Infoveranstaltung für Bürger in der Stadthalle

Deutsche Post plant großes Briefzentrum in Germering

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Stellten ihr Pläne in der Stadthalle vor (von links): Bettina Altschäffl (Projektleiterin), Dietmar Bü- denbender (Leiter Corporate Real Estate der Deutschen Post), Thomas Schlickenrieder (Projektleiter) und Jürgen Roth (Immobilienbeauftragter).

Germering – Die Deutsche Post plant im Norden des Gewerbegebiets in Germering eine neue, moderne Niederlassung: Das Briefzentrum 2.0. Vorausgesetzt der Stadtrat stimmt dem Vorhaben zu, sollen ab 2021 Pakete und Briefe von Germering aus an Haushalte und Firmen verteilt werden. Das gefällt nicht jedem. Deshalb hat die Post bei einem Infotag die Germeringer über ihr Vorhaben informiert.

Rund um die Arnulfstraße wird man zukünftig wohl weniger gelbe Sprinter mit schwarzer Schrift vorfahren sehen, ebenso in Schorn bei Starnberg. An beiden Standorten schließt die Post ihre Niederlassungen und will umziehen – nach Germering. Ob von dort aus in drei Jahren die Zusteller ihre Touren starten können, wird sich zeigen, zunächst hieß es für die Post am 9. November die Germeringer mit Werbefilm, Infoständen und Gewinnspielen über das Vorhaben zu informieren, während die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) bereits vor der Stadthalle Flyer an die Besucher verteilte, um gegen den Bau des Briefzentrums mobil zu machen. 

 Investitionen in Höhe von dreistelligen Millionenbeträgen

„Wir planen im Gewerbegebiet ein Logistikkonzept der Zukunft zu errichten“, erklärt Dietmar Büdenbender von der Deutschen Post. Dafür wollen die Verantwortlichen einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Und einen Schritt zurück, scheint es nicht zu geben. „Der Vertrag mit der Niederlassung in der Arnulfstraße wurde bereits gekündigt“, erklärt Dietmar Büdenbender. Ausschlaggebend für den Umzug in München seien, neben hohen Auflagen durch die Stadt auch die Nähe zu den Wohnungen im Stadtgebiet. „Das ist kein Standort für die Zukunft“, erklärt Büdenbender. Nur noch zwei oder drei Verteilungsstätten in Deutschland stünden noch zentral, so wie in Frankfurt und München, so Büdenbeder. Man fasste den Entschluss die zwei Briefzentren Starnberg und München zusammen zulegen. In Germering schwebe den Verantwortlichen moderne Büros für die Verwaltung sowie rund 1.300 Arbeitsplätze mit digitaler Unterstützung vor. Für die Mitarbeiter soll es eine Tiefgarage unter dem Zentrum geben und für die Sprinter ein Parkhaus. 

Gewerbesteuer, Kindergarten und Ausbau des ÖPNV

Und auch Germering soll profitieren, unter anderem von einer hohen Gewerbesteuer und einer eventuelle Beteiligung an einem Kindergarten sowie dem Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Wenn es läuft wie geplant, sollen Sprinter von Germering aus Post nach München, Germering bis in den Starnberger Raum ausliefern, wobei von einer weiteren Belastung der Straßen abgesehen werden soll. „Wir haben ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag gegeben“, erklärt Projektleiter Thomas Schlickenrider. Hiernach würden bei Normalbetrieb rund 40 Fahrzeuge pro Stunde mehr auf den Straße unterwegs sein, zu spitzen Zeiten um die 100. „Sie müssen sich vorstellen, dass alle eineinhalb Minuten ein Auto kommt“, erklärt der Projektleiter.

Mit E-Mobilität in die Zukunft

Zudem will die Post die E-Mobilität ausbauen. Derzeit fahren von der Post im Bundesgebiet rund 6.000 solcher Fahrzeuge, die gleiche Anzahl neuer Fahrzeuge ist für das folgende Jahr geplant. „Wir testen gerade 7,5 Tonner mit Batterien“, erkärt er. „Unser globales Ziel ist, dass wir bis 2050 emissionsfrei sein möchten“, sagt Schlickenrieder. Bis 2025 soll allerdings in Deutschland bereits die Abgasund Feinstaubbelastung deutlich reduziert werden, indem 70 Prozent der Abholungen und Zustellungen mit sauberen Lösungen durchgeführt werden. Um Lärm zu vermeiden, sollen Fahrzeuge im Lärmschatten an- und abfahren. Des weiteren soll durch regionale Teilzeitkräfte die Umwelt entlastet werden. „Mittelfristig sollen 50 Prozent der Beschäftigten aus Germering kommen“, sagt Büdenbender. Umzugsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, weder aus München noch aus Starnberg. „Wir wollen jeden mitnehmen“, sagt Büdenbender. Ob es zum Neubau kommt, darüber wird der Stadtrat entscheiden. 

Hamann

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