Rund 100 Demonstranten zeigten Flagge gegen die als verfassungsfeindlich geltende Partei "Der III. Weg" in Fürstenfeldbruck

Flagge gegen Rechtsextremismus

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Rund 100 Gegendemonstranten zeigten Flagge gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit am Samstag, 16. 7. in FFB.

Fürstenfeldbruck –  Wie der Kreisbote am Samstag, 16. 7. bereits auf Facebook berichtete, haben bis zu 100 Menschen  am Samstag auf dem Brucker Marktplatz gegen eine Kundgebung der als verfassungsfeindlich geltenden Partei „Der Dritte Weg“ demonstriert. Zu der Gegendemo hatte Willi Dräxler, der Integrationsbeauftragte der Stadt Fürstenfeldbruck, aufgerufen. Dräxler selbst hat nach eigenen Worten „zufällig von einem Informanten gesteckt bekommen, dass diese Demo stattfindet“.

Anhänger der als verfassungsfeindlich geltenden Partei "Der Dritte Weg" bei ihrem Auftritt in der Hauptstraße FFB.

Per Rundmail hat er seine Mitstreiter informiert. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile über die sozialen Medien. Am Ende sahen sich die knapp 20 Mitglieder des „Dritten Wegs“ der fast fünffachen Zahl an Gegendemonstranten gegenüber. Mit Trillerpfeifen und laut „Nazis raus aus Fürstenfeldbruck“-Rufen sorgten die Brucker dafür, dass die mit einem Auto mit Altöttinger Kennzeichen angereisten Demonstranten ihr Anliegen kaum an den Mann bringen konnten. Die Hetzparolen gegen die Asylunterkunft am Fliegerhorst waren jedenfalls kaum zu verstehen. Sogar vorbeifahrende Auto- und Radfahrer machten mit eindeutigen Handgesten deutlich, was sie von den Ansichten der als rechtsradikal geltenden Partei hielten. Nach etwas mehr als einer Stunde packte der „Dritte Weg“ schließlich die Banner und Schilder mit der Aufschrift „Asylflut stoppen“ wieder ein zog seines Wegs. Auschreitungen gab es keine. Rund ein Dutzend Polizisten sorgte vor Ort dafür, dass trotz der einen oder anderen kleineren Provokation auf beiden Seiten alles friedlich blieb.

Andreas Daschner

Panoramabild der Demonstration

Anmerkung der Redaktion: Zitat aus dem Verfassungsschutzbericht 2015 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern: "Die Partei III. Weg vertritt einen stark neonazistisch geprägten Rechtsextremismus. Der überwiegende Teil der Aktivisten des verbotenen Freien Netzes Süd sympathisiert mit der Partei bzw. ist Mitglied oder Fördermitglied." Weiter heißt es: "Die ideologischen Ziele der Partei ergeben sich aus ihrer Satzung sowie aus einem "Zehn-Punkte-Programm", das auf Elemente des 25-Punkte-Programms der NSDAP zurückgreift".

Außerdem gehören Israel und die USA zum Feindbild des III. Wegs, es wird zum Boykott israelischer Waren aufgerufen und die als verfassungsfeindlich geltende Partei fordert  - Zitat:  "ein sofortiges Ende der imperialistischen Kriegstreiberei durch die USA und Israel, welche vielfach Flüchtlinge hervorruft". Auf der Website der Anhänger wird ein Flugblatt offeriert mit einer Gebrauchsanweisung, "Wie verhindere ich ein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft?".

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