationsberatung für Erwachsene und die Ehrenamtskoordinierung unter einem Dach gebündelt. „Mit diesem Zentrum können wir zuverlässig und bedarfsorientiert beraten und sind auch für die Geflüchteten zentral erreichbar“, fasste Birgit Weiß, die Leiterin des Brucker Caritas-Zentrums, die Vorteile zusammen.

Wöchentliche Beratung in Unterkünften bleibt

Nach wie vor werden in den größeren Gemeinschaftsunterkünften wie in Olching, Mammendorf, Eichenau, Gröbenzell und Maisach noch einmal in der Woche Beratungen abgehalten. In der Erstaufnahmeeinrichtung im Fliegerhorst bleibt alles beim Alten.

Landrat Karmasin begrüßte die Bündelung der Angebote an einer zentralen Stelle. Das mache Sinn, so der Brucker Landrat. Mit der Zentralisierung dürften allerdings auch Personaleinsparungen einhergehen. Für das kommende Jahr bestehe soweit noch Bestandsschutz, allerdings dürfen freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzt werden.

Höhe der Bezuschussung des Landkreis noch unbekannt

Inwieweit und in welcher Höhe der Landkreis die Arbeit der Caritas bezuschusst, wurde vom Kreistag zunächst einmal vertagt. Bisher leistete der Landkreis im Jahr rund 300.000 Euro Unterstützung für die in diesem Zusammenhang stehenden Maßnahmen. Zentrumsleiterin Weiß dankte dem Landrat für die bisherige Zusammenarbeit. Zugleich hofft sie auf eine weiterhin gute Kooperation, wenn im Januar die Asyl- und Migrationsberatung nach der neuen BIR gefördert wird.

Dieter Metzler

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