Einbrechern einen Riegel vorschieben - Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier kommt auf Wunsch zur Beratung ins Haus

Ein Albtraum für Haus- und Wohnungsbesitzer: Der Einbrecher, der sich nachts ins Haus einschleicht, während die Bewohner schlafen. Meist hat der Täter leichtes Spiel, denn wenige Terrassentüren sind mit speziellen einbruchshemmenden Beschlägen gesichert. Im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck häufen sich Einbrüche, bei denen der Täter Terrassentüren aufhebelt und nachts in ein Haus eindringt, obwohl er damit rechnen muss, von den Bewohnern überrascht zu werden. In Fürstenfeldbruck nahm der Täter sogar einen Flachbildfernseher und das Notebook mit, in Gröbenzell gab es ein Gerangel zwischen Einbrecher und dem Arzt, der dem Täter nachts in seiner Praxis gegenüberstand. Doch Hausbesitzer und Mieter können sich schützen. "Für wenig Geld kann man einbruchshemmende Beschläge nachrüsten," erklärt der Fachberater Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier von der Kriminalpolizeiinspektion FFB. Individuelle Ratschläge, wie man sich wirkungsvoll gegen Eindringlinge absichern kann, gibt es auf Wunsch direkt vor Ort: Der Kripobeamte berät in vier Landkreisen - FFB, Dachau, Landsberg und Starnberg auf Anfrage kostenlos Mieter und Hausbesitzer in häuslicher Umgebung.

Herr Heggmeier, nächtliche Einbrüche im Westen des Landkreises und auch in FFB-Stadtgebiet beunruhigen Hausbesitzer und Mieter. In fast allen Fällen hebelte der bisher unbekannte Täter die Terrassentüre auf. Was raten Sie verunsicherten Mietern und Hausbesitzern? Josef Heggmeier: Die Terrassentüre lässt sich mechanisch sichern. Es gibt zwei - dazu noch erschwingliche - Möglichkeiten: Einbruchshemmende Beschläge nachrüsten und Pilzzapfenverriegelungen einbauen lassen. Wer renoviert oder neu baut, sollte von vornherein solche Beschläge ordern. Für jeden Fall gibt es auch außerdem individuelle Lösungsmöglichkeiten, die man vor Ort im vertraulichen Gespräch erörtern kann. Als Fachberater für Kriminalprävention kommen Sie auch ins Haus, um Schwachstellen zu begutachten? Josef Heggmeier: In unserer Beratungsstelle zum Schutze gegen Verbrechen kann man sich in einem speziellen Ausstellungsraum einen Überblick über Sicherungstechnik verschaffen, es werden spezielle Vorträge angeboten, und ich komme als Fachberater für Kriminalprävention auch nach Terminvereinbarung in die jeweilige Wohnung oder in das Haus. Die Beratung ist kostenlos. Das Angebot gilt für die Landkreise Fürstenfeldbruck, Landsberg, Dachau und Starnberg. Tel.-Nr. Kriminalpolizeiinspektion FFB 08141/612-397. Wie kann ein Hausbesitzer Fenster, Türen und Schlösser sowie Kellerfenster nachrüsten? Ist Holz widerstandsfähiger als Kunststoff? Josef Heggmeier: Zwischen Holz und Kunststoff gibt es keinen Unterschied, was die Sicherheit angeht. Wichtig sind qualitativ hochwertige Beschläge und die Verschlussteile. Es gibt verschiedene Sicherheitsstufen. Der Einbau solcher einbruchshemmender Fenster und Türen ist bei neuen Fenstern höchstens um 20 - 50 Euro teurer als ein normales Fabrikat. Sicherungen können ihren Zweck allerdings nur dann erfüllen, wenn sie fachgerecht eingebaut werden. Abschließbare Fenster- und Türschlösser, Zusatzschlösser und Türspaltsperren, eine fachgerecht montierte Mehrfachverriegelung sind weitere Möglichkeiten. Schwache Türblätter sollten verstärkt werden oder besser gegen massive Türblätter, z.B. 40 mm starke Vollholztüre, ausgetauscht werden. Türrahmen - Zargen - müssen mechanisch stabil mit dem Mauerwerk verbunden sein. Verlängerte, besser jedoch mehrfach im Mauerwerk verankerte Schließbleche mit einer Materialstärke von 3 mm erschweren das Aufhebeln im Schloßbereich wesentlich. Gegen das Aufhebeln im Bandbereich schützen spezielle Bändersicherungen (Hintergreifhaken). Was hält die Kripo von Alarmanlagen? Machen Zeitschaltuhren für die Beleuchtung einen Sinn? Josef Heggmeier: Alarmanlagen sind ein sehr probates Mittel als Einbruchsschutz, genauso wie mechanische Sicherungen. Bei der Alarmanlage sollte es sich jedoch um eine qualitativ hochwertige Anlage handeln, die von einer Fachfirma installiert und gewartet wird. Man kann auch stillen Alarm auslösen. Zeitschaltuhren sind eine Möglichkeit, abends ein bewohntes Haus zu suggerieren. Wie verhält man sich für den Fall, dass man einen Einbrecher überrascht? Josef Heggmeier: Einbrecher wollen normalerweise nicht entdeckt werden. In letzter Zeit ermittelt die Kripo in FFB jedoch in etlichen Fällen, bei denen der Täter offenbar bewusst in Kauf nimmt, dass sich nachts schlafende Bewohner im Haus aufhalten. Normalerweise fliehen Täter sofort. Sie halten sich immer Fluchtwege frei. Wenn man sich aus sicherer Entfernung bemerkbar macht, z.B. das Licht einschaltet oder ruft, kann man wahrscheinlich verhindern, dass der Einbrecher auch noch andere Stockwerke nach Wertgegenständen und Geld absucht. Am besten deponiert man im Schlafzimmer ein Telefon, um notfalls sofort die Polizei zu alarmieren. Es ist nicht anzuraten, sich dem Einbrecher direkt entgegenzustellen. Auch eine Bewaffnung ist keine Lösung. Ein Einbrecher, der sich in die Enge getrieben sieht, könnte sich mit seinem Tatwerkzeug verteidigen oder - wenn er eine Waffe mit sich führt und er eine (Schreckschuss)-Pistole auf sich gerichtet sieht - sofort schießen. Ein Bankschließfach ist eine sehr sichere Lösung, aber viele wollen ihren ererbten Schmuck öfter tragen oder die alte Münzsammlung zuhause aufbewahren. Ist ein Tresor eine Alternative? Josef Heggmeier: Ein Bankschließfach kann eine praktikable Lösung sein. Wenn jemand allerdings seinen Schmuck öfters tragen will, sollte man diese Wertgegenstände in einem Tresorwürfel, fest im Mauerwerk verankert, aufbewahren. Sog. Wertschutzschränke gibt es in verschiedenen Ausführungen und Sicherheitsstufen. Sinn macht ein häuslicher Tresor, wenn er einen hohen Widerstandsgrad aufweist und nach den Vorgaben des Herstellers massiv und fachgerecht verankert wurde. Welche Sicherheitsvorkehrungen sollte ein Mieter oder Hausbesitzer vor seinem Urlaub treffen? Josef Heggmeier: Man sollte nicht in der Öffentlichkeit über Urlaubspläne sprechen und auch am Urlaubsort keine persönlichen Daten preisgeben. Es gibt Täter, die potentielle Opfer gezielt aushorchen. Kofferanhänger so anbringen, dass die Anschrift nicht für jeden lesbar ist. Eine Vertrauensperson sollte den Briefkasten während der Abwesenheit leeren. Vor der Abfahrt unbedingt Ansagen auf dem Anrufbeantworter überprüfen und gegebenenfalls löschen. Wer sein Haus verlässt, sollte niemals ein gekipptes Fenster zurücklassen - die Hausrat-Versicherung zahlt im Falle eines Einbruches nicht. Informationen: www.polizei-beratung.de Terminvereinbarung für einen Besuch von Josef Heggmeier, Kriminalhauptkommissar, Fachberater für Kriminalprävention, Kriminalpolizeiinspektion FFB 08141/612-397 Fax: 08141/612-309

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