Demonstration-Zug

Protest gegen Arbeitsverbote für Asylbewerber

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Asylhelferkreise und Politiker riefen zum Protest gegen Arbeitsverbote für Flüchtlinge auf.

Fürstenfeldbruck– In den letzten Jahren war die sogenannte „Flüchtlingskrise“ ein beherrschendes Thema für die Politik. Als Folge davon rückten auch die Asylhelferkreise ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Während sie früher häufig ignoriert wurden, haben sie heute die Ohren der Politiker und können es sich leisten selbstbewusst aufzutreten. Dies stellten sie letzten Sonntag in Fürstenfeldbruck unter Beweis. Unter dem Motto „Wir demonstrieren für den Spurwechsel für alle Geflüchteten“ riefen die Asylhelfer des Landkreises zusammen mit einer breiten Koalition von SPD, Grüne, Freie Wähler, MUT und Die Linke zu einer Demonstration auf.

Zugang zur Ausbildung erleichtern

Das Hauptanliegen war ein „Echter Spurwechsel“: Jedem Flüchtling soll drei Monate nach stellen des Asylantrags das Arbeiten erlaubt werden. Gleichzeitig müssten alle Arbeits- und Ausbildungsverbote fallen. Weitere Forderungen war ein sofortiges Ende aller Abschiebungen nach Afghanistan und einen Verzicht auf Ankerzentren.

Kritik an Landrat

Etwas nach zwei Uhr setzte sich der Demonstrationszug vom Fürstenfeldbrucker Volksfestplatz aus in Bewegung. Sein Ziel war das Landratsamt, Amtsitz von Landrat Thomas Karmasin, gegen den sich der Protest neben der Staatsregierung und CSU im besonderen richtete. Er wurde auf einer Reihe von Plakaten kritisiert und diente in gewisser Weise als Feindbild der Veranstaltung. Angeführt wurde der Marsch von einer afrikanischen Drumline, die sicherstelle, dass man gehört wurde.

Vor dem Landratsamt kam es zur Abschlusskundgebung. Der erste Redner war Organisator Hans Sautermann. Sein Hauptthema war Landrat Karmasin, wobei er insbesondere dessen Abwesenheit betonte: „Weil es sinnlos geworden ist, mit Ihnen zu diskutieren, wurden sie auch nicht eingeladen.“ Zu häufig sei scheinbar auf die Forderungen der Asylhelfer eingegangen, aber nichts getan worden. Ein Verhalten das „Unbarmherzig und Unchristlich“ sei. Karmasin blieb der Veranstaltung bewusst fern, wie eine Tageszeitung berichtet: „Er begründete dies damit, auch eine erneute Debatte über Arbeitserlaubnisse werde keine neuen Erkenntnisse bringen.“

Protest wird zur Wahlkampf-Veranstaltung

Aufgeheitert wurde die Stimmung durch die Feststellung, dass sich über 400 Personen versammelt hätten. Allerdings gingen die Ordner von 300 aus, während die anwesende Polizei nur 200 zählte. Es folgten abwechselnd Flüchtlinge, die ihre Geschichten erzählten und Vertreter der beteiligten Parteien, die es alle nicht versäumten, vor der Landtagswahl in etwa zwei Wochen Wahlwerbung zu machen. Martin Runge (Grüne) zeigte sich betont kämpferisch: „Wir müssen 4.000 oder 40.000 sein. Wir brauchen keinen Spurwechsel wir brauchen einen Richtungswechsel.“ Für ihn bestand das gesamte Programm der CSU aus „Verunsichern, Angst machen und Spalten“; ein Verhalten welches man stoppen müsste: „Wir werden ganz gewaltig für einen Richtungswechsel sorgen.“

Susann Enders (Freie Wähler) äußerte sich ähnlich. Für sie waren Landes- und Bundesregierung Schuld an dem erstarken der rechten Strömungen im Land, während die Anwesenden Problemlöser seien: „Jeder von ihnen ist intelligenter, menschlicher, weitblickender und hat mehr Rückgrat als die Politiker im Land und Bund“. Ein Recht auf Arbeit zähle für sie zu den Menschenrechten. Die Repräsentantin Der Linken, Ernestine Martin-Köppel, eröffnete ihre Rede mit einem Kommentar zur Reform des Rentensystems und betonte, dass Die Linke die einzige Partei sei, die sich für Soziales einsetzt; weshalb ihr Einzug in den Landtag zwingend erforderliche wäre.

Eine Behauptung die bei den Anhängern der anderen vertretenen Parteien zu heftigen Unmutsbekundungen führte. Wobei das klassische „Buh!“ bald durch „Themaverfehlung!“ ersetzt wurde. Das letzte Wort hatte wieder Sautermann. Er rief alle Beteiligten auf, von der Bürgersprechstunde gebrauch zu machen, um dem Landrat die Meinung zu sagen. Gegen 15.30 Uhr endete die Demonstration.

Alexander Straube

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