Von den Anfängen im Jahr 1952 bis zur heutigen Zeit

68 Jahre Germeringer Anzeiger

Eingangsbereich der Geschäftsstelle des Germeringer Anzeiger in der Frühlingstraße.
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Nach 68 Jahren schließt die Geschäftsstelle des Germeringer Anzeiger in der Frühlingstraße. Weiter geht es in Fürstenfeldbruck im Stockmeierweg 1.

Germering – Es startete in den frühen Fünfzigern als Vision, ein Nachrichtenblatt auf den Markt zu bringen, in dem Menschen Werbe-Anzeigen schalten konnten und gleichzeitig etwas über ihr Umland erfuhren. 1952 setzte Walter Schneider seine Idee um, wenn auch zunächst die Familie als Austräger fungierte und die wenigen Exemplare – etwa 1.000 Stück – des Gemeinde-Anzeigers nach Unterpfaffenhofen, Gilching und Puchheim brachten.

Die Idee war simpel: Kostenlose Informationen, regionale Nachrichten und lokale Werbung – und das kompakt verpackt in einer handlichen Zeitung. Das war die Geburtsstunde der ersten Anzeigenzeitung im Landkreis. Schnell füllte der Gemeinde Anzeiger die Lücke derer Haushalte, die keine Tageszeitung bekamen. Zunächst im Bleisatz produziert – dem gleichen Prinzip wie Gutenbergs Buchdruck folgend, dauerte die Herstellung einer Ausgabe zwölf bis 16 Stunden.

Das erste Team des Gemeinde Anzeiger.

Die Anzeigen holte Schneider zunächst persönlich bei den Geschäftsleuten ein. Mit der Zeit, als das Geschäft immer mehr florierte und die Auflage stieg, vergrößerte sich auch der Mitarbeiter-Pool und in den Geschäftsräumen in der Frühlingstraße herrschte stets ein lebhaftes Treiben. 15 Jahre lang führte Walter Schneider den Gemeinde Anzeiger bis 1967 seine Frau Ruth und der Sohn Norbert die Firma nach dessen Tod übernahmen. Da der Verlag, zu dem anfangs auch der Druck der Wochenzeitung sowie von Glückwunschkarten oder auch Plakaten gehörte, stets in Familienhand war, war die Übergabe an den Sohn der nächste natürliche Schritt und Norbert Schneider führte das Unternehmen bis zu seinem Renteneintritt erfolgreich weiter. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Walter und Ruth Schneiders Tochter Heidi. „Ich war 45 Jahre in der Frühlingstraße tätig, zuletzt in leitender Position. Die Treue unserer Kunden hat uns zum Erfolg verholfen und uns zu einem etablierten Anzeigenblatt im Münchner Westen werden lassen“, sagt sie.

Germeringer Anzeiger wechselt Standort

Um die Jahrtausendwende erreichte der Gemeinde Anzeiger seine Höchstauflage. Rund 86.000 Exemplare wurden von Herrsching bis Fürstenfeldbruck an die einzelnen Haushalte verteilt. Stets gespickt mit Anzeigen der örtlichen Kunden und Artikeln über die letzte Stadtratssitzung, Polizeimeldungen oder zu aktuellen Themen, die die Leser interessieren – redaktionell aufbereitet mit Fotos. Mittlerweile gehört der Germeringer Anzeiger zum Kreisbote und ist auch aus diesem Grund zu Beginn des Jahres 2021 in das Medienhaus im Stockmeierweg 1 in Fürstenfeldbruck gezogen. Nach 68 Jahren in der Frühlingstraße in Germering ein großer Schritt für das Anzeigenblatt, das inzwischen nur noch innerhalb Germerings verteilt wird. „Dennoch bleibt der Service beim alten“, verspricht Schneider. Mit dem Wandel der Zeit ist auch der Online-Auftritt des Germeringer Anzeiger gewachsen.

Die erste Ausgabe ist am 18. Juli 1952 erschienen.

Neben einem E-Paper sind unter www.gemeinde-anzeiger.de aktuelle Berichte zu Themen aus der Großen Kreisstadt oder dem Fürstenfeldbrucker Landkreis zu finden.

Claudia Becker

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