Mehr daheim – mehr Müll

Corona-Zwangspause führte bei vielen Bürger zu mehr Müll im Landkreis

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Die Bürger hatten während den Ausgangsbeschränkungen Zeit ihre grünen Oasen herzurichten, was den Gartenabfall stark vermehrte – einiges davon wurde auch schon mal vor verschlossener Wertstoffhof-Tür abgelegt.

Landkreis Fürstenfeldbruck – Corona-Pandemie: Die Menschen müssen anfangs wegen der Ausgangsbeschränkungen zu Hause bleiben, viele nutzten ihre freie Zeit daheim für Entrümpelungen im Keller oder Aussortier-Aktionen im Kleiderschrank. Auch der Garten und Balkon wurde auf Vordermann gebracht. Zudem tätigten viele ihre Einkäufe online und statt Essengehen wurde Essen bestellt. Das alles hatte Auswirkungen auf den Müll im Landkreis. Vor allem an den Gartenabfällen, dem Sperrmüll und den vielen Kartonagen merkte der Abfallwirtschaftsbetrieb die Ausnahmesituation.

Nach Wiedereröffnung der Wertstoffhöfe am 7. April wurden diese schier überrannt (wir berichteten). „In den restlichen Wochen im April 2020 hat der AWB im Vergleich zum Zeitraum April 2019 trotz Einlassbeschränkung auf zehn Personen etwa 14 Prozent mehr Container von den großen Wertstoffhöfen abgefahren“, teilt AWB-Werkleiter Stefan Mayer auf Kreisbote-Anfrage mit. Den Ausgangsbeschränkungen geschuldet wurden hier vor allem vermehrt Gartenabfälle und Sperrmüll angeliefert. „Dies hat leider zu den bekannten Autoschlangen vor den Wertstoffhöfen geführt“, weiß Mayer. 

Restmüll- und Windelsäcke kontaktlos am Wertstoffhof kaufen

Die Lockerung der Einlassbeschränkung mit der gleichzeitigen Einführung der Maskenpflicht am 16. Mai habe schließlich zu einer deutlichen Entspannung der Situation geführt. Ein starker Andrang sei nur noch an den Samstagen und in Wochen mit Feiertag zu verzeichnen. „Der AWB arbeitet derzeit an einer technischen Lösung, um die Auslastung im Internet darzustellen. Diese ‚Wertstoffhofampel‘ soll Anfang Juli zur Verfü- gung stehen“, kündigt Mayer an. Der AWB reagierte zudem auf Hygienemaßnahmen und führte die Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung auf fast allen Wertstoffhöfen ein. „Vor allem die stark nachgefragten Restmüll- und Windelsäcke können nun kontaktlos am Wertstoffhof gekauft werden“, führt Mayer aus. Die Maskenpflicht werde von den Bürgern gut angenommen. 

„Für die Mitarbeiter stellt das Tragen der Maske über den ganzen Arbeitstag allerdings eine gewisse Belastung dar“, weiß Mayer. Er ist vor allem gespannt, wie sich dies bei zunehmender Hitze im Sommer darstellt. „Der AWB hat festgestellt, dass gerade auf den kleinen Wertstoffhöfen die Mengensteigerung von Verpackungskartons spürbar ist“, erzählt Stefan Mayer. Er führt dies auf die verstärkte Inanspruchnahme von Online-Handel und Lieferservice zurück. So ist das Volumen im Bereich Papier/Kartonagen gestiegen. Der AWB habe mit einer Erhöhung des Abfuhrrhythmus auf einigen kleinen Wertstoffhö- fen im östlichen Landkreis reagiert. Im westlichen Landkreis wurden die Abfuhrtage ebenfalls optimiert. 

Bioabfall stark angestiegen

„Im Hausmüllbereich sind keine signifikanten Änderungen aufgetreten“, führt der Werkleiter die interne Statistik weiter aus. Die Sperrmüllmenge ist jedoch trotz der Schließung und den Einschränkungen an den großen Wertstoffhöfen im April nur um 95 Tonnen auf 453 Tonnen gesunken. Im Mai ist die Menge dann um 78 Tonnen auf 540 Tonnen gestiegen. Im Bereich der Kunststoffe (Verpackungen) liegt die Menge im Mai schon wieder auf dem Niveau des Vorjahres (166 Tonnen).

Auch der Bioabfall ist stark angestiegen, im April ist die Menge im Vergleich zu 2019 um 159 auf 590 Tonnen gestiegen. Im Mai lag die Steigerung bei 160 Tonnen. Dies läge aber weniger an Corona sondern viel mehr daran, dass der Landkreis seit Januar die Aktion „Bioabfallsammlung für alle“ gestartet hatte. Seitdem erhalten alle Haushalte Bioabfallsäcke. 

Miriam Kohr

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