Im Dezember gegründeter DigiClub bietet Girls- und erstmals Boys-Technik-Camps an

Wenn Mädchen digital durchstarten

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Sonja Eberle, Charlotte Pfeiffer, Vanessa Bichlmeier, Neele von Dehn-Rotfelser, Susanne Freiwald, Victoria Obermeier (untere Reihe von links) sowie Marie-Luise Prescher, Marie Müsse und Jürgen Biffar (obere Reihe von links) stellen die drei Roboter vor, die während der 21 Technik Camps programmiert werden können.

100 Jahre Frauenwahlrecht, die Einführung des Girls Day im Jahr 2001 und die Tatsache, dass der Weltfrauentag am 8. März ab diesem Jahr in Berlin zum Feiertag ernannt wurde – dennoch werden Frauen in Deutschland oftmals gegenüber ihrer männlichen Kollegen nachteilig behandelt. Neben der unterschiedlichen Bezahlung und Debatten wie #MeToo hält sich die allgemeinen Annahme vieler, Frauen seien, was die Technik betrifft, auch im 21. Jahrhundert nicht auf demselben Stand wie Männer – ein Klischee, welches tagtäglich in der Arbeitswelt bedient wird.

Germering - Im Dezember letzten Jahres gründete sich der Germeringer DigiClub, um sich unter anderem mit genau dieser Thematik zu beschäftigen: bereits junge Mädchen mit der Technik und der Digitalisierung vertraut zu machen und das in einem entspannten Umfeld ohne Leistungsdruck. Dass sich auch Mädchen und junge Frauen mit Technik auseinandersetzen – und das sogar freiwillig und gerne – beweisen die Betreuerinnen der Girls und Boys Camps, die unter der Schirmherrschaft des DigiClubs stattfinden werden. So erzählt Sonja Eberle, Kursleiterin des Little Bits Camp, dass sie nach der Schule Computer Linguistik studieren möchte.

Von Jugendlichen für Jugendliche

Um Mädchen und junge Frauen immer vertrauter mit der Technik und der digitalen Welt zu machen, gibt es seit dem Jahr 2016 in Germering die sogenannten Girls-Technik-Camps. Unterstützt und gefördert sollen insbesondere technikinteressierte Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren. Eine Neuerung ab diesem Jahr werden die Boys Camps sein – denn auch Jungs sollen spielerisch an technische Geräte, abseits vom Smartphone und der Playstation, herangeführt werden. „Eine Geschlechtertrennung“, sagt die Stellvertretende Vorsitzende Susanne Freiwald, „ist notwendig, um ein hohes Erfolgserlebnis zu vermitteln. Mädchen sind untereinander freier im Handeln und Programmieren.“ Außerdem seien die Camps so ausgelegt, dass Anfänger einen leichten Einstieg fänden. Eberle, die im letzten Jahr bereits ein Camp geleitet hat sagt: „Die Mädchen waren sehr interessiert und fanden die Roboter süß, vor allem, wenn sie tanzen wie Zowi. Zu Anfang sind die meisten zwar scheu, aber dann sind alle schnell aufgetaut.“ Den Betreuerinnen ist es wichtig, in erster Linie aufzuklären. Die unterschiedlichen Teams werden ausschließlich von Jugendlichen geleitet und sind nur für Jugendliche – Erwachsene treten lediglich als Gesamtverantwortliche im Hintergrund auf. So werben die Mitglieder des DigiClubs auch aktiv an den Germeringer Schulen für ihre Camps und besuchten beispielsweise die Grundschulen. „Etwa ein Drittel der Teilnehmer setzt sich uch Grund- und zwei Drittel aus Schülern der weiterführenden Schulen zusammen“, erklärt Jürgen Biffar, Vorsitzender des DigiClubs. Unterstützt würden sie dabei von den Lehrern, die auf Schüler und Eltern zu gehen und die Idee der Camps weitertragen.

Camps starten in Osterferien

Die nächsten Camps sind heuer für die Osterferien geplant. Ein Camp dauert immer zwei Tage, von 9 bis 14.30 Uhr und ist für bis zu zwölf Teilnehmer. Neben der Möglichkeit einen Roboter so zu programmieren, dass er von alleine fahren kann, gibt es beispielsweise auch einen Workshop, in dem die Jugendlichen lernen, wie eine App programmiert wird. „Wir wollen Kinder aller Schichten erreichen, deswegen gibt es jetzt auch Boys Camps und alle Camps kosten nur 19 Euro“, erzählt Freiwald. Sei dies für Familien dennoch eine Hürde sich anzumelden, so springe die Stadt Germering finanziell ein. Ein besonderer Höhepunkt, so verraten die Betreuerinnen, wird die Girls Pool und Technik Freizeit sein. Zehn Betreuerinnen und 40 Teilnehmerinnen fahren nach Franken auf die Burg Wernfels, um dort neben technischen Neuerungen, die Natur zu erkunden. Denn eines ist den jungen Mädchen im Alter von 13 bis 20 Jahren besonders wichtig: der Spaß an der ganzen Sache darf nicht zu kurz kommen. Die Jungen und Mädchen, die sich entscheiden an einem der Camps teilzunehmen, sollen gerne wiederkommen oder im Idealfall sogar, wie Neele von Dehn-Rotfelser, vom Teilnehmer zum Betreuer werden. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. 

Claudia Becker

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