Umsatzeinbußen bei 60 Prozent

Corona hinterlässt Spuren: Ergebnisse der landkreisweiten Unternehmerbefragung

Josef Rother von der GEFAK und Nicole Engelhart (Wirtschaftsförderung LRA) sowie die Leiterin der Wirtschaftsförderung LRA, Barbara Magg, stellten die Umfrage-Ergebnisse im Landkreis FFB vor.
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Josef Rother von der GEFAK und Nicole Engelhart (Wirtschaftsförderung LRA) sowie die Leiterin der Wirtschaftsförderung LRA, Barbara Magg, stellten die Umfrage-Ergebnisse vor.
  • Dieter Metzler
    VonDieter Metzler
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Fürstenfeldbruck – Die Corona-Pandemie wirkt sich im Vergleich zum Herbst 2020 immer noch auf fast drei Viertel der Betriebe im Landkreis negativ aus.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von rund 1.500 Betrieben, die die Abteilung Wirtschaftsförderung des Landratsamtes in Kooperation mit der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) von Juni 2020 bis Juli 2021 durchgeführt hat. Josef Rother von der GEFAK präsentierte die Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz, zu der Wirtschaftsförderin Barbara Magg und Mitarbeiterin Nicole Engelhart eingeladen hatten.

Drei Befragungen

Insgesamt dreimal, im Juni 2020, im Oktober 2020 und im Juli 2021 wurden die Befragungen durchgeführt. Nach zunächst einer kurzfristig positiveren Einschätzung im Oktober vergangenen Jahres war im Sommer 2021 wieder ein negativer Trend festzustellen.
Erwartungsgemäß waren das Hotel- und Gaststättengewerbe am stärksten betroffen, während Verkehr und Dienstleistungen im Verlauf der Pandemie eine leichte Erholung zu verzeichnen hatten, obwohl logistische Engpässe als auch der Ausfall von Veranstaltungen (Events, Schulungen) als häufigste negative Auswirkung genannt wurden.

Betriebe haben sich angepasst

Anders als in den beiden ersten Befragungen zeigte die im Sommer durchgeführte dritte Befragung, dass negative Erscheinungen wie der Aus- und Wegfall von Mitarbeitern, Kunden und Aufträgen nicht eine ganz so hohe Gewichtung einnahm, wie im Herbst vergangenen Jahres noch von den Unternehmen befürchtet wurde. „Das lässt auf entsprechende Anpassungsstrategien der Betriebe schließen“, meinte Rother. „Vor allem die stärkere Nutzung von Homeoffice und digitalen Meetings spielte eine große Rolle.“ Dabei wird die Bedeutung von Homeoffice wohl auch nach der Pandemie weiterhin eine wichtige Rolle im Arbeitsleben spielen.

Befürchtungen nicht immer bewahrheitet

Dreiviertel der Betriebe befürchteten im Sommer 2020 Umsatzeinbußen. Doch die dritte Befragung in diesem Sommer ergab, dass sich die Befürchtungen zum Glück nicht ganz bewahrheiteten. Dennoch kam es bei 60 Prozent der befragten Betriebe zu Umsatzverlusten, die erfreulicherweise aber keinen Abbau von Arbeitsplätzen in gleichem Maße mit sich brachten. Dennoch waren bei jedem fünften Unternehmen Entlassungen unvermeidbar. Hierbei spielte das Kurzarbeitergeld eine wichtige Rolle. Rund 40 Prozent der Betriebe hatten Kurzarbeit beantragt. Rund 20 Prozent der Belegschaften waren jeweils davon betroffen.

Die Beantragung staatlicher Hilfen ist innerhalb eines Jahres nur unwesentlich von 40 auf 37 Prozent zurückgegangen. Waren 2020 neun Prozent der Betriebe unzufrieden mit den staatlichen Hilfen, so stieg die Unzufriedenheit im Sommer 2021 auf über 24 Prozent an.

Personalaqkuise und Stabilisierung wird wichtig

Als die größten Herausforderungen im nächsten halben Jahr zur Bewältigung der Krise nannten die Unternehmen an erster Stelle die Stabilisierung ihres Unternehmens, dann die Personalakquise sowie die Erweiterung der Betriebsstätten. Die Corona-Pandemie hat für jedes achte Unternehmen zudem die Standortanforderungen geändert. Noch stärker in den Fokus rückten dabei die Internetanbindung, aber auch veränderte Raumanforderungen und das ÖPNV-Angebot.

Hilfe bei Bürokratie gewünscht

Von der Wirtschaftsförderung wünschen sich die Betriebe Hilfestellungen beim Abbau von Bürokratie, sowie Hilfestellung bei der Gewinnung von Fachkräften. Als erste Reaktion auf die Befragung hat das Landratsamt eine Unternehmensdatenbank initiiert, die ebenso auf großes Interesse bei den Unternehmen stößt, wie der Newsletter der Wirtschaftsförderung. Die Online-Datenbank soll ein besseres Kennenlernen der Unternehmen im Landkreis fördern, um regionale Verflechtungen zu intensivieren und unnötige Abhängigkeiten von weit entfernten Zuliefern zu minimieren.
Metzler

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