Sommerempfang der Kreishandwerkerschaft

Fünf Betriebe streiten um einen Gesellen

+
Den Handwerkerpreis für den Landkreis und für die Stadt Fürstenfeldbruck sowie ein goldener Meisterbrief wurde auf dem Sommerempfang an Betriebe vergeben.

Der Sommerempfang der Kreishandwerkerschaft hat sich längst zu einer Plattform für den Austausch zwischen Handwerk, Politik, Wirtschaft und Banken in der Kreisstadt etabliert. So konnte Kreishandwerksmeister Harald Volkwein knapp 100 Gäste im Churfürstensaal der Polizeifachhochschule zum diesjährigen Empfang, dem inzwischen fünften Sommerempfang, begrüßen, darunter als Ehrengast die Vizepräsidentin der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Carola Greiner-Bezdeka.

Fürstenfeldbruck - Neben dem Gastvortrag von Greiner-Bezdeka, standen die Vergabe der Handwerkerpreise des Landkreises und der Kreisstadt sowie die Überreichung eines Goldenen Meisterbriefes im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von der Brucker Stadtkapelle musikalisch begleitet wurde. Aktuell laufe es im Handwerk gut, meinte Greiner-Bezdeka bei ihrem Gastvortrag. Der Aufschwung sei stabil und auch aus dem Landkreis Bruck könne sie von erfreulichen Entwicklungen berichten. Die 3.700 Handwerksbetriebe mit ihren 11.700 Beschäftigten haben einen sagenhaften Umsatz von 1,35 Milliarden Euro, ein Umsatzplus von 4,2 Prozent. „Eine gute Gegend, hier lässt es sich gut leben“, meinte die Vizepräsidentin der Handwerkskammer. Die optimistische Stimmung im Handwerk werde aber getrübt durch die schwierige Versorgung mit Fachkräften. Eine große Herausforderung stelle auch die berufliche Integration von Flüchtlingen dar. Das Handwerk benötige die politische und öffentliche Anerkennung, so die Vizepräsidentin.

Wertschätzung könnte besser aussehen

Hier könnte ihrer Ansicht nach die Wertschätzung noch besser aussehen. Greiner-Bezdeka sieht erhebliche Gefahren durch den Handelsstreit mit den USA, die ungelösten Probleme im Euroraum, sowie die unsichere Lage in Italien und die Sanktionen gegen den Iran und Russland beuten erhebliche Gefahren für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das Handwerk muss sich offensiv den Herausforderungen stellen. In diesem Sinne sehe sie, wie wichtig so ein Sommerempfang in der Gesellschaft sei, denn der Austausch auf allen Ebenen werde Früchte tragen, dessen sei sie sich sicher. Nur noch 20 Prozent der Betriebe bilden aus, sagte zuvor Volkwein. Das bedeutet, gleich fünf Betriebe streiten sich theoretisch um den fertigen Gesellen. Das könne nicht der Weg fürs Handwerk sein. Die Ausbildung in den Handwerksbetrieben müsse stärker gefördert werden. 

Genügend Lehrlinge, aber zu wenige Ausbildungsbetriebe

Es gebe genügend Lehrlinge, das Problem sei vielmehr, dass viele Betriebe nicht mehr ausbilden können, da 40 Prozent der Betriebe nur noch Ein-Mann-Betriebe sind. Die Bestrebungen der sogenannten „Rückvermeisterung“, darunter versteht man die Aufhebung des Meisterzwangs für Berufe und Gewerke hält Volkwein für eine Gefahr für das duale Ausbildungssystem, um das uns die ganze Welt beneidet. Auch diesmal wurden jeweils drei Handwerksbetriebe aus der Kreisstadt und drei Unternehmen aus dem Landkreis mit dem Handwerkerpreis 2018 ausgezeichnet. Bei der Auslobung der diesjährigen Handwerkerpreise lag das Jahr der Betriebsgründung der jeweiligen Betriebe als Kriterium zugrunde. Neben einer Urkunde erhielten die geehrten Firmen ein gestaffeltes Preisgeld in Höhe von 500, 300 und 200 Euro. Die Laudatio übernahm der Beauftragte der Kreishandwerkerschaft, Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer, den Volkwein anerkennend einen weiteren Ehrentitel verpasste, als er ihn als seinen „Hofzeremonienmeister“ vorstellte. Die Auszeichnungen überreichten die Vizepräsidentin der Handwerkskammer und die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler. 

Auszeichnungen für Landkreis Betriebe

Mit der Auszeichnung will die Kreishandwerkerschaft öffentlich die Bedeutung des Handwerks zum einen für den Landkreis, aber auch die Volkswirtschaft und die Gesellschaft herausstellen. Der Familienbetrieb von Hans Dillitzer und Sohn aus Fürstenfeldbruck belegte den ersten Platz. Den zweiten Platz erhielten die Stadtwerke Fürstenfeldbruck und den dritten Preis erhielt Henne Heizung-Lüftung-Sanitär GmbH. Den ersten Preis im Landkreis heimste Josef Schlemmer und Sohn GmbH aus Jesenwang ein. Der zweite Platz ging an die Schreiner Anton Huber aus Steinbach, und den dritten Preis erhielt das Autohaus Knoller aus Moorenweis. Mit dem Goldenen Meisterbrief für 35 Jahre Meister im Friseurhandwerk wurde Günther Fuchs aus Olching ausgezeichnet. 

Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesen

+++ Blaulicht-Ticker für den Landkreis Fürstenfeldbruck
+++ Blaulicht-Ticker für den Landkreis Fürstenfeldbruck
Kleingartler in der Ameisensiedlung nehmen Auszeit von Alltag und Coronavirus
Kleingartler in der Ameisensiedlung nehmen Auszeit von Alltag und Coronavirus
Stichwahl in Alling: Joachimsthaler gegen Schröder
Stichwahl in Alling: Joachimsthaler gegen Schröder
Wirt missachtet Allgemeinverfügung und will Gäste durch Hintertür verschwinden lassen
Wirt missachtet Allgemeinverfügung und will Gäste durch Hintertür verschwinden lassen

Kommentare