EU-Beitritt und Nationalfeiertag – Kroatische und Deutsche Bürger beim Grillfest an der Amper 

Kroatisch-Deutsche Gesellschaft feierte mit deutschen Freunden und dem Generalkonsul 

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 Die Kroatisch-Deutsche Gesellschaft Fürstenfeldbruck feierte den EU-Beitritt (3.v.li.): CSU-Stadtrat Andreas Lohde, FW-Stadtrat Dr. Götz Hildenbrand, Vereinspräsident Ivica Bransteter, Generalkonsul Petar Uzorinac,  (u. re.) Tatjana Bransteter, li. neben ihr Sanjica Hemen, 1. Vizepräsidentin der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft Fürstenfeldbruck e.V. 

Fürstenfeldbruck –   Mit einem Grillfest auf der sogenannten Halbinsel an der Amper an der Schöngeisinger Straße feierte die Kroatisch-Deutsche Gesellschaft am 6. Juli zum einen den Nationalfeiertag Kroatiens (25. Juni) und zum anderen den EU-Beitritt. Aus München nahm der Generalkonsul Kroatiens, Petar Uzorinac, an dem Sommerfest teil. 

Anders als bei früheren Beitritten in die Europäische Union (EU) brach kaum ein Mitgliedsstaat in Jubel aus, als Kroatien am 1. Juli 28. Mitglied der Gemeinschaft wurde. Der Beitritt Kroatien erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Union ihre  bisher schwerste  Krise bewältigen muss. Von den Kroaten in Fürstenfeldbruck wurde der Beitritt dagegen allerdings durchwegs positiv bewertet. 

Aus München nahm der Generalkonsul Kroatiens, Petar Uzorinac, an dem Sommerfest teil.  Als Vertreter der Großen Kreisstadt überbrachte der Referent für Partnerstädte, Stadtrat Dr. Götz Hildenbrand (FW), die Grüße von OB Sepp Kellerer. 

Der Präsident der Kroatisch-Deutschen Gesellschaft, Ivica Bransteter und seine Frau Tatjana, leben seit 23 Jahren in Fürstenfeldbruck. Bransteter  arbeitet seit über 20 Jahren bei Coca-Cola im Brucker Westen, die Ehefrau ist Krankenschwester im Brucker Klinikum. Sie kamen damals nach Bayern als die Nachfrage nach Krankenpersonal groß war, berichtete Tatjana Bransteter. Ein Jahr später folgte ihr Mann nach. „Wir wollten einfach im Westen leben“, nannte sie als Grund, warum sie ihre Heimat verließen. 

Mit dem Beitritt Kroatiens hoffen beide nun, dass ihre Landsleute in der Heimat so gut leben können, „wie wir hier“. Sie hoffen vor allem, dass die Arbeitslosen weniger werden und dass die Abwanderung junger Leute zurückgeht. Der 41-jährige Ivan Severinac, der in Bruck geboren ist, mit sieben Jahren mit seinen Eltern nach Kroatien zurückkehrte und mit 16 Jahren wieder nach Bruck kam, freut sich, dass Kroatien jetzt zur „großen europäischen Familie“ gehört. 


Auch er erhofft sich durch den Beitritt vor allem für die Menschen in Kroatien ein besseres Leben. Gerhardt Wegner aus Fürstenfeldbruck, der durch seine Nachbarin vor fünf Jahren Mitglied im kroatischen Verein wurde, sieht den Beitritt schon etwas abgeklärter als seine kroatischen Freunde. „Wenn sich die erste Euphorie gelegt hat, dann werden sie noch zu spüren bekommen, dass plötzlich ihre Tomaten und Erdbeeren mehr kosten. Es wird sehr schwer für das Land.“ Und Hans Lechner aus Fürstenfeldbruck meinte, „Kroatien muss zunächst selbst seine Probleme in den Griff kriegen: die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit ist hoch und vor allem die Korruption muss das Land bekämpfen.“


 Die Kroatisch-Deutsche Gesellschaft Fürstenfeldbruck wurde am 14. Januar 2001 gegründet. Die Initiative ergriffen damals  einige kroatische und deutsche Mitbürger, die in der Kreisstadt leben, mit dem Ziel, u. a. die Verständigung zwischen dem deutschen und kroatischen Volk zu fördern und die Städtepartnerschaft zwischen Zadar und Fürstenfeldbruck mitzugestalten. Der Verein zählt derzeit knapp über 80 Mitglieder, die in Fürstenfeldbruck und im Landkreis leben, davon sind ca. ein Drittel Deutsche. 

Dieter Metzler

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