Bayerische Staatsregierung dafür, Bayerischer Schulleiterverband dagegen

Corona-Selbsttests an Schulen

Eine Lehrerin mit Mund-Nasenschutz unterhält sich mit zwei Schülerinnen und einem Schüler mit Mund-Nasenschutz.
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Laut Staatsministerium sollen die Schüler die Tests selbst durchführen, die Lehrkräfte sollen sie dabei beaufsichtigen und notfalls anleiten.
  • vonMaximilian Geiger
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Landkreis Fürstenfeldbruck – Seit Montag, 15. März, gibt es wieder vermehrt Präsenzunterricht an den bayerischen Schulen. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, will Ministerpräsident Markus Söder 100 Millionen Corona-Schnelltests zur Verfügung stellen.

Laut Bayerischem Staatsministerium für Unterricht und Kultus sollen sich mit diesen Tests an den Schulen tätige Personen zweimal pro Woche testen dürfen, Schüler einmal pro Woche. Hierbei steht es jedem frei, ob er sich testen will oder nicht, eine Verpflichtung gibt es nicht. Auch jene Schüler, die sich nicht vor Ort testen lassen wollen, dürfen den Unterricht trotzdem weiterhin besuchen.

Ziel des Staatsministeriums sei es, dass schon in den beiden Wochen vor den Osterferien möglichst viele Schüler an den Testungen teilnehmen können. Ob die Durchführung bereits davor an den einzelnen Schulen möglich ist, werde von der jeweiligen Schulleitung vor Ort entschieden.

Selbsttest für Schulen im Landkreis für den 16. März erwartet

Thomas Frey, Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts Fürstenfeldbruck, teilte dem Kreisboten mit, dass die Selbsttests für die Schulen im Landkreis für den 16. März erwartet wurden. „Zunächst sollen die Lehrkräfte bedient werden“, erklärt er, danach werden die Tests Schülern ab 15 Jahren angeboten.

Laut Staatsministerium beaufsichtigen die Lehrkräfte die Schüler und geben ihnen – wenn nötig – Anleitung. Die Testung führen die Schüler in jedem Fall selbst durch.

Für Schüler unter 15 und deren Erziehungsberechtigte wurde zudem ein Schreiben des Kultusministeriums herausgegeben, welches darüber informiert, dass eine Testung auch bei jüngeren Schülern folgen soll.

Wie genau die Tests dann ablaufen und ab wann sie für unter 15-Jährige verfügbar sind, weiß jedoch auch Frey noch nicht. „Vermutlich wird das erst nach Ostern sein“, so der Schulamtsdirektor.

Bayerische Schulleiterverband (bsv) kritisiert Selbsttests

Kritisch hingegen sieht der bayerische Schulleiterverband (bsv) die Selbsttests: „Es kann nicht sein, dass Schulleitungen die Verantwortung dafür tragen, dass Selbsttests ordnungsgemäß durchgeführt werden.“ Laut bsv dürfe den Lehrern nicht abverlangt werden, Schüler anzuleiten, sich selbst zu testen, denn an den Schulen gäbe es keinerlei Schutzausrüstung.

So müsse die Maske zum Testen abgenommen werden und es komme unweigerlich zur Nichteinhaltung des Mindestabstands. Auch liege die Entsorgung der Tests bei den Lehrkräften. Spätestens an dieser Stelle sei es wahrscheinlich, dass die Lehrkraft mit dem Speichelsekret eines Kindes in Berührung komme, so der bsv. „Es wird der Gesundheitsschutz des Personals und die Fürsorgepflicht für das Personal in grobem Maße verletzt.“

Neben dem bsv haben sich bereits einige Eltern nach dem Erhalt des Informationsschreibens zu Wort gemeldet. Auch sie stehen den Selbsttests an Schulen kritisch gegenüber. Gerade Grundschulkinder können ihrer Meinung nach nicht einschätzen, wie tief das Stäbchen des Schnelltests in die Nase oder den Rachen einzuführen sei. Sie befürchten, dass die Tests gefährlich für die Kinder werden könnten, immerhin seien sie erst zwischen sechs und zehn Jahren alt.

Maximilian Geiger

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