Mit einem Grundstückstausch

Gemeinde will Jugend- und Musiklokal Hexe retten

Die Gemeinde Gröbenzell strebt einen Grundstückstausch an, um das Hexe-Areal zu erwerben. Das gaben nun (von links): Dritter Bürgermeister Axel von Walter und der Vize-Gemeindechef Martin Runge bekannt.

In der Debatte um die Zukunft des Jugend- und Musiklokals Hexe am Gröbenzeller Bahnhof deutet sich eine Wende an. Die Gemeinde will das Areal durch einen Grundstückstausch erwerben. Der Investor zeigt sich laut Vizebürgermeister Martin Runge gesprächsbereit. Nun sollen die Verhandlungen konkretisiert werden.

Gröbenzell - Groß war die Aufregung auch in der Bevölkerung, als bekannt wurde, dass die Hexe abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt werden sollen. Der neue Eigentümer hat bereits ausführliche Planungen für den Abriss und die neue Bebauung des Areals vorgestellt. Sogar Vorwürfe von Mauscheleien machten die Runde, weil Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer ehemals Miteigentümer der Immobilie war. Diese Vorwürfe weisen Runge (Grüne) und der dritte Bürgermeister Axel von Walter (SPD) aber strikt zurück. Schon bei den Beschlüssen zum dortigen Bebauungsplan in den Jahren 2012 und 2013 sei Schäfer als Gemeinderat wegen Befangenheit von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen gewesen. 

Wertgutachten für Grundstückstausch bereits in Arbeit

„Jetzt beim Nachklapp ist er genauso wenig beteiligt“, sagt Runge. Der Gemeinderat habe die Befangenheit auf Schäfers Initiative hin sogar noch einmal per Beschluss bestätigt. Aller verwaltungsmäßigen Vorgänge lägen damit in der Hand der Schäfer-Stellvertreter Runge und von Walter. Wie es konkret weitergeht, darüber entscheide der Gemeinderat. Und der will sich darum bemühen, wieder alle Karten für das Grundstück selbst in der Hand zu halten. Wie Runge bestätigte, sei in nichtöffentlicher Sitzung ein Beschluss mit großer Mehrheit gefasst worden, die Interessen des Investors an einem Grundstückstausch auszuloten. „Der Investor hat Interesse bekundet“, sagt Runge nun. In einem nächsten Schritt sollen die Verhandlungen jetzt konkretisiert werden. Ein Wertgutachten sei bereits in Arbeit und soll in den nächsten Monaten fertiggestellt werden.

Ob das Gebäude erhalten wird, hängt auch von den Kosten ab

Für das Hexe-Areal könnte der Investor im Gegenzug dann zum Beispiel Grundstücke an der Bahnhofstraße mit einem ähnlichen Baurecht erhalten. Kommt das Geschäft zustande, hätte die Gemeinde wieder die Fäden in der Hand und könnte über Art und Maß der Nutzung des Hexe-Areals bestimmen. Erklärtes Ziel von Walters ist es, das Lokal zu erhalten, nachdem ein Denkmalschutz nach dem Abriss des Festsaalgebäudes in den 1990er-Jahren endgültig ausgeschlossen ist. Auch Runge liebäugelt damit, zumal das Gebäude „eines der, wenn nicht sogar das prägende historische Gebäude in der Gemeinde ist“. Ob ein Erhalt möglich ist, hänge dabei aber unter anderem auch von den Kosten ab. Auch von Walter erklärte, dass eine Debatte um die Zukunft des Gebäudes ergebnisoffen geführt werden müsse. Die Beschlüsse würden dann im Gemeinderat fallen. 

Gröbenzeller Bürger sollen miteinbezogen werden

Auch die Gröbenzeller Bürger müsse man miteinbeziehen, sagt Runge – allerdings erst, wenn es um die Folgenutzung gehe. Nach von Walters Ansicht könne die Entscheidung für einen Tausch auch ohne die Bürger erfolgen, da das Grundstück aufgrund seiner Lage ohnehin eine große Bedeutung habe. Runge ergänzt: „Ein so zentrales Grundstück wie dieses im Eigentum der Gemeinde ist nur von Nutzen.“ 

Andreas Daschner

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