Wegen stark steigende Zahl an Neuinfektionen

Neue Allgemeinverfügung für FFB mit verschärften Maßnahmen für Schulen und Kitas

Füße von Kindergarten Kind steht auf Straße mit Rucksack mit Maske und Desinfektionsmittel
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Es wurde Stufe 3 des Rahmenhygieneplans für Schulen und Kitas ausgerufen - bedeutet mehr Masken im Unterricht und für Kita-Personal.

Landkreis - Weil der Freistaat neue umfangreiche Maßnahmen ankündigte, erlässt auch das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt nicht nur im Landkreis Fürstenfeldbruck stark an. Der Freistaat Bayern hat deshalb umfangreiche Maßnahmen angekündigt für die Kreise, deren 7-Tage-Inzidenzwert den Signalwert von 35 und den Schwellenwert von 50 übersteigt. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck erlässt eine begleitende Allgemeinverfügung.

Länger über Schwellenwert 50

Der Landkreis Fürstenfeldbruck liegt schon seit 8. Oktober über dem Schwellenwert von 50: Am Donnerstag, 15. Oktober, registrierte das örtliche Gesundheitsamt die höchste Zahl an Neuinfektionen seit langem. Insgesamt 70 Personen (Stand 14.10 Uhr) wurden dem Gesundheitsamt innerhalb eines Tages als mit dem Coronavirus SARS-CoV2 infiziert neu gemeldet. Nach der internen Berechnung des örtlichen Gesundheitsamts erreichte die 7-Tage-Inzidenz-Zahl für Freitag, 16. Oktober, den Wert von 79,09 (Stand 14 Uhr). Die 7-Tage-Inzidenz-Zahl für den Landkreis Fürstenfeldbruck überschreitet auch nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) seit fünf Tagen durchgängig den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, Tendenz stark steigend: Der Wert beträgt am 16. Oktober beim RKI 68,9 (Stand 0.00 Uhr) und beim LGL 68,85 (Stand 8 Uhr). Im Landkreis Fürstenfeldbruck sind Schulen und Kindertagesstätten ebenfalls von den Steigerungen betroffen.

Stufe 3 des Rahmenhygieneplans für Schulen und Kitas

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck erlässt begleitend zu den erwarteten Regelungen des Freistaats eine Allgemeinverfügung, in der es die Stufe 3 des Rahmenhygieneplans für Schulen und Kindertagesstätten anordnet, sofern nicht der Freistaat Regelungen für diese Bereiche trifft.
Für die Schulen bedeutet das unter anderem:
- Im Klassenzimmer ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dies kann zur Folge haben, dass Klassen geteilt und die beiden Gruppen im wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenzunterricht und Lernen zu Hause unterrichtet werden. Dies ist nur dann nicht nötig, wenn die baulichen Gegebenheiten vor Ort die Einhaltung des Mindestabstands auch bei voller Klassenstärke ermöglichen.
- Darüber hinaus ist das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer für alle Schüler ab der ersten Jahrgangsstufe verpflichtend.

Für Kindertagesstätten bedeutet das unter anderem:
- Kinder werden in reduzierter Gruppenstärke und mit fester Zuordnung betreut.
- Das Personal muss eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.
- Kinder mit einen leichtem Schnupfen und/oder gelegentlichem Husten dürfen nur dann die Kita besuchen, wenn sie negativ auf das Coronavirus getestet worden sind. Zudem müssen sie fieberfrei sein und dürfen zuvor keinen Kontakt zu einer mit SARS-CoV2 infizierten Person gehabt haben.

Die Allgemeinverfügung vom 12. Oktober wird mit Inkrafttreten der nächsten Änderung der 7. Bayerischen Infektionschutzmaßnahmenverordnung oder einer dieser entsprechenden Regelung aufgehoben. Damit gelten im Landkreis Fürstenfeldbruck ab diesem Zeitpunkt gegenüber der bayernweiten Regelung grundsätzlich keine abweichenden Regelungen mehr außer gegebenenfalls für die Schulen und Kindertagesstätten, dies aber nur dann, wenn der Freistaat Bayern für diese keine Regelung trifft.

Diffuses Infektionsgeschehen

Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist nach wie vor diffus. Unter den Neuinfizierten befinden sich viele Reiserückkehr, bei einem Betrieb im Landkreis wurden mittlerweile 13 Personen positiv getestet. Elf Personen haben sich auf einer privaten Feier infiziert. In den vergangenen zwei Wochen gab es an mindestens 15 Schulen unterschiedlicher Schulformen positiv getestete Schüler, woraufhin viele Klassen und ganze Jahrgangsstufen in Quarantäne geschickt werden mussten. Fünf Kindertagesstätten sind derzeit von positiven Fällen betroffen.

Ausgelastetes Testzentrum

Das Testzentrum Fürstenfeldbruck ist nach wie vor extrem ausgelastet. Dort wurden Stand 15. Oktober über 18.300 Personen getestet, die sogenannte Positivrate beträgt dort 1,31 Prozent. Zu beachten ist, dass sich diese Positivrate nur auf die Personen bezieht, die ihren Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck haben.

Viele Infektionen nicht nachvollziehbar

Die Zahl der Neuinfektionen ist schon seit längerem auf einem hohen Niveau. Bei vielen der Neuinfektionen ist die Infektionskette nicht mehr nachverfolgbar, das heißt die Personen wissen nicht, bei wem sie sich angesteckt haben. Neue Infektionen ergeben sich unvermittelt, es muss daher damit gerechnet werden, dass sie auch dort entstehen, wo bisher noch keine Infektionen stattgefunden haben. Da es derzeit keine örtlichen Besonderheiten gibt, sind auch keine besonderen Regelungen für den Landkreis angezeigt.

Die Allgemeinverfügung tritt am 17. Oktober in Kraft und gilt bis zum Ablauf des 30. Oktober. „Nach unserer Kenntnis werden auch die Neuregelungen des Freistaats Bayern voraussichtlich morgen, 17. Oktober, in Kraft treten“, so das Landratsamt Fürstenfeldbruck.

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