Christian Weiler und Gerald "gaahry" Haderlein marschierten einen ganzen Tag lang

92 Kilometer für den guten Zweck marschiert

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Trotz Gewitter, herunterprallender Sonne und 92 Kilometern zu Fuß – Christian Weiler (links) und Gerald Haderlein zeigen sich einen Tag nach dem Marsch überaus gut gelaunt.

Germering – Zwei Männer, eine Idee: 24 Stunden lang marschieren und das für einen guten Zweck. Den Germeringern besser bekannt als Christian Weiler und Gerald „gaahry“ Haderlein durch die Germeringer Gesundheitsmesse GIG, die alle zwei Jahre vom Wirtschaftsverband Germering veranstaltet wird. Um die Zwischenzeit bis zur nächsten Durchführung am 1. bis 2. Mai 2021 zu überbrücken, stellten sich die beiden unterschiedlichen Herausforderungen – eine davon war der „GiG Power Walk 2020“.

Soweit die Füße sie tragen, wollten die zwei Germeringer marschieren. In 24 Stunden die maximale Strecke. Sie starteten am Samstagabend, 27. Juni, um 18 Uhr in Garmisch mit einem großen Ziel vor Augen: Germering. Für gewerbliche und private Spender, sowie die GiG-Family initiierten sie ein „Online-Entertainment-Programm“ auf Facebook. „Und als Anfang Juni eine Challenge ausgelaufen war, kam uns die Idee mit dem GiG Power Walk 2020“, erzählen Christian und gaahry einen Tag nach der großen Wanderschaft. Drei Wochen später, mit einiger Organisation, ging es auch schon los – und das ausgerechnet bei Gewitter, Blitz und Dauerregen. „Die Socken waren komplett aufgeweicht und das gleich zu Beginn des Marsches“, erzählt gaahry. Die Füße täten zwar noch weh, aber die gute Laune überwiegt. Immerhin war jeder Schritt entscheidend, wie sie berichten. Kilometer um Kilometer erkämpften die beiden so die Spende Ihrer Unterstützer für den Germeringer Verein „Kicken für Kinder e.V.“ die wiederum das Geld an das JoMa-Projekt von Tobias und Marion Getz weitergeben. Das Team von JoMa unterstützt Familien mit unheilbar kranken und schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen. „Bedingt durch Corona wurden viele Veranstaltungen abgesagt, die Spenden für dieses Projekt sammeln, also haben wir uns etwas einfallen lassen“.

Spende von festen Beträgen oder gelaufenen Kilometern

Eine Spende konnte je nach gelaufenem Kilometer erfolgen oder auch direkt“, sagt Christian. Die Schätzungen ihrer Freunde, wie viele Kilometer wirklich zusammenkommen würden, waren sehr unterschiedlich, von rund 30 bis 60 Kilometern war alles dabei. Doch davon ließen sich die beiden im Vorfeld nicht beeindrucken. Als am frühen Sonntagnachmittag das linke Knie von Christian Weiler nicht mehr wie zuvor belastbar war, war den beiden klar, es muss eine Lösung her, und die schnell. Durch den ständigen Kontakt zu einem Versorgungsteam, welches stets nach ihnen sah, sie mit Essen und Getränken verpflegte und auch durch Tänze und Spaß die gute Laune hochhielt, lag es nahe, Krücken und eine Schubkarre organisieren zu lassen. Gesagt getan. „Und die letzten 20 Kilometer habe ich dann auf den Krücken zurückgelegt“, sagt Christian, während gaahry die Karre „als Backup“, vor sich herschob, falls alle Stricke reißen. „Jetzt machte uns nicht nur die Hitze zu schaffen, jede Handbewegung setzte voraus, die Schubkarre abzusetzen“, sagt gaahry. „Auch wenn das nochmal eine zusätzliche Belastung war, hat uns genau das einen enormen Motivationsschub verpasst“, sagt Christian. Trainiert haben die beiden nur einmal. Dazu sind sie von Andechs nach Germering gegangen. „Da waren wir aber viel zu schnell losgelaufen, das war uns für den eigentlichen Marsch eine Lehre“, erzählt Christian. So merkten sie schnell, dass deutlich mehr in ihnen steckt, wenn das Tempo passt. 

Ereignisreiche 24 Stunden

Als die 24 Stunden rum waren, hatten sie auch Germering beinahe erreicht. Bis Hochstadt in der Nähe von Weßling hatten sie es geschafft. Da sie aber wussten, dass Spender, Freunde und Familie bereits beim „Zieleinlauf“ in Germering auf sie warteten, stand für die beiden fest: „Aus is und gar is und schad is, dass wahr is, alles Weitere wäre nur für das Ego gewesen.“ „Wir wurden dann mit einer Laola-Welle empfangen, alle haben sich riesig gefreut und die ganze Anspannung ist erst einmal von uns abgefallen“, so die beiden. So ganz realisieren könne man die ganze Tour auch erst im Nachhinein, wie die beiden erzählen. „Da wird einem erst bewusst, was man in 24 Stunden alles erleben kann. Ein Gewitter, einen Regenbogen und ein Feuerwerk haben wir gesehen“, erzählt gaahry. „Und natürlich der Sonnenaufgang und die sternenklare Nacht“, ergänzt Christian. Stündlich sind sie auf der Facebookseite GiG Gesund in Germering Live gegangen, um den Fans mitzuteilen wie die Stimmung und der aktuelle Stand so ist. „Die Reaktionen der Fans haben uns einfach umgehauen – Mega!“, sagt gaahry. Unermüdlich lieferte Claudia Bendel, die Bodenstation, Updates on Top. Aus der Ferne war sie während der ganzen Nacht für die beiden da und hielt im Hintergrund die komplette Berichterstattung am Laufen. Selbst um Vier Uhr morgens waren die Fans wach und freuten sich über Nachrichten der Läufer. „Das war für uns ein ganz besonderes Highlight.“ So gaahry und Christian. Welche Spendensumme nun genau zusammengekommen ist, wird am Samstag 4. Juli, bei der offiziellen Scheckübergabe verraten.

Claudia Becker

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