Kuba-Flair trifft auf bayerische Gelassenheit

CubaBoarisch 2.0 spielt erstes Konzert des Jahres in der Stadthalle

CubaBoarisch 2.0 bei ihrem ersten Konzert 2021 in Germering.
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CubaBoarisch 2.0 bei ihrem ersten Konzert 2021 in Germering.
  • Claudia Becker
    vonClaudia Becker
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Germering – Es herrschte eine ganz besondere Stimmung im Germeringer Orlandosaal der Stadthalle. Es war nicht einfach nur das erste Konzert des Jahres für die Veranstalter, auch die Künstler traten zum ersten Mal in 2021 auf. Ganze sechs Monate lang waren Veranstaltungen verboten, nun, mit den sinkenden Inzidenzwerten, können Kulturschaffende wieder aufatmen. Der Auftritt von CubaBoarisch 2.0 bildete den Auftakt für viele weitere Sommerevents, die die Stadthalle für die nächsten Wochen geplant hat.

Spannung lag in der Luft, die Stimmung war ausgelassen. Nach 90 Minuten künstlerischer Hingabe hielt es kaum noch einen der rund 120 Besucher auf den Sitzplätzen. Die Mischung aus kubanischen Salsarhythmen gepaart mit dem erdigen Sound bayerischer Volksmusik ließ die Germeringer singen, schunkeln, klatschen und den ein oder anderen gar tanzen. Gefehlt hat dabei nur noch der Cuba Libre in der Hand und die Füße in den warmen Sand zu stecken – dann wäre das Glück perfekt gewesen. CubaBoarisch 2.0 hat bewiesen, wie schnell man das Publikum nach einer langen Abstinenz wieder für sich gewinnen kann. Egal ob Solo-Einlagen der Künstler oder die Ansteckungsgefahr, die sich eingestellt hat, wenn man dabei zusah wie die kubanische Sängerin Yinet Rojas Cardona nicht nur ihren Trachtenrock, sondern auch ihre Hüften schwingen ließ.

Sicherheit und Gesundheit gingen an diesem Arbeit vor. Ohne negatives Testergebnis, den Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung, wurde niemand in die Stadthalle gelassen. Auch auf den Sitzplätzen herrschte Maskenpflicht, was durch die gute Belüftung des Orlandosaals nach kürzester Zeit vergessen war. Schunkeln gab es also nur mit dem mitgebrachten Partner.Ausreichend Abstand herrschte zwischen den einzelnen Reihen und auch zwischendurch wurden Sitzplätze freigelassen.

Das Gefühl von Unbeschwertheit konnte durch die musikalischen Einlagen von Leo Meixner und Co. geschaffen werden. Walzer gemischt mit Salsa-Musik, Klassiker von Carlos Santana oder dem Buena Vista Social Club versetzte die Germeringer dabei ebenso in gute Laune wie „Schwiegermutter tanz a moi“ oder das neue Lied der Band „Dahoam ist überoi“. Heimatverbundenheit, so vermittelten es Meixner und Rojas Cardona den Abend über, sei eminent für sie. „Dahoam ist, wo meine Träume wahr werden“, erklärt die Kubanerin, die der Liebe wegen nach Salzburg gezogen ist und blieb. „Wobei das auch am Weißbier liegen könnte“, wie sie später verriet. CubaBoarisch 2.0 hat es geschafft, die Brücke zwischen dem kubanischen Flair und der bayerischen Gelassenheit zu schlagen. Für einige Momente war es dem Publikum erlaubt, die aktuell andauernde Krise zu vergessen und auf ein Normalität zu hoffen. „Den Menschen mit unserer Musik wieder eine Freude machen – da geht uns das Herz auf“, sagt Meixner. Die Redaktion sagt, nicht nur ihm und freut sich auf weitere Veranstaltungen.

Claudia Becker

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