Spielzeug ist immer willkommen

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Überwältig von den vielen an einem ehrenamtlichen Engagement interessierten Besuchern zeigten sich Koordinatorin Andrea Gummert und Stadträtin Gabriele Fröhlich.

Fürstenfeldbruck – Fast 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zum Ehrenamtstag in die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in den Brucker Fliegerhorst, zu dem der ehrenamtliche Asylhelferkreis am 25. Juni eingeladen hatte. Zwei Stunden lang erhielten dort die Besucher Gelegenheit, sich einen Überblick über die Lebenssituation der Flüchtlinge zu machen.

Ob allerdings alle an einem Ehrenamt interessiert sind, oder ob sie nur aus reiner Neugier kamen, wird sich erst herausstellen, wenn die Koordinatorin für das ehrenamtliche Engagement von der Caritas, die Diplom-Sozialpädagogin Andrea Gummert, die Listen, in die sich diejenigen eintragen konnten, die helfen möchten, ausgewertet hat. „Solche Veranstaltungen sollte man ruhig häufiger durchführen“, schlug Dirk Hasenjaeger aus Fürstenfeldbruck vor, der seit Anfang an beim Asylhelferkreis mitmacht. „Auch wenn sich nicht gleich jeder ehrenamtlich engagiert, so könnten Vorurteile und Ängste ausgeräumt werden, wenn die Menschen sehen, wie es in der Erstaufnahmeeinrichtung zugeht.“ 

Andrea Gummert sowie Stadträtin Gabriele Fröhlich (parteifrei in der SPD-Fraktion), die für den Brucker Stadtrat Wilhelm Dräxler (BBV) und Migrationsreferenten der Münchner Caritas an der Veranstaltung teilnahmen, zeigten sich bei der Begrüßung von der großen Resonanz überwältig. „Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind.“ Beide werteten dieses Engagement als ein Beleg dafür, dass die Bürger „Willkommenskultur für Flüchtlinge vor Ort leben und helfen, wo Hilfe nötig ist.“ In der Erstaufnahmeeinrichtung im Fliegerhorst werden derzeit ca. 600 Flüchtlinge von knapp 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut. 

Während die Grundversorgung dieser Menschen bezgl. Übernachtung, Verpflegung und Gesundheit von der Regierung von Oberbayern in ihren ersten Wochen in Deutschland übernommen wird, erhalten die Flüchtlinge bis zur Unterbringung in eine Dauerunterkunft von den Ehrenamtlichen Angebote zur Beschäftigung, um die Verweildauer sinnvoll zu nutzen. Unterstützt werden sie vom Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck (Koordination), dem Bayerischen Roten Kreuz (Kleiderkammer) und dem Brucker Forum (Deutschkurse). Als ständiger Ansprechpartner vor Ort ist Asylsozialberaterin Vera Hofer von der Caritas. 

Insgesamt neun aktive Gruppen kümmern sich regelmäßig um die immer wieder neu ankommenden Flüchtlinge im Fliegerhorst, einer Dependance der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung. So werden den neuen Flüchtlingen bei ihrer Ankunft die wichtigsten Gebäude und Angebote in der Einrichtung sowie der Stadt anhand von Bildern erläutert und die zahlreichen Aktivitäten vor Ort von Deutschkurs über das Kinderspielzimmer bis zu Sport vorgestellt. Das Bayerische Rote Kreuz betreibt eine Kleiderkammer und versorgt wöchentlich ca. 80 bis 120 Flüchtlinge mit dringend benötigten Kleidungsstücken. „Die Spenden fließen noch“, informierte Elke Harlan, die den Ablauf der Kammer und den Einsatz ihrer 25 bis 30 Helfer managt. Spenden werden dennoch im BRK-Laden in Bruck in der Pucher Straße gern angenommen. Die angehende Lehrerin Anna Schilling gehört dem Brucker Forum an und organisiert den Unterrichtsbetrieb in der Erstaufnahmeeinrichtung. Fast 20 Ehrenamtliche vermitteln wöchentlich in 18 Unterrichtseinheiten den Asylbewerbern im Deutschunterricht einen alltagsbezogenen Grundwortschatz. Sachspenden bei Spielzeug sind immer willkommen. Eine große Nachfrage herrscht ständig bei Papier, Stiften, Bastelmaterial und Puppen.

 Ein großer Besprechungsraum wurde zu einem Kinderbetreuungszimmer umfunktio- niert. Hier tummeln sich manchmal bis zu 32 Kinder zwischen zwei und 16 Jahren. „Wir sind immer zu zweit“, sagte Erzieherin Diana Russek aus Fürstenfeldbruck. „Wir würden gern noch mehr Zeiten anbieten, doch dazu bräuchten wir noch weitere ehrenamtliche Helferinnen oder Helfer.“ Derzeit habe man zwölf aktive Helferinnen. Der Kickertisch, die vier Tischtennisplatten und die Fitnessgeräte sind immer voll im Einsatz, an den fünf Tagen, an denen Ehrenamtliche das Bewegungsangebot betreuen. Gern würde man auch hier das Angebot erweitern, doch es fehlt an Helfern. Beliebt ist der Fußball. Einmal wöchentlich findet unter Leitung von TSV West-Präsident Günter Eichinger im Stadion an der Klosterstraße ein Training statt und mit großer Begeisterung werden auch Fußballspiele organisiert und durchgeführt. 

„Sie müssen sich ja nicht gleich heute entscheiden“, sagte Gummert eingangs zu den vielen interessierten Besuchern, als man sich am Eingang der Erstaufnahmeeinrichtung traf. „Schauen Sie sich die Einrichtung an, unterhalten Sie sich mit den Helferinnen und Helfern und entscheiden Sie sich später“, so die Koordinatorin. „Wenn Sie sich entschlossen haben, mitzuhelfen, können Sie mir auch eine E-Mail schicken.“ Kontakt: Andrea.Gummert@ caritasmuenchen.de oder auch telefonisch unter 0151-70543895.

Dieter Metzler

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