Das Zauberwort heißt Tangentialverbindung

Demo und Informationsveranstaltung zu geplanten Buslinien in Eichenau

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Unaufgeregter als erwartet: Bei der Demonstration waren nur wenige Transparente oder Plakate zu sehen und keine Trillerpfeifen zu hören.

Eichenau – Bis zum 26.Oktober muss sich Eichenau entscheiden, wie die Buslinien ab Dezember 2021 im Gemeindegebiet verlaufen sollen. Dies wurde auf der Informationsveranstaltung bekannt, die eigens diesem Thema gewidmet war und coronabedingt in der Budriohalle stattfand. Die von Bürgerinitiative (BI) im Vorfeld initiierte Demonstration, die offiziell nicht angemeldet war, blieb unspektakulär.

Dennoch war bei der Informationsveranstaltung der Gemeinde spürbar, dass unter den 100 zugelassen Gästen die Mitglieder der BI die Mehrheit bildeten. Sie klagten erneut darüber, dass die Allinger Straße übermäßig belastet würde. Zu viele Busse, die Belastung für ein Wohngebiet und ein 20-Minuten-Takt, der bis in die Nacht geführt werde, lauteten einige Argumente. 

Neue Buslinie könnte bei künftigen Störungen der S-Bahn entlasten

Auf dem Parkett der Budriohalle mussten die Besucher die Veranstaltung stehend verfolgen. Sitzplätze waren auf der Tribüne zu finden.

Eine weitere Anwohnerin beklagte sich über das ihrer Ansicht bestehende Lkw-Chaos, das im Bereich des neuen Edeka hin zur Allinger Straße bestehe. Hermann Seifert, Experte für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) im Landratsamt, erwiderte unter anderem, dass ein 20-Minuten-Takt nur bis 22.30 Uhr geführt werde. „Eine Verlängerung ist nur eine Option, wenn es gewünscht wird“, so Seiffert. Zudem könne man darüber sprechen, die Busse nur untertags in einem längeren Zeitfenster durch die Allinger Straße fahren zu lassen. Vor allem aber ging Seifert auf die Funktion der Busse als Tangentiallinien ein. Während die künftige Linie 861 als reine Ortslinie nur Eichenauer Gebiet bedient, verkehrt die neue Linie 860 vom Olchinger Gymnasium aus, über den Eichenauer Bahnhof nach Puchheim. Die Linie 862, die wegen der Führung durch die Allinger Straße besonders umstritten ist, können die Fahrgäste zwischen dem Fürstenfeldbrucker Bahnhof, Emmering, Eichenau und dem Bahnhof in Puchheim nutzen. ÖPNV-Vertreter Seifert verwies in diesem Zusammenhang auch auf den entlastenden Charakter der künftigen Buslinien hin bei eventuellen Störungen auf den S-Bahn-Strängen. Zudem sei der dreigleisige Ausbau auf der S-Bahnlinie 4 im Auge zu behalten, der aktuell Beschlusslage ist. „Da werden wir froh sein, wenn wir die Buslinien haben“, so Seifert. 

Kreisbehindertenbeauftragter mahnt Zugänglichkeiten für Rollstuhlfahrer nicht zu beschränken

Er sah daher eine große Chance darin, dass die derzeit mit den Busunternehmen bestehenden Verträge auslaufen und zu Mitte Dezember 2021 neu ausgeschrieben werden müssen. Herbert Sedlmeier als langjähriger Kreisbehindertenbeauftragter mahnte, bei den Bussen die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder Personen, die auf einen Rollator angewiesen sind, zu sehr einzuschränken. Sedlmaier bezog sich dabei auf die Diskussion um die Größe der Busse. Eichenaus Bürgermeister Peter Münster (FDP) hatte unter anderem auf die Entwicklung des Verkehrs in der Gemeinde in den letzten 50 Jahren hingewiesen. 1972 habe es überhaupt noch keine Tangentialverbindung gegeben. Die vor etlichen Jahren diskutierte StadtUmland-Bahn sei aus Kostengründen nicht weiter verfolgt worden. Hans Kürzl

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