Eichenauer Runde

Nachholbedarf bei E-Mobilität

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Matthias Morche, Dr. Gregor Banik, Dr. Stefan Perras und Simon Herzog (von links) nahmen an der jüngsten Eichenauer Runde teil.

Bei kontinuierlich gesunkenen Emissionswerten in Deutschland seien seit 1990 die durch den Verkehr verursachten konstant geblieben, leitete Simon Herzog seinen Vortrag zur Elektromobilität ein. Der Wissenschaftler für Energie und Mobilität sprach vergangene Woche in der jüngsten Eichenauer Runde in der Starzelbachschule.

Eichenau - Dieser Tatsache mit Elektroautos entgegenzuwirken, könne sich durchaus rechnen, ist er überzeugt: Auf 1,20 Euro pro 100 Kilometer komme beispielsweise die Fahrt mit einem E-Mobil der Oberklasse bei „optimiertem Eigenstromverbrauch“. Will heißen, Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage mit vorhandener Batterie zur Stromspeicherung und Ausnutzung der Fördermöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und Ladestationen. „Wären alle Pkw im Landkreis Fürstenfeldbruck E-Mobile, könnte der dafür notwendige Strom durch Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von 500 mal 500 Metern erzeugt werden“, rechnete Herzog vor. 

95 Prozent aller Pendler legen pro Tag weniger als 100 Kilometer zurück

„Nachholbedarf“ in Sachen E-Mobilität machte Stefan Perras aus, nachdem in Deutschland derzeit lediglich 55.000 E-Autos zugelassen seien. „Dabei sind Ängste gegen E-Mobilität unbegründet“, zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Energie (AKE) im CSU-Bezirksverband München überzeugt. Zum einen werde das Thema Reichweite offensichtlich überbewertet, legten doch 95 Prozent aller Pendler in Deutschland pro Tag weniger als 100 Kilometer mit dem Auto zurück. 80 Prozent des Jahres lä- ge die Fahrstrecke der Autofahrer im Bundesschnitt gar unter 40 Kilometern.Zum Ausbau des Ladenetzes verwies Perras auf „Ionity“, ein Joint Venture von Automobilherstellern mit der Zielsetzung, bis 2020 entlang Europas Autobahnen mindestens alle 120 Kilometer Schelllademöglichkeiten für Elektroautos zu errichten. Die immer noch hohen Kaufpreise für Elektrofahrzeuge lägen vor allem am Preis der Batterien, der etwa 50 Prozent ausmache, aber in den nächsten Jahren rapide fallen werde. 

Teuer in der Anschaffung, aber niedrige Wartungskosten

Bereits heute seien in der Gesamtschau E-Mobile mit Benzinern durchaus vergleichbar, rechnete Perras vor, wobei E-Mobile zwar im Anschaffungspreis teurer sind, aber über die Laufzeit mit besonders niedrigen Betriebs- und Wartungskosten punkten können. Als Vorstandsmitglied der Eichenauer CSU appellierte Perras an die Gemeinderatsfraktion, sich für Carsharing mit einem E-Mobil stark zu machen. Dies würde sich rechnen, wenn ein Gemeindefahrzeug außerhalb des öffentlichen Gebrauchs für private Nutzung zur Verfügung gestellt werde. Konkret hatte Perras einen Anbieter ausfindig gemacht, über den der Ersatz eines in die Jahre gekommenen Dienstfahrzeugs durch ein Elektroauto „zu sehr günstigen Konditionen, ohne Kaution oder Anmeldegebühren“ möglich wäre, warb der Politiker für ein Pilotprojekt in Eichenau. 

Schnellladestationen am Hauptplatz und in der Budrioallee

Der kommunale Stromversorger KommEnergie, mit einem BMW i3 als Anschauungsobjekt vor Ort, werde sich um die Errichtung von zwei vom Gemeinderat beschlossenen Schnellladestationen in Eichenau, am Hauptplatz und in der Budrioallee, bewerben, teilte Geschäftsführer Matthias Morche mit. Grundsätzlich aber seien Ladestationen mit 35 Ampere für den privaten Bereich ausreichend, alternativ sei eine Aufrüstung auf 50 Ampere möglich, wofür Kosten von 2.000 bis 2.500 Euro entstünden, sagte Morche. Auf Frage aus dem Publikum erklärte er, die Stromnetze seien jedenfalls für den absehbaren Zuwachs an E-Mobilen ausreichend. Mehrfach angesprochen wurde die Problematik von Ladestationen in Tiefgaragen. Hier scheitere die Realisierung bisweilen an den Anforderungen des WEG-Rechts, gaben Betroffene den Experten mit auf den Weg.

priv.

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