Im Interview erzählt Walter Weiss alles über seine Fotoserie für den guten Zweck

Märchenhaftes Germering

Der 44-jährige Germeringer Walter Weiss startet Kalenderprojekt für den guten Zweck
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Der Germeringer Walter Weiss hat eine Fotoserie zum Kalender gemacht.

Germering – Für manch einen ist Germering eine Schlafstadt, für andere, wie den 44-jährigen Familienvater Walter Weiss, hat es gar etwas märchenhaftes. Innerhalb der letzten 15 Monate hat er es sich deswegen zur Aufgabe gemacht die schönen Seiten der Großen Kreisstadt auf Bild einzufangen und diese für Jedermann greifbar zu machen. Für den Grafiker und Werbetexter hat sich die Fotografie im Laufe der Jahre zu einem Nebenerwerb entwickelt. Neben Workshops für Fotografie, Bildgestaltung und Bildbearbeitung, die er gibt, bearbeitet er kleinere Fotoaufträge und erschafft kreative Fotoserien. Ein Resultat hiervon ist der Fotokalender „Märchenhaftes Germering“.

Germeringer Anzeiger (GA): Wie ist die Idee zu dem Germering-Kalender entstanden?

Walter Weiss: Ich wollte die, vielleicht auf den ersten Blick verborgene, Schönheit von Germering und der zauberhaften Natur um die Stadt herum aufspüren und den Bewohnern besonders märchenhaften Plätze näherbringen. Da ich alle Jahreszeiten bildlich festgehalten habe, eignet sich ein Monatskalender sehr gut. Für das beschauliche Bergdorf Reit im Winkl hatte ich bereits ein vergleichbares Projekt umgesetzt.

Was bedeutet Fotografieren für Sie?

Es ist mein Lieblings-Hobby, mein Ausgleich zum manchmal stressigen Alltag. Abschalten, geduldig Beobachten und entspannt über die gesamte Dauer eines Sonnenuntergangs Aufnahmen zu machen ist für mich unheimlich beruhigend.

Wie haben Sie Ihre Germering-Motive ausgewählt und wie sind Sie dorthin gekommen?

Das märchenhafte Germering.

Ich habe im Vorfeld auf einer Karte, die Orte eingezeichnet, die ich regelmäßig im Jahreslauf besuchen wollte. Die wichtigsten Schauplätze waren der Germeringer See, die wunderbaren Wälder um den Parsberg und Nebel. Um diese „Hot-Spots“ habe ich mir eine Radlroute ausgedacht. Fahrrad fahren hat den großen Vorteil, schnell zu vielen Orten, auch in Naturschutzgebieten, zu kommen und die Fotoausrüstung nicht tragen zu müssen.

Welches Equipment hatten Sie in den Satteltaschen?

(lacht) Ja, da kommt einiges zusammen… in einer Tasche hatte ich meine Landschaftsaufnahmen-Weitwinkel-Vollformat-Hauptkamera und ein Stativ für Sonnenuntergänge gepackt. In der anderen eine schnell-auslösende Zweitkamera mit Teleobjektiv für Tieraufnahmen und eine Drohne.

Sie sprechen Drohnenaufnahmen an. Was ist daran besonders herausfordernd?

In die Luftbilder musste ich mich neu einarbeiten, da ich sonst eher „bodenständig“ fotografiert habe. Die Grundregeln der Bildgestaltung bleiben gleich, aber man muss schon etwas tricksen, zum Beispiel durch Panorama-Aufnahmen, um atemberaubende Aussichten „einfliegen“ zu können.

Welche Rolle spielen Wetter und Lichtstimmungen?

Neben Germering sind das die heimlichen Hauptdarsteller. Fotografieren ist „Malen mit Licht“, ich versuche besondere Stimmungen einzufangen, das geht am besten früh morgens oder in den Abendstunden. Die Sonne sorgt zu diesen Zeiten für spannende Lichtblicke, in Form von Gegenlicht-Blendensternen oder durch Bäume scheinendes Streulicht.

Die Bildsprache ist farbenfroh und „märchenhaft“. Wie viel Bildbearbeitung steckt dahinter?

Ich versuche natürlich aus dem Rohmaterial noch das Möglichste „hervor zu kitzeln“ und verstärke vorhandene Stimmungen, ohne aber künstlich etwas hinzuzufügen. Die finalen Bilder zeigen was ich bei der Aufnahme empfunden habe und sie sollen eine optimistisch-positive Ausstrahlung besitzen.

Haben Sie Lieblingsbilder aus der Serie?

Das „Rehrudel“ auf den Feldern vor der B2. Ich hatte den Wunsch ein besonderes Tierbild mit aufnehmen zu können. Diese Anzahl von Wildtieren in Stadtnähe vorzufinden war – trotz regelmäßigem Anpirschen und guter Telezoom-Reichweite – großes Glück. Auch das Dezember-Bild der winterlichen „Nebelallee“ zwischen Streiflach und Freiham mag ich sehr.

Welche Unterstützung hatten Sie bei Ihrem Fotoprojekt?

Idee, Konzept, Radeln (grinst), Fotografie, Bearbeitung, Text, Gestaltung, Marketing, Pressearbeit und Druckhandling habe ich in alleiniger Eigenregie gemacht. Das gesamte Budget für den Druck habe ich vorfinanziert. Große Unterstützung habe ich aber durch die Stadt Germering (in Form einer Drohnenbild-Sondergenehmigung) und durch viele Händler vor Ort erfahren. So hatte mir bereits im Vorfeld die Buchhandlung Lesezeichen dankenswerterweise zugesagt, dass der Kalender über sie vermarktet werden kann. Auch meine Postkarten- und Plakat-Aktion haben ganz viele Firmen unterstützt.

Sie wollen mit diesem Kalender auch etwas Gutes tun und soziale Projekte unterstützen?

Ja, jeder Kalender soll helfen! Gerade in diesem besonders schwierigem Jahr ist mir dieser soziale Aspekt sehr wichtig. Von jedem verkauften Kalender wird ein Teil des Verkaufspreises über den Lions Club Germering soziale Projekte vor Ort unterstützen. Ich hoffe, dass ich mit meinem positiv-sonnigen Lichtblick-Projekt denen helfen kann, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Wie viel Spendengelder möchten Sie zusammen bekommen?

Mein Traum ist, dass durch mein Bekanntmachungs-Engagement, Mund-zu-Mund-Propaganda und Presseberichte, eine Welle der Hilfsbereitschaft losschwappen wird und es gemeinsam gelingt, dass ein Prozent aller Germeringer sich einen Kalender, zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk, kaufen. Dann würden weit über 1.000 Euro für die sozialen Projekte zusammen kommen.

Was ist das Besondere an dem Germering-Kalender?

Zu jedem Bild gibt es eine kleine Beschreibung und eine Kompassnadel zeigt den genauen Standort. So kann man diese Orte leicht finden und besuchen, sollte man den ein oder anderen noch nicht kennen. Lokales Germeringer Brauchtum wird in das Kalendarium aufgenommen.

Wo wird es den Kalender geben?

Der Kalender ist in der Buchhandlung Lesezeichen ab heute zu haben. Außerdem ist er im „vundervoll“ und auf dem Christkindlmarkt am Fun Unlimited Stand erhältlich.

Wie viel wird der Kalender kosten?

15 Euro, für großes DIN A3 Format, 14 glänzende Seiten auf hochwertigem Fotokarton, Papprücken. Mit klimaneutralem Druck und dem Spendenanteil ein fairer Preis, wie ich glaube.

Becker

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