Donum Vitae feierte 10-jähriges Bestehen - Wertschätzen, was das Leben zu Leben macht

Der stellvertretende Vorsitzende Donum Vitae Bayern, Dr. Walter Bayerlein, bei seinem Grußwort

„Beraten – schützen – weiterhelfen“: So lautet das Credo der christlich orientierten Konfliktberatungsstelle für Schwangerschaftsfragen „Donum Vitae“ Am Sulzbogen 56 im Fürstenfeldbrucker Westen. Vor wenigen Tagen feierte die staatlich anerkannte Beratungsstelle in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens ihren zehnten Geburtstag.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass ein katholischer Geistlicher in unsere Veranstaltung kommt und auch noch spricht“, lobte der stellvertretende Vorsitzende von Donum Vitae Bayern, Dr. Walter Bayerlein, den couragierten Auftritt des Festredners der Jubiläumsveranstaltung, Dekan Albert Bauernfeind, denn schließlich sei die Debatte um Donum Vitae innerhalb der katholischen Kirche nach wie vor nicht gelöst. „Das tut gut“, meinte Dr. Bayerlein und sprach in seinem Grußwort über die Anfänge von Donum Vitae von einem Abenteuer und Hürdenlauf. Auch wenn man im innerkirchlichen Bereich viele Angriffe abwehren musste, so ist Donum Vitae inzwischen an 61 Orten in Bayern präsent, stellte Dr. Bayerlein die erfolgreiche Arbeit von Donum Vitae heraus und nannte den Jubiläumstag „einen Tag der Freude“. Was soll da unchristlich sein, meinte Dr. Bayerlein, so zu handeln, wie die meisten Bischöfe bis zum 31. 12.2000 gedacht haben? Donum Vitae sei auf jeden Fall ein Geschenk für den Landkreis, hob auch Landrat Thomas Karmasin in seinem Grußwort die Bedeutung der Beratungsstelle hervor. „Sie haben viel erreicht“, lobte Karmasin die Arbeit der Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle. Der Landrat stellte darüber hinaus die gute Zusammenarbeit mit anderen sozialen Netzwerken, mit Selbsthilfegruppen und Ärzten heraus, und dankte dem Team auch für die professionelle Arbeit im Bereich der Sexualaufklärung an den Schulen. Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, die aus terminlichen Gründen ihren Besuch kurzfristig absagen musste, bezeichnete in ihrem schriftlichen Grußwort die Gründung von Donum Vitae als richtig und notwendig. Bevor der Festredner, Dekan Albert Bauernfeind, in einer kritischen Bestandsaufnahme zum Thema „Lebensmut riskieren – Familien im Spannungsfeld von Kirche und Gesellschaft“ referierte, meinte er, man solle nicht ihn, den Dekan, für seinen Mut hervorheben, hier zu sprechen, sondern vielmehr die Arbeit der Mitarbeiterinnen von Donum Vitae, die sich auch nach dem päpstlich verordneten Ausstieg der Kirche aus der Schwangerschaftsberatung, nicht zurückzogen. Die klassische Form der Familie habe sich gewandelt, stellte Bauernfeind in seinem Vortrag den Familienbegriff in Frage. Familie und Ehe seien längst keine Einheit mehr. Die Erwartungen von Staat und Kirche an die Familie gehen in einem seltsamen Gleichschritt, meinte der Dekan. Wenn Geld höher bewertet werde als das Leben, ist die Zukunft wertlos, sagte Bauernfeind, der sich Sorgen macht, dass sich junge Paare aus finanziellen Gründen gegen ein Kind entscheiden. Auch die neue Rolle der Frau werde von der katholischen Kirche noch nicht so richtig akzeptiert, so Bauernfeind. Doch es gelte, alles zu wertschätzen, was das Leben zu Leben macht, so Bauernfeind. Welche Bedeutung Donum Vitae in der Gesellschaft habe, das erklärte das Team der Beratungsstelle, als sich jede Mitarbeiterin vorstellte und ihren Aufgabenbereich vortrug. Von 2001 bis 2010 führte Donum Vitae Fürstenfeldbruck 9.748 Beratungskontakte (1.228 §219-Beratungskontakte, 5.160 Allgemeine Schwangerschaftsberatungen, 3.360 nachgehende Betreuungskontakte), durch, erreichte 15.584 Personen in Schulen und Gruppen, wo über Themen wie Pubertät, Liebe, Beziehung, Sexualität, sexueller Missbrauch und Verhütung informiert wurde. Die finanziell vermittelten Hilfen betrugen 1.637.969 Euro. Bevor sich die Gäste zu einem kleinen Imbiss und zu Gesprächen trafen, stellte die Bevollmächtigte der Beratungsstelle, Dr. Maria Leitenstern-Gulden, die auch die Begrüßung der Gäste vorgenommen hatte, die Maisacher Malergruppe „Contrair“ vor. Die Künstlergruppe, die ebenfalls ihr zehnjähriges Bestehen feierte, hatte sich mit dem Thema „Wachsen und Werden“ auseinandergesetzt und ihre Werke in den Räumen des Mehrgenerationenhauses Am Sulzbogen ausgestellt. Der Künstler Klaus Kühnlein stellte eines seiner Werke zur Versteigerung zugunsten von Donum Vitae zur Verfügung.

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