Ein echtes Hornisten-Nest in Gröbenzell - Vater, Sohn und Tochter Hornisten - Auszeichnung bei Jugend musiziert

Um ein geliebtes Instrument versammelt: Die Hornisten Maximilian, Käthe (8) und Julius (15) Hochwimmer aus Gröbenzell. Foto: Günter Schäftlein

Wenn man Katja Hochwimmer nach den sonstigen schulischen Leistungen von Sohn Julius (15) neben seinen vielen Musikstunden befragt, kommt ein überzeugendes Lächeln: „Ich bin sehr zufrieden!“ Der Gymnasiast Julius Hochwimmer gewann 2011 Auszeichnungen und Geldpreise im Bläserquartett auf Regional-, Landes- und Bundesebene in der Kategorie „Jugend musiziert“.

Aufgrund des 3. Ranges des Hornisten-Quartetts - zusammen mit Antonia Andersohn, Philipp Leinekugel und Christian Baldus - beim Bundeswettbewerb im ostdeutschen Neustrelitz, schaffte man es, sich auch für den Elite-Wettbewerb WESPE zu qualifizieren. Da Julius Hochwimmer mit der Komposition „Kleines Hornquartett“ inzwischen ein eigenes Werk vorweisen konnte, stand dem Auftritt im September in Freiburg/Breisgau nichts mehr im Wege. Der Juror bewertete die Leistung unter neun teilnehmenden Gruppen als „beste Interpretation des eigenen Werkes“ und vergab dafür den Kompositionspreis der GVL (Gesellschaft zur Verwertung der Leistungsschutzrechte). Ein stolzer Erfolg, wie auch Vater und Betreuer Maximilian Hochwimmer mit Freude feststellen konnte. Der Hornist an der Bayerischen Staatsoper war im September für eine Woche an den Aufführungen der Ensembles - „Wir waren insgesamt über 400 Musiker, Sänger und Techniker.“ - in Japan beteiligt. Zum persönlichen Repertoire zählte u.a. Bruckner’s schwierige 9. Sinfonie mit dem Tedeum als 4. und abschließenden Chor-Satz. Eine Wiederholung dieses Programms steht jetzt für den 22. Oktober im Vatikan an. Maximilian und Katja Hochwimmer erinnern sich im Gespräch an die ganz frühen musikalischen Anfänge des Ausnahmetalents von Sohn Julius:„Schon im Kinderwagen hat er mit der Mundharmonika herumhantiert …“ Es folgten Blockflötten-Jahre und Klavierunterricht. Auch ein ¾ Jahr mit Versuchen auf der Geige - aber dann schließlich die Entdeckung des Horns … weil der Vater das ja auch machte. Maximilian Hochwimmer sagt aber unmissverständlich und wird darin von seinem Dirigentenchef Nagano unterstützt: „Eigene Kinder unterrichten ist problematisch!“ In den gymnasialen Klassenjahren 5 bis 7 hatte sich Julius in der „Juniorband“ unter Musiklehrer Eugen Regnier in Gröbenzell bewährt. Ab der 8.Klasse und der Mittelstufe wechselte er - vorgezogen - zur „Bigband“. Der von Schülern und Eltern gleichermaßen geschätzte Musiklehrer komponiert, arrangiert Stücke und passt sie in individuellen Bearbeitungen dem Können der Schüler an. Inzwischen gehört Julius Hochwimmer auch zum Münchner ATTACCA-Jugendorchester; einer Initiative des Bayerischen Staatsorchesters.zur Jugendförderung in der Altersgruppe 12 bis 20 Jahre. Aufgenommen wird man nach einem Probespiel unter der Bedingung, „ambitionierter Nicht-Musikstudent“ zu sein. Gespannt darf die Familie auf den weiteren musikalischen Weg von Tochter Käthe (8), die auch bereits Horn spielt, sein. Obwohl: Vater Maximilian unterstreicht, keinen Druck auf eine musikalische Wegfindung seiner Kinder ausgeübt zu haben. „Ich habe kein Problem damit. Sie sollen ihren Neigungen folgen können.“ Und das gilt auch für Sohn Clemens (12), den man zur Schauspielschule angemeldet hat. Katja Hochwimmer: „Er ist schlagfertig, wortwitzig. Um keine Antwort verlegen. Manchmal richtig kabarettverdächtig …“ Die Eltern Hochwimmer haben insgesamt für ihre drei noch schulpflichtigen Kinder eine Abneigung gegen das gymnasiale G8, weil es Schülern zu wenig freien Raum lässt. „Mit diesem Schulsystem“, sagt Maximilian Hochwimmer, „berauben wir unseren eigenen musikalischen Nachwuchs.“

Auch interessant

Meistgelesen

Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Ballenpresse fängt Feuer
Ballenpresse fängt Feuer
Mit Picknickkorb zum Kloster
Mit Picknickkorb zum Kloster
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung
Kran durchbricht Fenster und schüttet Beton in Wohnung

Kommentare