CSU-Kreisvertreterversammlung

Aufstellung mit Traumergebnis: CSU wählt Karmasin erneut zum Landratskandidaten

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Die Kreis-CSU gab ihrem Kandidaten Karmasin einen Zitronenbaum für dem im Winterhalbjahr anstrengenden Wahlkampf mit auf den Weg. „Da kam man gut Vitamin C brauchen“, meinte die Kreisvorsitzende, MdB Katrin Staffler und fügte hinzu: „Bekanntlich macht sauer lustig. Und wir wünschen uns alle, dass wir am Wahlabend nach deinem Wahlsieg sehr lustig sind.“

Seit November des vergangenen Jahres steht fest, dass Landrat Thomas Karmasin (CSU) wieder für das Amt des Landrats kandidieren wird.

Mammendorf – Der 56-jährige geborene Münchner, der in Germering aufgewachsen ist, ist seit 1996 Landrat im Landkreis Fürstenfeldbruck. Am 28. Juni hat Karmasin, der inzwischen zu den dienstältesten Landräten in Bayern zählt, die erste Hürde auf dem Weg zu einer erfolgreichen Wiederwahl souverän genommen. Bei der CSU-Kreisvertreterversammlung im Mammendorfer Bürgerhaus wählten die 131 Delegierten Karmasin mit 130 Stimmen bei einer Enthaltung (99,24 Prozent) erneut zu ihrem Bewerber für das Amt des Landrats.

Es wäre Karmasins fünfte Amtsperiode

Mit minutenlangem Beifall quittierten die anwesenden Delegierten das Wahlergebnis. Einen Gegenkandidaten hatte Karmasin nicht. Sollte der amtierende Landrat bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr erneut als Sieger hervorgehen, wäre es seine fünfte Amtsperiode. Bisher hat lediglich die SPD mit Christoph Maier einen Gegenkandidaten aufgestellt.

"Das ist ein Traumergebnis"

Die Freude über das überwältigende Ergebnis war Karmasin, der eingangs bei seiner Bewerbungsrede eingestand, ein wenig Lampenfieber zu haben, sichtlich anzusehen, als er die vielen Glückwünsche entgegennahm, obwohl solche Abstimmungsergebnisse für ihn eigentlich nichts Ungewöhnliches sind. So hatte die Kreis-CSU ihren Landrats-Bewerber schon vor sechs Jahren mit 99,34 Prozent bedacht. Dennoch war die Freude bei Karmasin riesengroß, als die Kreisvorsitzende, Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler, das Ergebnis bekanntgab. „Das ist ein Traumergebnis“, so Karmasin.

„Ich hoffe, dass wir für dich richtig viel Rückenwind in den Wahlkampf mitnehmen können“, eröffnete Staffler die Versammlung, die sie als Auftakt in den Kommunalwahlkampf bezeichnete. Ihrem Ehemann Emanuel Staffler blieb es vorbehalten, in seiner Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender der Kreistags-CSU, Karmasin offiziell als Kandidaten vorzuschlagen.

"Er muss auch unpopuläre Entscheidungen treffen"

Ein Amtsinhaber müsse zunächst bewiesen haben, dass er seinem Amt gewachsen ist, sagte Staffler, der als Bürgermeisterkandidat für Türkenfeld im März in den Wahlkampf zieht. Dann sollte er sein Amt nicht wie ein Roboter ausführen, sondern er müsse nahbar sein und den Menschen zuhören können. „Er braucht Einfühlungsvermögen und sollte die Zwischentöne gut spüren.“ Ein Amtsinhaber sollte aber auch in der Lage sein, auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. „Ich glaube, mit Thomas Karmasin haben wir so einen Mann.“

"Ich bin ein Brucker-Land-Politiker"

„Mir macht dieses Amt heute wie am ersten Tag ausgesprochen Freude“, sagte Karmasin bei seiner gut halbstündigen Bewerbungsrede. „Mir macht es Freude mit den Menschen vor Ort und für die Menschen zu arbeiten. Ich bin sozusagen ein Brucker-Land-Politiker aus der Region für die Region und das gerne.“

"Junge Menschen dürfen nicht moderne Heimatvertriebene werden"

Der Landkreis sei gut aufgestellt, ging Karmasin anschließend auf sein politisches Wirken ein. Nicht nur in der zurückliegenden Legislaturperiode, sondern seine ganze Amtszeit hindurch habe man den Ausbau des Landkreises zum Bildungs-Landkreis betrieben. Man habe eines der besten öffentlichen Fahrangebote in ganz Deutschland. Selbst in finanziell schwierigsten Zeiten habe man das Landkreis-Vermögen erhalten. Gleichwohl habe man nirgendwo etwas verkommen lassen. „Wir können Kommunalpolitik“, meinte Karmasin und schloss die Kreistagfraktion und alle damit ein. Viele Aufgaben werden sich in Zukunft aber nur noch im Verbund mit anderen lösen lassen, blickte Karmasin nach vorn und nannte unter anderen den Klimaschutz und die Wohnungspolitik. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere jungen Leute nicht moderne Heimatvertriebene werden.“ Die Nachnutzung des Fliegerhorstes liege ihm besonders am Herzen. „Hier stehen wir nach dem Abzug der Bundeswehr in der Verantwortung“, sagte Karmasin. „Wir haben die einmalige Chance, Leben und Arbeit auf kurzem Wege zusammenzuführen.“

"Wir werden kämpfen müssen"

Die Wahl werde extrem schwierig, glaubt Karmasin. Populisten, die für schwierige Probleme einfache Lösungen versprechen, gebe es links wie rechts. „Wir werden also kämpfen müssen. Ich will diese politische Auseinandersetzung mit Herzblut gerne anführen für unseren Landkreis und seine großartigen Menschen.“

Dieter Metzler

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