Familienstützpunkt in Germering

Ein starkes Netzwerk

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Zur feierlichen Eröffnung des neuen Familienstützpunktes ließ man Ballons in den Himmel steigen.

„Hände sind nie leer, die sich wirklich reichen“ (Rainer Maria Rilke). Mit diesen Worten von Oberbürgermeister Andreas Haas wurde der neue Familienstützpunkt der Stadt Germering feierlich eingeweiht. Ein Ort der Begegnung und der Gespräche.

Germering – Bereits seit 50 Jahren steht der Sozialdienst Germering für Verlässigkeit und Beständigkeit in der Fürsorge und Unterstützung für alte Menschen, für junge Familien und sozial Schwache. 1967 wurde der Verein mit den Schwerpunkten „Angebote für die junge Familie“, „Familienhilfe“ und „Angebote für Senioren“ auf Initiative von Hans Mannhardt gegründet. Zahlreiche Auszeichnungen beispielsweise 1980 die Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille für jahrelanges Engagement auf nachbarschaftlicher Ebene bezeugen die lange Tradition des bürgerlichen Engagements beim Sozialdienst Germering. 

Der Dritte seiner Art 

Seit dem vergangenen Freitag gibt es eine neue soziale Einrichtung in Germering: den Familienstützpunkt. Er ist nun der Dritte seiner Art hier im Landkreis. Bereits im Januar eröffnete der erste Stützpunkt in Fürstenfeldbruck, ein weiterer kam im September in Puchheim hinzu und nun in der Großen Kreisstadt. Weitere Stützpunkte folgen in den nächsten Monaten noch in Olching, Maisach, Mammendorf und Egenhofen. Das Zusammenleben in den Familien bekommt wieder mehr Bedeutung. Doch was passiert, wenn das Familiennetzwerk nicht mehr ausreicht? Großfamilien machen hier die Ausnahme. Oftmals allerdings stehen Eltern unter sehr großem Druck: Arbeit und Erziehung unter einen Hut bringen, das war noch nie einfach. Doch in der heutigen Zeit, bei einer Mehrfachbelastung durch Zweitjobs oder Krankheit eines Angehörigen kann es bisweilen schon ein Spagat werden, das Familienleben gebacken zu bekommen. Immer häufiger müssen kleine Familien ohne Unterstützung auskommen. Viele Eltern geraten an ihre Grenzen. Genau, um diese Lücke zu schließen, und ein harmonisches Familienleben wieder möglich zu machen, wurde der Familienstützpunkt in Germering ins Leben gerufen. 

Opstapje: der Vorreiter 

Angefangen hat es bereits mit dem Opstapje-Projekt. Dieses präventive Spielprogramm unterstütz Familien und deren Kinder ab dem Alter von sechs Monaten, die sich in einer belasteten Lebenssituation befinden. Schritt für Schritt erhalten Eltern praktische Unterstützung in der Erziehung und Förderung ihrer Kinder. Passend zum neu entworfenen Logo des Familienstützpunktes begann Oberbürgermeister Andreas Haas seine Begrüßungsrede mit dem Zitat von Rainer Maria Rilke: „Hände sind nie leer, die sich wirklich reichen“. Fünf Hände in verschiedenen Farben, die nach allen Seiten offen sind, symbolisieren den Sinn und Zweck dieser Einrichtung. Hier wird Familien eine helfende Hand gereicht. 

Martina Becker (links) ist nun die neue Leitung des Familienstützpunktes, der am vergangenen Freitag feierlich in der Planegger Straße eröffnet wurde.

Gemeinsam 

Da spielt es keine Rolle ob diese selbst in eine schwierige Situation geraten sind oder Migrationshintergrund haben. Gemeinsam wird hier an einem Strang gezogen. „Eine Familie muss funktionieren“, sagt Haas, sei eine Aussage, die er gar nicht möge und betont, „das gemeinsame Leben ist schon anspruchsvoll genug“. Manchmal hat ein Elternteil keine Perspektive mehr. Oftmals ist man mit Armut und Sucht konfrontiert. „Doch beim Familienstützpunkt bekommen Betroffene Antworten und auch Lösungen“, sagt Haas. Die Leitung der neuen Einrichtung übernimmt die Diplom-Sozialpädagogin Martina Becker, die bereits seit rund 15 Jahren im Sozialdienst tätig ist. 

Ein Familienstützpunkt 

Zahlreiche Gäste fanden sich am vergangenen Freitag vor dem Mehrgenerationenhaus ein, um gemeinsam die Eröffnung zu feiern.

Vorher lag ihr Schwerpunkt bei den Senioren, nun bei Familien. Mit einem Lächeln sagte Georg Sedlmeier, Vorstand des Sozialdienstes Germering, sie sei eine der „besten Pferde“, was sie genau für diese Stelle auszeichnete. Was genau das ist? Hier hat man ein offenes Ohr und Zeit für Fragen und Anliegen rund um das Zusammenleben. „Hier kann man sich über die vielfältigen Angebote informieren, sich über Erziehungsfragen austauschen oder Sorgen teilen“, sagt Martina Becker. Der neue Familienstützpunkt in Germering soll eine Anlauf- und Kontaktstelle für alle sein. Jedes Familienmitglied kann sich mit Fragen an die Mitarbeiter wenden und erhält unbürokratisch und kostenlos Informationen über Angebote und Einrichtungen in Germering und der ganzen Region. Das Büro des Familienstützpunktes ist erreichbar im Mehrgenerationenhaus „Zenja“ mit barrierefreiem Zugang. Eine Beratung ist kostenfrei und nach telefonischer Vereinbarung unter (089) 894 63 163 jederzeit möglich. Infos vorab gibt es auch online www.sozialdienst-germering.de. So rückt Germering in den nächsten Wochen und Monaten wieder ein Stückchen näher zusammen und beweist einmal mehr, wie wichtig es ist, in einer Gemeinschaft auch füreinander da zu sein.

Autor: Sebastian Essberger

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