Stadtrat stimmt den beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan zu

ESG darf Zentrale erweitern

+
Die Firmenzentrale der ESG in der Livry-Gargan-Straße

Der Ferienausschuss des Stadtrats genehmigt die Pläne der Elektroniksystem- und Logistik-Gesellschaft (ESG) zur Erweiterung ihrer Firmenzentrale im Brucker Westen. Die für das Bauvorhaben notwendigen Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan wurden fraktionsübergreifend befürwortet und ohne Gegenstimme beschlossen.

Fürstenfeldbruck - Der Ferienausschuss – eine Art Notbesetzung des Stadtrates während der Sommerferien – tagt immer dann, wenn über dringende Angelegenheiten, die auch Auswirkungen auf die Stadt haben können, während der Sommerpause entschieden werden muss. Und wenn einer der größten Betriebe und Gewerbesteuerzahler der Stadt Planungssicherheit einfordert, ist so ein Moment gekommen. Ursprünglich hätte sich mit dem Bauvorhaben der ESG, einem international tätigen Hightech-Unternehmen, das Elektronik- und IT-Systeme für Militär, Behörden und Betriebe entwickelt, bereits der Bauausschuss auf seiner Juli-Sitzung befassen sollen, aus Zeitmangel aber nicht mehr konnte.

Aufstockung eines bislang vierstöckigen Gebäudeteils

Da die Bauarbeiten planmäßig jedoch im April 2019 starten und mit der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen spätestens im September begonnen werden muss, war kein weiterer Aufschub mehr möglich. Konkret geht es um die Aufstockung eines bislang vierstöckigen Gebäudeteils um ein weiteres Geschoss sowie die Errichtung eines zusätzlichen fünfgeschossigen Neubaus samt Tiefgarage auf dem bisherigen Firmenparkplatz. Allerdings erhöhen sich dadurch die Wandhöhen von 15 auf 17,7 Meter. Auch überschreitet das Vorhaben Geschossfläche und Baugrenze, denn der erhöhte Stellplatzbedarf – insgesamt sind 475 Kfz-Stellplätze vorgesehen – soll durch weitere Parkplätze nördlich der Baugrenze gedeckt werden. 

Wachstum am Standort Fürstenfeldbruck

Aus Sicht der Stadtverwaltung sind die Abweichungen städtebaulich durchaus vertretbar. So wären die höheren Gebäude nur von der angrenzenden B 471 aus zu sehen und die zusätzlichen Stellplätze lägen abseits der Wohnbebauung. Somit wären „nachbarschützende Belange nicht betroffen.“ Die Firma macht den zusätzlichen Flächenbedarf geltend, um das Wachstum am Standort Fürstenfeldbruck auffangen und sichern zu können. Der Betrieb stellt nach eigenen Angaben die letzten drei Jahre 60 neue Mitarbeiter pro Jahr ein. Sollte der Neu- beziehungsweise Umbau nicht genehmigt werden, sähe sich die Firma gezwungen, Räume außerhalb Fürstenfeldbrucks anzumieten, was nach Ansicht der Verwaltung einer Teilverlagerung des Betriebes gleichkäme. Dieser Einschätzung schloss sich auch das Gremium an. So kam von Andreas Ströhle (BBV) etwa „ein klares Ja zu den Befreiungen. So ein Unternehmen in Bruck zu haben, ist super.“ Auch Hans Schilling (CSU) plädierte für die Erweiterungen „im Sinne des Wirtschaftsstandortes Fürstenfeldbruck.“ 

Einstimmig für das Bauhaben gestimmt

Ein von der Fraktionsgemeinschaft „Die Partei & Frei“ ursprünglich eingebrachter Antrag, wonach die ESG mehr Fahrradstellplätze auf Kosten einiger Auto-Parkplätze bereitstellen sollte, wurde nicht weiterverfolgt. Man vertraue auf die Zusage der ESG „die Fahrradsituation im Blick zu haben. Momentan reichen die Radlstellplätze aus und bei Bedarf können unmittelbar daneben einige Parkplätze problemlos umgewandelt werden“, schildert Oberbürgermeister Erich Raff (CSU). Nach einer wohltuend sachlich und stringent geführten Debatte beschloss der Stadtrat nach einer halbstündigen Sitzung alle für das Bauvorhaben nötigen Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan einstimmig. 

Peter Fischer

Auch interessant

Meistgelesen

Bürgergutscheine und Hilfsfonds sollen Wirtschaft stärken
Bürgergutscheine und Hilfsfonds sollen Wirtschaft stärken
"Neue Normalität": Klinikum gibt Zwischenbilanz über Corona-Pandemie im Landkreis
"Neue Normalität": Klinikum gibt Zwischenbilanz über Corona-Pandemie im Landkreis
"Energiewende nur mit Windkraft zu schaffen"
"Energiewende nur mit Windkraft zu schaffen"
Pro und Contra Briefverteilzentrum in Germerings Norden
Pro und Contra Briefverteilzentrum in Germerings Norden

Kommentare