Kontinuität und Herzlichkeit

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Viel Lob und Anerkennung erhielt der Freundeskreis der Behindertenwerkstatt für sein jahrzehntelanges Engagement.

Fürstenfeldbruck – Die Brucker Caritas-Werkstatt in der Maisacher Straße bietet seit 40 Jahren 200 Menschen mit Behinderung Berufsbildungs- und Arbeitsplätze. Wurde in den Anfängen ursprünglich in der Werkstatt nur eine Art Beschäftigungstherapie ausgeübt, so genießt die Werkstatt längst einen hohen Stellenwert und eine große Akzeptanz bei ihren Kunden. Mit einem Festakt im großen Stadtsaal feierte die Caritas-Werkstatt am sechsten Oktober ihr 40-jähriges Bestehen im Stadtsaal im Veranstaltungsforum Fürstenfeld.

Nach einem Festgottesdienst, den Dekan Albert Bauernfeind und Caritasdirektor, Prälat Hans Lindenberger, gemeinsam in der Klosterkirche Fürstenfeld zelebrierten, trafen sich die Beschäftigten der Werkstatt und ihre Angehörigen mit Vertretern von Kirche, Caritas, Landkreis und Kommunen im Stadt- saal des Veranstaltungsforums zu einer glanzvollen Feier. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ingegerd Schäuble vom Schäuble-Institut für Sozialforschung aus München. 

„Ich finde es nett, wenn ich so ins Rampenlicht gestellt werde“, meinte Landrat Thomas Karmasin bei seinem Grußwort in angestrahltem Schein- werferlicht. „Aber lieber wäre es mir, wenn ich alle die sehen könnte, die heute ins Rampenlicht gestellt gehören.“ Der Beleuchter reagierte sofort und erhellte den bis auf den letzten Platz besetzten Saal. Er sei froh, dass die Werkstatt vor 40 Jahren gegründet worden sei, so Karmasin. Sie stehe für Kontinuität, aber auch für Herzlichkeit. Als Glücksfall für sein Haus bezeichnete der Brucker Landrat die Mitarbeiter der Cafeteria, alle Angehörige der Werkstatt, die seit elf Jahren die Cafeteria führen. Auch dem Freundeskreis der Werkstatt zollte Karmasin für das jahrzehntelange Engagement großen Respekt. 

Der Sozialreferent der Stadt, Stadtrat Jan Halbauer (Grüne), überbrachte die Glückwünsche des verhinderten Oberbürgermeisters Klaus Pleil und bezeichnete die Werkstatt als einen nicht mehr wegzudenkenden Teil der Brucker Inklusion. „Eine Gesellschaft zeich- net sich dadurch aus, wie sie mit den Schwächsten umgeht“, so Halbauer. Wolfgang Obermair, der Vorstand des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising, stellte in seinem Grußwort die Wandlung von der Betreuung der Menschen mit Behinderung hin zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. Durch die Möglichkeit einer Arbeit werde ihnen zugleich eine Wertschätzung zuteil. „So sein und dabei sein“, so Obermair, „die Brucker Werkstatt zeigt, Tag für Tag, dass das geht.“

Als den Höhepunkt der Feier kündigte die Moderatorin den Auftritt der Theatergruppe der Brucker Werkstatt an. In einem halbstündigen Auftritt ließen 19 Beschäftigte der Werkstatt und deren Leiterin Beate Feldbauer 40 Jahre Werkstatt-Geschichte Revue passieren. Die Brucker Werkstatt wurde am ersten März 1974 in der Alten Schule von Puchheim-Ort eröffnet. Noch im gleichen Jahr gründeten Sportler-Ehefrauen des FC Puchheim den „Freundeskreis der Behindertenwerkstatt“, der sich aus steuerrechtlichen Gründen vom Sportverein später abkoppelte und ein eigener Verein wurde. Als das Haus in Puchheim zu klein wurde, fand die Werkstatt nach einigen Jahren ein neues Zuhause in Fürstenfeldbruck. 

In seiner Laudatio stellte Lindenberger das große Engagement des Freundeskreises heraus. „Ihr seid die Schutzengel der Werkstatt. Was ihr in 39 Jahren „erbastelt“ und „erwerkelt“ habt, das ist vorbildlich und wirkt über den Landkreis hinaus.“ Die Mitglieder des Vereins produzierten Kunsthandwerkliches rund ums Weih- nachtsfest, um es auf einem zweitägigen Adventsbasar zusammen mit selbstgebackenem Kuchen, Snacks und Getränken zu verkaufen. Seit 39 Jahren findet der Basar in der Puchheimer Schule am Gerner Platz statt, der durch eine Tombola abgerundet wird. In den 39 Jahren wurden so 265.000 Euro an die Brucker Werkstatt übergeben. In Anerkennung für die 40-jährige Treue und Freundschaft zeichnete der Caritasdirektor den Freundeskreis der Behindertenwerkstatt mit der Pater-Rupert-Mayer-Medaille in Bronze aus. 

Bevor sich die Festgesellschaft anschließend über das Büffet hermachte und dann die Veranstaltung mit Musik und Tanz ausklingen ließ, sorgte der Kurzauftritt der aus Überacker stammenden Kabarettistin Martina Schwarzmann für viel Heiterkeit.

Dieter Metzler

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