Reifenstecher geriet an die Falschen 

Täter im Schwitzkasten 

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Stefano Messina hielt einen Reifenstecher bis zum Eintreffen der Polizei im "Schwitzkasten" fest. Er ist Boxer.

Germering - Ausgerechnet vier Autos von Trainern und Boxern des Brucker Boxclubs hatte sich ein Reifenstecher ausgesucht. 

Zivilcourage bewies der 23-jährige Stefano Messina aus Germering am 30. Oktober, als er einen „Reifenstecher“ auf frischer Tat ertappte und solange festhielt, bis ihn die Polizei dingfest machte.

Der 29-jährige alkoholisierte Täter hatte sich für sein kriminelles Vorgehen ausgerechnet vier Autos von Trainern und Boxern des Brucker Boxclubs BC Piccolo ausgesucht, die auf dem Parkplatz der Schule Nord in Fürstenfeldbruck abgestellt waren. Die Sportler hielten an diesem Dienstagabend in der Schulturnhalle ein Trainingscamp ab. In seinem Rausch übersah der Reifenstecher wohl, dass in einem Fahrzeug noch der Schwergewichtsboxer des BC Piccolo saß. Messina, oberbayerischer Vizemeister 2010, der in einem Brucker Autohaus arbeitet, überbrückte die Zeit vom Arbeitsende bis zum Trainingsbeginn im Auto und hielt derweil ein Nickerchen. Dieses gönnten ihm der inzwischen eingetroffene Piccolo-Cheftrainer Wolfgang Schwamberger und weitere Box-Kollegen, die ihre Autos neben Messina Wagen parkten. Bis zum Trainingsbeginn war ja noch etwas Zeit.


Der Reifenstecher, der mit einem Butterflymesser die Reifen von drei Fahrzeugen bereits zerstochen hat, machte sich gerade am ersten Reifen von Messinas Auto zu schaffen, als der Boxer durch das Zischen der entweichenden Luft wach wurde. Er sprang aus dem Fahrzeug und stellte den verdutzten Übeltäter zur Rede. Der ergriff jedoch die Flucht. Doch der durchtrainierte Boxer verfolgte ihn, riss ihn zu Boden und nahm ihn in den Schwitzkasten. Da griff der nach Luft japsende Reifenstecher zu einer List. „Ich bin Asthmatiker“, stammelte er. Messina lockerte seinen Griff und ließ den Mann aufstehen. Der riss sich los und warf bei seiner erneuten Flucht seinem Verfolger eine Flasche nach. Doch Messina ließ sich nicht beirren. Er holte den Reifenstecher ein und hielt ihn solange fest, bis er ihn an die inzwischen von Passanten herbeigerufene Polizei übergeben konnte. 


„So einen Typen darf man doch nicht laufen lassen. Der hätte bestimmt auf seinem Trip noch mehr angestellt“, begründete Stefano Messina sein beherztes Eingreifen. Seinen Mut führte der 23-Jährige aber auch auf sein mehrjähriges Boxtraining beim BC Piccolo zurück, das ihm viel Selbstvertrauen gegeben hat. Auch wenn BC Piccolo-Präsident Manfred Kaltenhäuser mächtig stolz auf seinen Schützling ist, so ist er aber auch gleichzeitig froh, dass Messina bei der Aktion nichts passiert ist. „Wichtig ist“, so Kaltenhäuser, „dass Stefano die Situation jederzeit überschauen konnte.“                                           

 Dieter Metzler          


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