kbo-Isar-Amper-Klinikum

Mit Chefarzt wird Psychiatrie nun selbstständig

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Bringen die Psychiatrie in die Region (von links): der ärztliche Direktor Peter Brieger, Pflegedienstleiterin Christine Ernst-Geyer und der neue Chefarzt Nicolay Mastrander vom kbo-Isar-Amper-Klinikum.

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum in Fürstenfeldbruck hat ab sofort einen Chefarzt. Bislang war das psychiatrische Krankenhaus eine Abteilung des Isar-Amper-Klinikums in Haar.

Fürstenfeldbruck – Mit Chefarzt Nicolay Marstrander ist die Klinik nun innerhalb des Verbunds der Kliniken des Bezirks Oberbayern selbstständig.

Marstrander kennt Fürstenfeldbruck gut. Der gebürtige Norweger war nicht nur seit der Eröffnung im Jahr 2016 dort Oberarzt, sondern leitete zudem von 2007 bis 2016 die psychiatrische Tagesklinik und Ambulanz, die im Kreisklinikum untergebracht war. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter: Der 48-jährige dreifache Vater wird Chefarzt und leitet damit die Klinik gemeinsam mit der Pflegedienstleiterin Christine Ernst-Geyer.

Geringe Hemmschwelle durch kurze Wege

„Fürstenfeldbruck ist für uns ein wichtiger Standort“, sagt Peter Brieger, Ärztlicher Direktor des kbo-Isar-Amper-Klinikums. Bislang mussten die Patienten quer durch München, um bei psychischen Erkrankungen oder Krisen eine ärztliche Versorgung zu bekommen. Gerade bei den immer häufiger auftretenden Belastungskrisen wie Depressionen oder Burnout sei dies eine große Hemmschwelle gewesen, wie der neue Chefarzt Mastrander ergänzt.

2.000 stationäre Fälle in Bruck

Die Klinik in Haar ist laut Brieger als Koloss zu groß geworden und die Wege zu weit. „Deshalb ist es wichtig, in die Region zu gehen“, sagt er – so wie in Bruck geschehen. Die Fallzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2017 wurden in den Brucker Krankenhaus 2.000 Fälle stationär, 4.000 Fälle Ambulant und 700 Fälle in der Tagklinik behandelt.

60 Prozent mit Demenzerkrankungen

„Wir decken dabei die allgemeine Psychiatrie, die Suchtpsychiatrie und die Gerontopsychaitrie ab“, sagt Mastrander, der als Oberarzt maßgeblich am Aufbau der Klinik beteiligt war. Der Schwerpunkt mit rund 60 Prozent der Fälle liege dabei bei der Gerontopsychaitrie mit Demenzerkrankungen. Als Vollversorger ist die Klinik aber verpflichtet, alle psychiatrisch erkrankten Patienten aufzunehmen. Ein große Herausforderung wie Mastrander betont. „Eigentlich ist die Klinik dafür jetzt schon wieder zu klein“, sagt er – zumal es in der Region auch zu wenig niedergelassene Psychiater gebe. Darum müsse man neue Wege und Konzepte finden, um die Patienten zu behandeln. Die Behandlung auch von Akutfällen in der Ambulanz sowie die Tagespflege sieht Marstrander als gangbare Wege an. „Wie das funktionieren kann, sieht man auch bei einem Blick ins Ausland, wo die Abdeckung durch Kliniken nicht so hoch ist, wie in Deutschland“, sagt der Norweger.

Vom Ober- zum Chefarzt

Der neue Chefarzt, der magna cum laude promovierte, wird künftig aber nicht mehr so oft wie bisher direkt am Patienten arbeiten können. „Dennoch werde ich in die Behandlungen eingebunden sein“, sagt er. Dass er das Geschäft als bisheriger Oberarzt aus dem Effeff kenne, sei dabei hilfreich – auch im Ärztekollegium: „Die schätzen das sehr.“ Sein Studium absolvierte Marstrander übrigens im Ruhrgebiet. Nach Bayern, genauer gesagt nach Tutzing, verschlug ihn dann die Liebe: Er ist mit der dortigen Gemeinderätin Verena von Jordan-Marstrander liiert.

Andreas Daschner

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