Weltladen öffnet in Olching

Für ein lebenswertes Leben

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Markus Raschke, Vorstand Fair Handelshaus Bayern, sprach bei der feierlichen Eröffnung des Weltladens in der Olchinger Innenstadt.

Egal ob es sich um Kaffeebohnen aus Afrika oder Wein aus Italien handelt: In den Einkaufsläden dieser Welt bekommt man fast alles und das schon für wenig Geld. Niedrige Preise locken allerdings nicht nur viele Kunden in die Läden, sondern haben auch Auswirkungen. Eine Gruppe, die beim Konsum häufig vergessen wird, sind die Erzeuger. Damit auch diesen Menschen ein lebenswertes Leben gewährleistet werden kann, sollen die Produkte zu fairen Preisen eingekauft und verkauft werden. In Olching öffnete am 26. Oktober ein weiterer Weltladen in der Hauptstraße 11.

Olching - Sechs Jahre ist es her, dass Markus Raschke, Vorstand Fair Handelshaus Bayern, auf die Philippinen reiste, um dort mit den Kleinbauern vor Ort zu sprechen. Auf die Frage, wie er den Menschen am besten helfe könne, habe er eine Antwort sehr häufig vernommen. „Verkauft mehr von unseren Produkten“. In zehn Weltläden passiert das bereits, nun kommt in der Innenstadt von Olching ein weiterer hinzu. „Wir wollen den Menschen ein lebenswertes Leben gewährleisten“, sagt Raschke. Denn schon mit dem Einkauf der Produkte aus den Ländern gehe das Geld in die Hände der Erzeuger, auch wenn die Ware erst Monate später in Deutschland verkauft werde. 

Ein Fair Trade Laden in der Fair Trade Stadt

Dass sich ausgerechnet für Olching als elften Standort entschieden wurde, hat mehrere Gründe: „Es gibt in Olching eine engagierte Eine-Welt-Szene“, sagt Raschke. Auch die Zertifizierung Olchings als Fair-TradeStadt und der „funktionierende Einzelhandel“ wären in die Bewertung eingeflossen. Denn auch wenn das Siegel „Fairtrade-Stadt“ nach zwei Jahren erneuert werden müsse, wie Bürgermeister Andreas Magg erklärte, sei Raschke die Stadt bereits über einen längeren Zeitraum aufgefallen. „Hier gibt es viele Geschäfte, ich glaube das wird gut funktionieren“, sagt er.

Viel Motivation und ein gutes Team

Dann Mitte August ging alles ganz schnell. Innerhalb von 48 Stunden unterzeichnete Raschke den Mietvertrag und suchte über Aushänge Ehrenamtliche als Mitarbeiter. „Wir hatten am ersten Infoabend über 30 Personen da, die gerne ehrenamtlich helfen wollten“, sagte Koordinatorin Johanna Pfeiffer. Bei der zweiten Veranstaltung waren es nur bedingt weniger. Zusammen wurde geweißelt, gemalt, dekoriert und die Ware eingeräumt. „Jeder konnte das machen, was er gerne möchte“, sagte Pfeiffer. Daneben wurden die Mitarbeiter geschult, unter anderem an der Kasse. Damit so ein Laden läuft, braucht es „viel Motivation und ein gutes Team“, sagt Pfeiffer. Die Produkte in den Regalen stammen aus der ganzen Welt, wobei ein Großteil aus Entwicklungsländern kommt. „Wir verkaufen aber auch mafiafreien Wein aus Italien“, sagt Pfeiffer. Bürgermeister Andreas Magg war sichtlich erfreut über den Zuwachs in der Innenstadt: „Es ist schon besonders, so einen Laden mitten in der Innenstadt zu haben“, sagt er. Er appelliert an die Bevölkerung, auf fairen Handel zu achten, da „Geiz nicht geil“ sei. 

Der Weltladen hat täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet. 

Felix Hamann

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