Churfürstensaal ist ein historisches Juwel

Symbolische Schlüsselübergabe (v. l.): Leitender Baudirektor Kurt Bachmann, Finanzminister Georg Fahrenschon und der Leiter der Polizeifachhochschule, Direktor Hermann Vogelgsang.

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DIETER METZLER  Fürstenfeldbruck – „Was lange währt, wird endlich gut.“ Dieses Sprichwort passt auf den 18 Jahre langen gemeinsamen Kampf, den der Förderverein „Freunde des Klosters Fürstenfeld e. V.“ und Politiker bestritten, um den Churfürstensaal im Kloster Fürstenfeld in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. In Anwesenheit von Finanzminister Georg Fahrenschon wurde am 17. Oktober vor knapp 100 Ehrengästen die offizielle Wiedereröffnung des Saals gebührend gefeiert. Die Kosten für die Restaurierung betrugen zwei Millionen Euro. Musikalisch umrahmten Katharina Kutnewsky und Alexandra Muhr auf der Flöte sowie Feodora-Johanna Gabler auf der Harfe die feierliche Einweihung. Seit 1975 befindet sich in dem Bereich des ehemaligen Klosters die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern – Fachbereich Polizei. So eröffnete der Leiter der Fachhochschule, Direktor Hermann Vogelgsang, die Veranstaltung und ließ in seiner Begrüßung zum einen die zurückliegenden Jahre von der Idee bis zur Fertigstellung wie auch die wechselvolle Geschichte des Saales Revue passieren. Mut und Tatkraft eines Herkules waren notwendig sowie die Unerschrockenheit eines jungen David gegenüber Goliath, stellte Vogelgsang die Verbindung zu den Fresken im Saal und dem Kampf des Fördervereins mit dem „riesenhaften“ Finanzministerium her. Der Vorsitzende des Fördervereins, CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel, bezeichnete die Arbeit des Fördervereins als Mischung von Durchsetzungsvermögen und Nachgiebigkeit. Er dankte dem 2007 verstorbenen Kreisheimatpfleger Alexander Zeh als Initiator des Projektes, der Polizei, die einen Maler beauftragt hatte, der die Fresken von Hans Georg Asam, dem Vater der berühmten Asam-Brüder, entdeckte sowie dem ehemaligen bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser für das Startzeichen und Professor Werner Schiedermair für die fachliche Beratung. Der Liechtensteiner Stiftung „Propter Homines“, die durch ihren Vizepräsidenten, Landeshauptmann a.D. Dr. Hans Katschthaler, vertreten war, dankte Goppel für die großzügige Unterstützung von 535.000 Euro. Zum Abschluss appellierte der Staatsminister a. D. an das Ministerium, der Stadt den Saal für einige Veranstaltungen im Jahr kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon bezeichnete in seiner Festansprache die Rekonstruktion des Churfürstensaals als ein gelungenes Beispiel öffentlich-privater Zusammenarbeit. Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung seien Staat und die verschiedenen Institutionen doch in der Lage, unterschiedliche Interessen in Einklang zu bringen, so der Minister. Er freue sich über das ehrenamtliche Engagement des Fördervereins, ohne dessen unermüdlichen Einsatz der heutige Festakt wohl nicht stattgefunden hätte, so Fahrenschon. „Am Anfang war es eine Vision, heute ist es ein kleines Wunder“, bezeichnete Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer die Wiederherstellung des Churfürstensaals als einen Tag von kunsthistorischer Bedeutung und als Sternstunde für die Denkmalpflege. Fürstenfeld sei jahrzehntelang in der Versenkung verschwunden, erinnerte Kellerer an frühere Zeiten. Die Stadt habe 1978 den gesamten Bereich übernommen, viel Geld ausgegeben und ein Veranstaltungsforum geschaffen, das inzwischen über 300.000 Besucher zählt. An die Denkmalpfleger richtete das Brucker Stadtoberhaupt den Appell, zu weiteren Zugeständnissen bereit zu sein. Zum einen freue man sich, wenn eine langjährige Baumaßnahme ihren Abschluss findet, zum anderen ist man aber auch ein wenig traurig meinte der Leitende Baudirektor Kurt Baumann vom Staatlichen Bauamt München, bei der symbolischen Übergabe eines überdimensionalen Schlüssels an den Finanzminister, der den Schlüssel an Direktor Vogelgsang weiter reichte. Bevor sich die Ehrengäste auf Einladung des Freistaates zu einem Empfang begaben, endete der Festakt mit einem ökumenischen Segen von Polizeidekan Andreas Simbeck und Militärdekanin Myriam Krug-Lettermeier.

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