Dringend auf der Suche

Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand besuchte Landrat Thomas Karmasin zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch. Foto: Metzler

Die Aufnahme sowie Unterbringung von weiteren Asylbewerbern im Landkreis stand im Mittelpunkt des Pressegesprächs im Brucker Landratsamt, als Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch kürzlich die Kreisbehörde besuchte. Dabei wurde bekannt, dass der Landkreis bis zum Herbst noch 114 Asylbewerber aufnehmen muss. Nachdem sich die Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis schwierig gestaltet, überlegt Landrat Thomas Karmasin, ob nicht etwa eine Unterbringung der Asylbewerber im Fliegerhorst möglich ist.

Nach der vorgegebenen Quotelung muss der Landkreis Fürstenfeldbruck 178 Asylbewerber aufnehmen, teilte Hillenbrand mit. Das sind 4,7 Prozent von 3782 Asylbewerbern, die in Oberbayern insgesamt unterzubringen sind. Nachdem in einer Gemeinschaftsunterkunft in Germering bereits 64 Asylbewerber leben, bleiben für den Landkreis noch 114 übrig. Manche Landkreise wie der Nachbarlandkreis Dachau oder Neuburg/Schrobenhausen haben ihre Quoten „übererfüllt“, informierte Hillenbrand. „Da kommen natürlich keine weiteren hinzu.“ In den Landkreisen aber, die ihre Quoten noch nicht erfüllt haben, war bisher eine Zuweisung in „20-er Stufen“ vorgesehen. So auch für den Landkreis Fürstenfeldbruck. Doch aufgrund der Dringlichkeit wurde nun entschieden, dass die Landkreise mit Unterbelegung die Restquote in einem Zug aufnehmen müssen. Man befinde sich flächendeckend bereits schon an der Ausschöpfungsgrenze, sagte Hillenbrand. „Ich weiß, wie schwierig es ist, in einem dicht besiedelten Landkreis wie Fürstenfeldbruck überhaupt angemessenen Wohnraum zu finden“, zeigte Hillenbrand zwar Verständnis für die Lage, doch letztlich könnte es durchaus passieren, dass, falls keine konkrete Adresse zur Unterbringung benannt werde, die Asylbewerber eines Tages vor der Tür des Landratsamtes stehen und dieses für die Unterbringung zu sorgen hat. „Noch ist es aber nicht soweit.“ Seit Wochen suche seine Behörde für 20 schon vor längerer Zeit angekündigte Asylbewerber entsprechende Unterkünfte. „Es ist nicht so, dass wir das Problem zögerlich behandelt hätten“, schilderte Landrat Thomas Karmasin wie schwierig die Anmietung beziehungsweise Bereitstellung von Wohnraum für Asylbewerber im Landkreis sei. Man habe das Problem an die Bürgermeister der Gemeinden weitergegeben, doch leerstehende Wohnbereiche seien nicht vorhanden. Derzeit werden für zwei Objekte die Verhandlungen geführt. Wenn aus den Gemeinden keine Hilfe komme, werde man bei der Bundeswehr im Fliegerhorst anklopfen, meinte Karmasin. „Sozusagen als Notanker.“ Doch so einfach sei das nicht, darüber ist man sich auch im Klaren. Schon allein aus Gründen der militärischen Sicherheit müssten die entsprechenden Gebäude aus dem Bereich des Kasernengeländes ausgezäunt werden. „Kommandanten hängen an ihren Kasernen wie am eigenen Herzen“, äußerte sich Regierungspräsident Hillenbrand dazu auch eher skeptisch. Mehr Erfolg verspreche er sich, wenn man mit diesem Anliegen an die Wehrbereichsverwaltung Süd herantrete. Sollte allerdings auch eine Unterbringung der Asylbewerber im Fliegerhorst nicht möglich sein, so blieben letztlich dem Landkreis noch zwei Möglichkeiten: der Bau von robusten Gemeinschaftsunterkünften in Systembauweise oder die Anmietung von Zimmern in Privatpensionen. Bei einer Unterbringung von mehr als 50 Asylbewerbern in einer Gemeinschaftsunterkunft übernehme die Regierung von Oberbayern die Trägerschaft, informierte Christoph Hillenbrand. Sind die Asylbewerber aber in kleineren Wohneinheiten untergebracht, dann habe der Landkreis die soziale Betreuung zu finanzieren.

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