Chance auf 10.000 Euro – Bürger müssen jetzt abstimmen!

Corona-Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck für den Deutschen Nachbarschaftspreis nominiert

Monika Fritz, Marlene Wolf, Ricarda Prenzel, Martina Nusser, Monika Märk, Monika Graf, Sabine Rose, Susanne Ruhwinkl, Elke Raff und Katrin Birkmann.
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Hoffen darauf, den Publikumspreis des Deutschen Nachbarschafts-Preises nach Bruck zu holen (von links): Monika Fritz, Marlene Wolf, Ricarda Prenzel, Martina Nusser, Monika Märk, Monika Graf, Sabine Rose, Susanne Ruhwinkl, Elke Raff und Katrin Birkmann.

Fürstenfeldbruck - Als der Lockdown im März kam, fackelte Monika Graf nicht lange und gründete auf Facebook die Gruppe „Corona-Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck“. Quasi über Nacht explodierte die Gruppe, die mittlerweile über 1.600 Mitglieder hat, und leistete mit ihren rund 800 aktiven Helfern bis 1. Juli 6.550 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Für diese Idee und den unermüdlichen Einsatz ist die Gruppe nun für den Deutschen Nachbarschafts-Preis nominiert. Ab sofort können Bürger voten, damit die Helfer „den Pott nach Bruck holen“, wie Graf sagt. 10.000 Euro Preisgeld winken der Gruppe, das sie natürlich in weitere soziale Projekte investieren würden.

300 neue Mitglieder in der Facebookgruppe nach nicht mal einem Tag

Schulen und Kindergärten mussten pausieren, die meisten Geschäfte mussten ihre Läden schließen und selbst im öffentlichen Nahverkehr wurden Fahrten gestrichen. Es war der Anfang des Lockdowns Mitte März. Monika Graf – selbst Mutter und Event-Regisseurin von Beruf – musste sofort an die Menschen denken, welche in systemrelevanten Berufen arbeiten. „Was machen die mit ihren Kindern?“ Die ersten Hilfe-Gesuche fielen ihr in unterschiedlichen Facebookgruppen auf. Kurz darauf, genauer gesagt am 17. März um 22.30 Uhr, gründete die Fürstenfeldbruckerin die Gruppe Corona-Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck. „Ich wollte Hilfsangebote und Gesuche schnell und unkompliziert zusammen bringen“, sagt sie und gibt zu, dass sie dachte, dass damit ihre Arbeit getan wäre. Am nächsten Tag um 8 Uhr hatte die Gruppe schon 300 Mitglieder, die ersten Hilfsbedürftigen haben bei ihr privat angerufen, darunter die Kreisklinik. „Da war mir klar, dass das etwas viel Größeres wird“, erinnert sich die gebürtige Schongauerin.

Mittlerweile hat die Facebook-Gruppe 1.575 Mitglieder, dazu kommen etwa 25 ältere Personen ohne Facebook, zu denen Graf telefonischen Kontakt hat. Eine der Helferinnen ist Monika Märk. Sie hat vor allem mit der Betreuung von Kindern begonnen, aktuell kauft sie für zwei ältere Senioren einmal wöchentlich ein. „Es ist toll, was an Dankbarkeit zurückkommt“, erzählt sie.

Monika Graf von der Nachbarschaftshilfe FFB überreicht einer älteren Dame ihre Apotheken-Einkäufe.

Aus 1,8 Tonnen Stoff-Masken genäht

Die Hilfesuchenden kommen meist über die Hotline auf die Gruppe zu. Bis zum 1. Juli leisteten die Helfer 6.550 ehrenamtliche Arbeitsstunden, in über 2.000 unterschiedlichen Hilfsaktionen. Darunter fallen Kinderbetreuungen für Eltern in systemrelevanten Berufen, Einkäufe für Senioren oder Risikopatienten, ein Fahrservice für Menschen, die nicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können oder wollen, eine Besucherkoordination für Altenheime und eine riesige Nähaktion. „Über 60 Näher haben beispielsweise aus 600 Laufmeter medizinischem Vlies 1.790 Masken genäht. Insgesamt haben sie 1,8 Tonnen Stoff-Spenden zu Mund-Nasen-Bedeckungen und vor allem Schutzkitteln für Altenheime und Kliniken gemacht“, zählt Graf die Zahlen auf.

Stadt Fürstenfeldbruck schlägt Gruppe für den Deutschen Nachbarschafts-Preis vor

Das fand auch die Stadt Fürstenfeldbruck beachtlich und hat die Gruppe Anfang Juli für den Deutschen Nachbarschafts-Preis vorgeschlagen. Aus 1.000 Einsendungen wurden nun 29 Projekte aus ganz Deutschland für den Publikumspreis nominiert. Die Bürger sind ab sofort und bis 20. Oktober aufgefordert online zu voten, denn das Projekt mit den meisten Stimmen kann 10.000 Euro gewinnen. „Wir haben bereits eine Liste, was wir mit dem Geld machen könnten. Vor allem wollen wir Projekte starten, die sich mit Corona und deren sozialen Folgeschäden auseinandersetzt“, erklärt Graf. Die Gruppe soll außerdem eine dauerhafte Institution werden, wie auch Märk anmerkt: „Wir sacken jetzt nicht den Preis ein und hören dann auf, es soll auch nach Corona weitergehen.“

Bis 20. Oktober online Stimme abgeben und Gruppe zum Sieg verhelfen

Mittlerweile wird zwar nicht genäht, aber vor allem die Einzelschicksale und deren Organisation verlangt den Helfern viel ab. „Hiervon kommen nach wie vor bis zu zehn Anrufe die Woche rein“, weiß Graf, die sich in der ganzen Zeit erst im August zwei Wochen Urlaub mit ihrer Familie gegönnt hat. In diesem Urlaub hat sie dann auch von der Nominierung erfahren. „Jetzt wollen wir das Geld nach Bruck holen“, sagt sie entschlossen und bittet um viele Stimmen.

Der Link zur Abstimmung ist auf www.corona-ffb.de zu finden.

Miriam Kohr

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