Neujahrsempfang der FrauenUnion mit Gleichstellungsexpertin Welskop-Deffaa

FrauenUnion: Megatrend Demografie     verändert das Zusammenleben

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Gabriele Off-Nesselhauf mit Gastrednerin Eva Maria Welskop-Deffaa, die von Ministerin Schröder aus nicht bekannten Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. 

Emmering – Die Kreisvorsitzende der FrauenUnion im Landkreis, Gabriele Off-Nesselhauf,zeigte beim Neujahresempfang den rund 90 Gästen die Richtung auf:  Bürgerschaftliches Engagement in einer immer mehr älter werdenden Gesellschaft. Gastrednerin Eva Maria Welskop-Deffaa,  bundesweit bekannte Expertin für Gleichstellungsfragen, behandelte das Thema in ihrer Ansprache.  

  Wird der demografische Wandel in unserer Gesellschaft falsch eingeschätzt? Diese Frage stand im Zentrum des Neujahrsempfangs der Kreis-Frauen Union im Emmeringer Bürgersaal. Die Kreisvorsitzende der Frauen Union im Landkreis, Gabriele Off-Nesselhauf, zeigte in Ihrer Begrüßung den rund 90 Gästen die Richtung auf: „In einer Gesellschaft, die dramatischen demografischen Veränderungen ausgesetzt ist, muss die Frage `Was ist Solidarität?` ständig neu beantwortet werden!“ Off-Nesselhauf, die auch CSU-Kandidatin für die anstehende Bezirkstagwahl ist, hält die vielfältige Palette an Ehrenämtern für einen entscheidenden Schlüssel, Probleme in den Gemeinden aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft zu lösen. Dieses bürgerschaftliche Engagement sei ein unverzichtbares Element von Solidarität. 


 Diesen demografischen Wandel nicht nur als „Älter-werden“, sondern auch als ein „Länger-leben“ zu begreifen, dafür plädierte Gastrednerin Eva Maria Welskop-Deffaa. Die Expertin für Gleichstellungsfragen erlangte im Juli 2012 bundesweite Prominenz, als Ministerin Kristina Schröder die Abteilungsleiterin im Familienministerium aus nicht bekannten Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzte. Dieser Schritt der Ministerin wurde von Politkern aller Parteien scharf kritisiert, da Welskop-Deffaa als eine der profiliertesten Gleichstellungsexpertinnen in Deutschland gilt. 

 Der demografische Wandel, so Welskop-Deffaa, sei neben Globalisierung und Digitalisierung der dritte gesellschaftliche Megatrend – jedoch der am wenigsten verstandene. Eine Komponente dieses Wandels sei, dass das durchschnittliche Lebensalter heute um 30 Jahr höher liege als vor 100 Jahren. Die Politik antworte darauf zwar mit angepassten Rentenformeln, Veränderungen in der Pflegeversicherung oder mit finanziellen Anreizen für junge Menschen zur Familiengründung. Dies reiche jedoch nicht aus, um den Veränderungen im alltäglichen Leben der Bürger zu begegnen.  Welskop-Deffa verdeutlichte das an Beispiel weiblicher Erwerbsbiografien: So würden sich unter weiblichen Minijobbern ca. 30% mehr verheiratete als unverheiratete Frauen finden. Diese Zahl zeige die falschen Anreize für Frauen, ein „Zweiteinkommen“ für die Familie zu erwerben. Falle der Mann als „Ernährer“ aus, so trage die Frau das Risiko, mittels eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses die Familie ernähren zu müssen – es gelte für diese Frauen „Einmal Minijob, immer Minijob“. Deswegen müsse alles vermieden werden, „dass verheirateten Frauen prekäre berufliche Arrangements attraktiv erscheinen lässt.“ Die Forderung der Expertin: es brauche gesetzliche Anreize, um verheiratete Frauen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Sonst werde „indirekt die Ehe zu einem Risiko im Erwerbsverlauf von Frauen“, so Welskop-Deffaa.

 

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