Als Christ unter Muslimen - Maurice Younan aus Beit Jala referiert in Fürstenfeldbruck

„Im Schatten der Mauer“- Vortrag am Montag, 7. Dezember 2009, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Gnadenkirche, Am Sulzbogen, Eingang Ettenhofer Straße Es referiert: Maurice Younan, Verwaltungsfachmann in der evangelischen Schule Talitha Kumi in Beit Jala (Nachbarstadt von Bethlehem)

Er berichtet über die Situation seiner Kirche, der Evangelisch Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, sowie die derzeitigen politischen Verhältnisse "im Schatten der Mauer". Gütezeichen der kleinen Evang.-Luth. Kirche in Palästina ist ihre Schularbeit. Mehr als 3.000 Kinder besuchen die Schulen in Beit Jala (Talitha Kumi), Bethlehem, Beit Sahour und Ramallah , darunter etwa 25 % Muslime. Auf diese Weise werden die alten Vorurteile zwischen Christen und Muslimen abgebaut. Auch um den palästinensisch - jüdischen Dialog hat man sich vor allem in Talitha Kumi bemüht. So gab es bis zum Herbst 2000, dem Beginn der sog. Al-Aqsa-Intifada, eine enge Partnerschaft mit Ironi Daleth, einer jüdischen Schule in Tel Aviv, gemeinsame Lehrerfortbildungen und eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Politscher Druck von jüdischer und palästinensischer Seite habe diese Partnerschaft leider schon vor Jahren beendet. Trotzdem halten Talitha Kumi und die anderen Schulen der lutherischen Kirche an ihrer intensiven Friedensarbeit fest. Neben Kindergarten, Grundschule und Gymnasium unterhält Talitha Kumi eine Fachschule, auf der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Gastronomie und Touristik ausgebildet werden. Diese haben gute Chancen, nach ihrer Ausbildung einen Arbeitsplatz zu bekommen, vor allem, wenn der erhoffte Besuch von Pilgern und Touristen in Bethlehem, der Herodesburg Herodion und Hebron wieder zunimmt. Begleitet wird Maurice Younan von Pfarrer Hans-Jürgen Krödel, einem Mitglied des Vorstands des Jerusalemvereins, der Geld für die Erhaltung der Schulen sowie für die diakonische Arbeit der Evang.-Luth. Kirche in Palästina einwirbt. Maurice Younan wird im Gemeindesaal der Gnadenkirche in Fürstenfeldbruck ungeschminkt über die Ängste und Hoffnungen der Christen im Heiligen Land berichten. Auch über die Abwanderung. Die kleine evangelisch-lutherische Kirche im Heiligen Land hat ca. 2000 Gemeindemitglieder, die in 6 Kirchengemeinden leben - Jerusalem, Ramallah, Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour und Amman. Sie geht auf die deutsche Missionsarbeit im 19. Jahrhundert zurück, ist aber seit 1959 eine selbständige Kirche. Durch Emigration ist der Anteil der Christen unter den Palästinensern auf der von Israel besetzten Westbank seit 1967 von damals ca. 10% auf unter 2% abgesunken. Auch die lutherische Kirche hat unter der starken Abwanderung von Gemeindegliedern nach Deutschland, in die USA, aber auch nach Mittel- und Südamerika sehr zu leiden. Unterdessen leben mehr als doppelt soviele palästinensische Lutheraner im Ausland als in der Heimat. Der Vortrag ist öffentlich.

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