Diskussionsrunde bei der Brucker Brücke

Mit Fakten gegen Hetze und Verschwörungstheorien

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Bei der Diskussionsrunde zum Thema Toleranz (von links): Jeanne-Marie Sindani, Andreas Ströhle, Detlef Arzt, Harald Buwert, Willi Dräxler und Margot Simoneit.

Mit Fakten gegen Hetze vorgehen – dazu raten Teilnehmer eines runden Tisches in Fürstenfeldbruck. Unter dem Motto „DemokraTisch in Fürstenfeldbruck“ diskutierten unter dem Dach der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ Vertreter aus Politik und Ehrenamt über das Thema Toleranz.

Harald Buwert vom Bündnis „FFB im Wandel“ hatte sechs Gäste zur Debatte im kleinen Kreis geladen. Gekommen waren der Integrationsbeauftragte und Stadtrat Willi Dräxler, Stadtrat Andreas Ströhle, die Sozialwissenschaftlerin und Autorin Jeanne-Marie Sindani, Stadtjugendrat Jonathan Grundmann, Margot Simoneit vom Bündnis „FFB ist bunt, nicht braun“ und Detelf Arzt von der Gröbenzeller Initiative „Wählt Demokraten, keine Populisten“. 

Dräxler: Einfach ignorieren ist nicht der richtige Weg

Sindani stammt selbst aus dem Kongo und hat täglich mit Menschen aus anderen Nationen in Bruck zu tun. Sie arbeitet als Asyl-Sozialberaterin bei der Caritas. Ihre Erfahrungen hat sie in ihrem Buch „Gestrandet im Paradies“ aufgezeichnet. Bei der Gesprächsrunde fasste sie die Quintessenz in einem Satz zusammen: „Ich mache mir große Sorgen, wegen der Stimmung in der Gesellschaft gegenüber Ausländern.“ Wie aber soll man mit Hetze und Populismus umgehen? Einfach ignorieren ist für Dräxler nicht der richtige Weg. „Dadurch besteht die Gefahr, dass Unentschlossene auf diese Seite gezogen werden.“ Was derzeit von der Bayerischen Staatsregierung zu diesem Thema komme, schaffe nur Feindbilder. 

Verschwörungstheorien gegen Fakten

„Mit Populismus kann man Menschen manipulieren, und das ist gefährlich.“ Das sieht auch Arzt so. Er fordert: „Man muss den Populisten viel mehr dagegen halten, als es momentan der Fall ist.“ Dabei gehe es gar nicht so sehr darum, die Populisten selbst zu überzeugen. Das sei in den meisten Fällen gar nicht möglich. „Aber wenn man nicht gegenhält, entsteht bei den umstehenden Menschen der Eindruck, dass diese Meinung salonfähig ist.“ Simoneit sieht ein großes Dilemma darin, dass sich viele Anhänger und Vertreter populistischer Parteien wie der AfD im Bereich der Verschwörungstheorien bewegen. „Sie sind für Vernunft gar nicht mehr zugänglich“, sagt sie. Umso wichtiger sei es, mit Fakten die Mechanismen des Populismus aufzudecken. Ähnlich sieht dies auch Arzt: „Man sollte nicht Kritik an den Parteien an sich üben, sondern sich vielmehr an den Fakten aufhängen.“ 

Der Weg der Entsolidarisierung und Spaltung der Gesellschaft

Der Gröbenzeller empfiehlt dazu einen Blick ins Parteiprogramm der AfD. Viele Alleinerziehende würden aus Unzufriedenheit mit ihrer Situation zu den Wählern der AfD gehören. „Die Partei will jedoch die Unterstützung für diesen Personenkreis praktisch gegen Null fahren“, sagt Arzt. Die Gründe für die Unzufriedenheit sieht Simoneit in der Politik: „Da wurden seit Jahren viele Fehler gemacht.“ Es sei zur Ausgrenzung zum Beispiel durch Hartz IV gekommen. „Der Weg der Entsolidarisierung und Spaltung der Gesellschaft in arm und reich wurde nie verlassen“, sagt Simoneit. Daran müsse man etwas ändern. „Dann würde auch niemand mehr auf die Idee kommen, sich mit einer populistischen Partei zu solidarisieren.“

Andreas Daschner

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